Sollte der Bahnstrom vollständig aus erneuerbaren Energien kommen?

Standpunkt

„Strom aus Wind und Sonne – bald auch im Fahrdraht über Ihrem Zug?“

Sollte der Bahnstrom vollständig aus erneuerbaren Energien kommen?

→ Ein Standpunkt zum grünen Bahnstrom.

Lesezeit: 8 Minuten · Schalter: Standpunkt

Worum es geht

Ja. Ein vollständig erneuerbarer Bahnstrom macht die ohnehin klimafreundliche Schiene fast CO2-frei; der Weg dorthin ist aber wegen des eigenen Bahnstromnetzes technisch anspruchsvoll.

Der Bahnstrom treibt die elektrischen Züge über die Oberleitung an.

Er stammt heute aus einem Mix verschiedener Quellen, darunter noch fossile.

Die Frage ist, ob er vollständig aus erneuerbaren Energien kommen sollte.

Die Schiene ist ohnehin klimafreundlich, würde so aber nahezu CO2-frei.

Technisch und finanziell ist der Weg dorthin anspruchsvoller, als er klingt.

S Bahn Tunnel IMG 1189 ()
Foto: Stefan Ledwina, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

Worum es geht

Der Bahnstrom treibt die elektrischen Züge über die Oberleitung an.

Er stammt heute aus einem Mix verschiedener Quellen, darunter auch fossile.

Die Frage ist, ob er vollständig aus erneuerbaren Energien kommen sollte.

Die Schiene ist ohnehin klimafreundlich, würde so aber nahezu CO2-frei.

Technisch und finanziell ist der Weg dorthin anspruchsvoller, als er klingt.

S Bahn Tunnel IMG 1172 ()
Foto: Stefan Ledwina, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

Woher der Bahnstrom kommt

Die Bahn betreibt in Deutschland ein eigenes Stromnetz mit einer besonderen Frequenz.

Dieses Bahnstromnetz arbeitet mit 16,7 Hertz statt der üblichen 50 Hertz.

Der Strom stammt aus eigenen Kraftwerken, aus Verträgen und aus dem öffentlichen Netz.

Ein Teil davon ist bereits grün, ein anderer noch fossil.

Nach Angaben der Bahn soll der erneuerbare Anteil bis 2030 auf 80 Prozent steigen (Stand 2022).

Das Argument für grünen Strom

Ein voll erneuerbarer Bahnstrom würde die Schiene nahezu klimaneutral machen.

Das stärkt das wichtigste Verkaufsargument der Bahn gegenüber Auto und Flugzeug.

Es macht die Bahn zugleich unabhängiger von schwankenden Preisen für Kohle und Gas.

Grüner Strom passt zu den Klimazielen, zu denen sich Deutschland verpflichtet hat.

Und er ist ein glaubwürdiges Signal an umweltbewusste Reisende.

Die technische Hürde

Das eigene Netz der Bahn lässt sich nur mit Aufwand mit Wind- und Sonnenstrom versorgen.

Eine Untersuchung im Auftrag der Bundesnetzagentur kam zu diesem Ergebnis.

Wind und Sonne liefern unregelmäßig, die Bahn braucht aber rund um die Uhr Strom.

Deshalb sind Umrichter, Speicher und Leitungen nötig, um die Schwankungen auszugleichen.

Diese Technik kostet Geld und braucht Zeit zum Ausbau.

Die Kostenfrage

Grüner Strom ist nicht automatisch teurer, kann es aber zeitweise sein.

Langfristig schützt eigener erneuerbarer Strom vor teuren fossilen Brennstoffen.

Für den Umbau des Netzes fallen aber zunächst Investitionen an.

Diese Kosten trägt am Ende die Bahn und damit auch der Fahrpreis.

Ob sich das lohnt, hängt von den künftigen Energiepreisen ab.

Eigener Strom oder Zertifikate

Grün kann bedeuten, dass die Bahn selbst Wind- und Solarstrom erzeugt.

Es kann aber auch heißen, dass sie grünen Strom nur über Zertifikate einkauft.

Beim Einkauf per Zertifikat ändert sich physikalisch zunächst wenig.

Glaubwürdiger ist es, wenn neue erneuerbare Anlagen eigens für die Bahn entstehen.

Langfristige Lieferverträge mit Wind- und Solarparks gehen diesen Weg.

