Ortstermin
„Endstation Québec, Gare du Palais, bitte alle aussteigen, Anschluss zur Altstadt und zum Busbahnhof.“
Ortstermin: Québec Gare du Palais
→ Ein Ortstermin in der Provinz Québec.
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Kurz gesagt
Die Gare du Palais ist der Hauptbahnhof der Stadt Québec und sieht eher aus wie ein französisches Schloss als wie ein Bahnhof. Hinter der Fassade von 1915 enden die Fernzüge, die aus Montréal und Ottawa heraufkommen.
Wer mit dem Zug in Québec ankommt, steigt nicht in eine nüchterne Halle, sondern unter steile Kupferdächer und spitze Türmchen.
Die Gare du Palais wirkt wie ein Märchenschloss und ist doch ein ganz normaler Kopfbahnhof mit Gleisen, Fahrplan und Bahnsteigkante.
Dieser Ortstermin führt vom Bahnsteig durch die Geschichte des Hauses und hinaus in eine der ältesten Städte Nordamerikas.

Ein Schloss als Bahnhof
Die Gare du Palais steht im zentralen Stadtteil La Cité-Limoilou, zwischen der Altstadt und der Mündung des Rivière Saint-Charles.
Ihren Namen verdankt sie der Nähe zum früheren Palast der Intendanten von Neufrankreich, der heute nicht mehr steht.
Erbaut wurde sie im sogenannten Châteauesque-Stil, einer Spielart der Neorenaissance mit steilen Dächern, Türmchen und verspielten Giebeln.
Dieselbe Formensprache prägt das berühmte Hotel Château Frontenac, das rund zwei Jahrzehnte früher entstand.
Für Reisende aus Europa sieht der Bahnhof deshalb vertraut und zugleich fremd aus, wie ein Loire-Schloss am falschen Fluss.

Wie die Eisenbahn nach Québec kam
Québec bekam erst 1879 einen Anschluss an das Eisenbahnnetz, deutlich später als viele andere Städte des Kontinents.
Der erste Bahnhof war ein schlichtes Gebäude aus roten Backsteinen und wurde dem wachsenden Verkehr bald nicht mehr gerecht.
Die Canadian Pacific Railway beauftragte deshalb einen Neubau und wählte den amerikanischen Architekten Harry Edward Prindle.
Das heutige Empfangsgebäude wurde 1915 eröffnet und zeigte von Anfang an, wie wichtig die Bahn der jungen Industriestadt war.
Mit dem Schlossstil setzte die Gesellschaft bewusst ein Zeichen und knüpfte an die Prachtbauten ihrer großen Hotels an.

Gut zu wissen
Die Gare du Palais wurde 1915 für die Canadian Pacific Railway im Châteauesque-Stil erbaut und steht seit 1992 unter Denkmalschutz.
Heute ist sie der östliche Endpunkt des Korridors Québec–Windsor und wird von VIA Rail mit Zügen über Drummondville nach Montréal und Ottawa bedient.
Ein angebauter Busbahnhof verbindet die Stadt zusätzlich mit vielen Regionen der Provinz.
Granit, Kupfer und sieben Wappen
Das Haus besteht aus Granit, Kalkstein und Backstein und trägt steile, mit Kupfer gedeckte Dächer.
Über dem Eingang spannt sich eine mehrere Meter hohe Fensterfront, die in sieben Felder unterteilt ist.
In diesen Feldern erscheinen die Wappen bekannter Persönlichkeiten aus der Geschichte der Provinz, darunter Frontenac, Talon, Montcalm und Wolfe.
An der Fassade sitzt eine große Bahnhofsuhr, deren Zifferblatt rund zweieinhalb Meter misst.
Im Inneren empfängt eine hohe Schalterhalle die Reisenden, über der ein farbiges Glasdach sitzt.
Diese Verbindung aus Technik und Pracht macht den Bahnhof bis heute zu einem Schmuckstück der Stadt.

Vom Abstellgleis zurück ins Leben
In den 1970er Jahren geriet der Bahnhof in Gefahr, weil die Stadt das Gelände für den Bau einer Schnellstraße beanspruchte.
Im Jahr 1976 endete der Zugverkehr, und das prächtige Gebäude stand mehrere Jahre ohne Züge da.
Erst 1985 wurde die Gare du Palais nach einer teuren Sanierung wiedereröffnet und empfing erneut Reisende.
Seit 1992 steht das Haus als Baudenkmal unter Schutz und darf nicht mehr einfach abgerissen werden.
So überstand der Bahnhof die Zeit, in der viele alte Empfangsgebäude in Nordamerika verschwanden.

Wohin die Züge fahren
Die Gare du Palais ist ein Kopfbahnhof und zugleich der östliche Endpunkt des wichtigen Korridors zwischen Québec und Windsor.
Betreiber ist die Gesellschaft VIA Rail, die den Bahnhof auch besitzt.
Mehrmals am Tag fahren Züge über Drummondville nach Montréal, wo sie die Gare Centrale erreichen.
Ein Teil der Verbindungen führt von dort weiter in Richtung Ottawa, der Hauptstadt des Landes.
Der Bahnhof verfügt über zwei Mittelbahnsteige und vier Gleise, an denen die Fernzüge halten.
Wer von Québec aus das Land bereisen will, beginnt seine Fahrt fast immer an diesem Ort.

Der Busbahnhof nebenan
An das Empfangsgebäude schließt ein Busbahnhof an, sodass Zug und Fernbus unter einem Dach zusammenfinden.
Von hier aus fahren Busse der Gesellschaft Orléans Express in viele Regionen der Provinz, etwa nach Rimouski und bis in die Gaspésie.
Weitere Linien verbinden die Stadt mit dem Saguenay und der Côte-Nord im Norden.
So wird die Gare du Palais zu einem Knoten, an dem Schiene und Straße ineinandergreifen.
Für Reisende ohne Auto ist dieser kurze Weg zwischen Gleis und Bussteig ein großer Vorteil.

Hinaus in die Altstadt
Vom Bahnhof sind es nur wenige Minuten zu Fuß in die Altstadt, die seit 1985 zum Welterbe der UNESCO gehört.
Über der Unterstadt thront das Hotel Château Frontenac, das 1893 eröffnet wurde und als eines der meistfotografierten Hotels der Welt gilt.
Entworfen hat es der New Yorker Architekt Bruce Price für dieselbe Canadian Pacific Railway, die auch den Bahnhof bauen ließ.
Vor dem Hotel zieht sich die hölzerne Terrasse Dufferin am Rand des Felsens entlang und gibt den Blick auf den Sankt-Lorenz-Strom frei.
Québec gilt als einzige Stadt nördlich von Mexiko, deren historische Stadtmauer bis heute vollständig erhalten ist.

Unten am Fluss
Zwischen Bahnhof und Strom liegt die Unterstadt mit dem Quartier Petit Champlain, einem der ältesten Geschäftsviertel des Kontinents.
Im Herzen der Unterstadt gründete Samuel de Champlain im Jahr 1608 seine Niederlassung, deren Mittelpunkt die Place Royale bildete.
An diesem Platz steht die kleine Kirche Notre-Dame-des-Victoires, deren Bau 1687 begann und 1723 vollendet wurde.
Eine Standseilbahn verbindet die Oberstadt mit der Unterstadt und spart den steilen Weg über die Treppen.
Enge Gassen, alte Fassaden und der Hafen am Rivière Saint-Charles liegen alle in bequemer Reichweite des Bahnhofs.

Ankommen in Québec
Ankommen in Québec heißt, aus einem Zug in ein Schloss zu steigen und schon im Bahnhof die Geschichte der Stadt zu spüren.
Die Gare du Palais ist kein Museum, sondern ein lebendiger Bahnhof mit Fahrplan, Schaltern und wartenden Reisenden.
Wer die hohe Halle durchquert, steht nach wenigen Schritten in einer der ältesten Städte Nordamerikas.
Von hier aus sind die Altstadt, der Fluss und der Busbahnhof gleichermaßen schnell erreicht.
Als Auftakt für einen Besuch in Québec ist dieser Bahnhof kaum zu übertreffen.

Häufige Fragen
Wann wurde die Gare du Palais gebaut?
Warum heißt der Bahnhof Gare du Palais?
Welche Züge halten heute in Québec?
War der Bahnhof einmal geschlossen?
Was kann man vom Bahnhof aus zu Fuß erreichen?
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