Der Vergleich mit dem Diesel

Nicht alle Strecken sind elektrifiziert, dort fahren noch Dieselzüge.

Ein grüner Bahnstrom nützt diesen Zügen zunächst nichts.

Erst Elektrifizierung oder Akku- und Wasserstoffzüge holen sie aus dem Diesel.

Grüner Bahnstrom und mehr Elektrifizierung gehören deshalb zusammen.

Beides zusammen ergibt erst eine wirklich saubere Schiene.

Ein realistischer Fahrplan

Ein vollständig erneuerbarer Bahnstrom ist ein sinnvolles und erreichbares Ziel.

Er gelingt aber nur Schritt für Schritt und mit Umbau des Netzes.

Zwischenziele wie ein hoher grüner Anteil bis 2030 sind ein guter Maßstab.

Wichtig ist, dass der grüne Strom aus echten neuen Anlagen stammt.

Dann wird aus dem Versprechen eine messbare Wirkung.

Was die Fahrgäste davon haben

Am Ende zählt für den Fahrgast vor allem eines: sicher und pünktlich anzukommen.

Jede kleine Verbesserung im Betrieb macht seine Reise ein wenig angenehmer.

Ein sauberer Zug und eine klare Anzeige nehmen ihm Sorge und Hektik.

Ein freundlicher Halt bleibt oft länger in Erinnerung als die Fahrt selbst.

So entsteht aus vielen Einzelheiten am Ende ein rundes Reiseerlebnis.

Und wer sich gut aufgehoben fühlt, steigt beim nächsten Mal gern wieder ein.

Ein Blick in die Zukunft

Die Bahn von morgen soll noch pünktlicher, digitaler und bequemer werden.

Neue Stellwerke steuern den Verkehr aus der Ferne und in Echtzeit.

Moderne Züge fahren leiser, sparsamer und mit mehr Platz für Rad und Gepäck.

Das Netz wird an vielen Stellen ausgebaut, damit mehr Züge fahren können.

Auch die Bahnhöfe werden Schritt für Schritt barrierefrei und freundlicher.

So entsteht nach und nach die Bahn, die sich viele Fahrgäste wünschen.

Warum Verlässlichkeit so wichtig ist

Nichts schätzen Fahrgäste an der Bahn so sehr wie Verlässlichkeit.

Wer sich auf seinen Zug verlassen kann, plant seinen Tag mit ruhigem Gewissen.

Schon eine einzige Verspätung kann eine ganze Reisekette stören.

Deshalb arbeitet die Bahn mit großem Aufwand an einem stabilen Betrieb.

Pünktlichkeit entsteht aus dem Zusammenspiel vieler einzelner Schritte.

Am Ende ist Verlässlichkeit das wertvollste Versprechen der Bahn.

Pro und Contra

Dafür

+  Ein voll erneuerbarer Bahnstrom macht die Schiene nahezu klimaneutral.

+  Er stärkt das wichtigste Verkaufsargument der Bahn gegenüber Auto und Flug.

+  Eigener grüner Strom macht unabhängiger von Kohle- und Gaspreisen.

+  Grüner Strom passt zu den deutschen Klimazielen.

+  Er ist ein glaubwürdiges Signal an umweltbewusste Reisende.

+  Langfristige Verträge mit Wind- und Solarparks schaffen neue Anlagen.

Dagegen

−  Das eigene Bahnstromnetz lässt sich nur mit Aufwand mit Wind- und Sonnenstrom versorgen.

−  Wind und Sonne liefern unregelmäßig, die Bahn braucht aber ständig Strom.

−  Umrichter, Speicher und Leitungen kosten Geld und Zeit.

−  Zeitweise kann grüner Strom teurer sein und den Fahrpreis belasten.

−  Grüner Strom per Zertifikat ändert physikalisch zunächst wenig.

−  Dieselstrecken haben von grünem Bahnstrom zunächst nichts.

Unterm Strich

Ein vollständig erneuerbarer Bahnstrom ist ein sinnvolles und erreichbares Ziel.

Der Weg dorthin ist wegen des eigenen Netzes aber technisch anspruchsvoll.

Er gelingt nur mit Umbau, Speichern und echten neuen Anlagen.

Zusammen mit mehr Elektrifizierung wird daraus eine wirklich saubere Schiene.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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