Ortstermin
„Vorsicht an der Bahnsteigkante, auf Gleis vier fährt der EuroCity nach Berlin über Poznań Główny ein.“
Ortstermin: Posen Główny
→ Ein Ortstermin in Großpolen.
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Kurz gesagt
Posen Główny ist der größte Bahnhof Großpolens und ein Knoten zwischen Berlin und Warschau. Vom roten Ziegelbau des 19. Jahrhunderts bis zur gläsernen Halle der Europameisterschaft 2012 erzählt er die Verkehrsgeschichte des polnischen Westens.
Wer mit dem Zug in Großpolen ankommt, steigt mit großer Wahrscheinlichkeit in Posen aus, denn hier kreuzen sich die Hauptstrecken des polnischen Westens.
Der Bahnhof Poznań Główny ist der größte der Woiwodschaft und gilt nach Reisendenzahlen als einer der verkehrsreichsten des ganzen Landes.
Dieser Ortstermin führt vom alten Ziegelbau über das gläserne Empfangsgebäude bis in die Altstadt mit ihren kämpfenden Ziegenböcken.

Seit 1848 halten hier Züge
Die Eisenbahn erreichte Posen im Jahr 1848, als die Preußische Ostbahn die Stadt an ihr wachsendes Netz anschloss.
Für ein repräsentatives Empfangsgebäude begann die Planung allerdings erst im Jahr 1870.
Der eigentliche Bau dauerte von 1874 bis zum 16. November 1879, während sich der Innenausbau bis 1906 hinzog.
Angelegt wurde der Bahnhof auf der Achse einer breiten Zufahrtsstraße, der heutigen Dworcowa, die vom Rondo Kaponiera ausgeht.

Roter Ziegel und zwei Innenhöfe
Das historische Gebäude bestand aus einem nördlichen Frontflügel mit einer zentralen Halle und südlichen Flügeln, die zwei Innenhöfe einfassten.
Die Fassaden waren mit rotem Ziegel verkleidet, wie es für die Bahnarchitektur der Kaiserzeit typisch war.
Es handelt sich um einen Durchgangsbahnhof, dessen Bahnsteige über eine unterirdische Passage miteinander verbunden sind.
Vor der Allgemeinen Landesausstellung wurde der Bahnhof im Jahr 1929 noch einmal umfassend renoviert.

Gut zu wissen
Der Bahnhof trägt den polnischen Namen Poznań Główny, was Posen Hauptbahnhof bedeutet, und liegt an der Dworcowa unweit des Rondo Kaponiera.
Hier halten Fernzüge der Kategorien EuroCity und Intercity ebenso wie Regionalzüge und Trams, und der neue Knoten bindet außerdem einen Busbahnhof sowie eine Park-and-ride-Anlage an.
Ein Knoten in alle Himmelsrichtungen
Von Posen aus führen Strecken nach Berlin, Warschau, Danzig, Breslau, Stettin und Katowice.
Die Verbindung nach Westen gehört zum Korridor der Linie E20, auf der EuroCity-Züge zwischen Berlin und Warschau verkehren.
Nach Osten schließt die Strecke Richtung Warschau an, von wo aus Fernzüge historisch bis Minsk und Moskau weiterfuhren.
Damit ist der Bahnhof bis heute der wichtigste Umsteigepunkt zwischen dem deutschen und dem polnischen Netz im Westen des Landes.

Ein neues Empfangsgebäude für die Europameisterschaft
Vor der Fußball-Europameisterschaft 2012, die Polen gemeinsam mit der Ukraine ausrichtete, erhielt der Bahnhof ein neues Empfangsgebäude.
Es wurde am 29. Mai 2012 eröffnet und bot zunächst eine Schalterhalle und einen Wartebereich.
Die Modernisierung hatte bereits 2007 begonnen, der eigentliche Umbau fand in den Jahren 2011 und 2012 statt.
Im Oktober 2013 kam ein integrierter Verkehrsknoten hinzu, der den Bahnhof mit rund 250 Geschäften, einem Busbahnhof und einer Park-and-ride-Anlage verband.

Sechzehn Bahnsteige und Millionen Reisende
Heute verfügt der Bahnhof über sechzehn Bahnsteige, an denen sich Fern- und Regionalverkehr begegnen.
Im Jahr 2019 nutzten ihn rund 22,6 Millionen Reisende, im Jahr 2023 waren es etwa 24,9 Millionen.
Damit gilt Poznań Główny nach den vorliegenden Angaben als zweitverkehrsreichster Bahnhof Polens hinter Breslau.
Die große gläserne Halle fasst Fahrgäste des internationalen EuroCity ebenso wie Pendler aus dem Umland.

Posen, die Hauptstadt Großpolens
Posen liegt an der Warthe und ist mit rund 540.000 Einwohnern die fünftgrößte Stadt Polens.
Die Stadt ist die Hauptstadt der Woiwodschaft Großpolen und ein Zentrum von Industrie, Handel und Forschung.
Mit der Adam-Mickiewicz-Universität beherbergt sie eine der großen Hochschulen des Landes.
Als Messestadt ist Posen weit über seine Grenzen hinaus bekannt, und der Bahnhof bringt die Besucher der großen Fachmessen in die Stadt.

Der Alte Markt und die kämpfenden Ziegenböcke
Vom Bahnhof ist es eine knappe halbe Stunde zu Fuß oder eine kurze Tramfahrt bis zum Alten Markt im Herzen der Stadt.
Dort steht das Alte Rathaus, das der Tessiner Baumeister Giovanni Battista di Quadro zwischen 1550 und 1560 im Stil der Renaissance umgestaltete.
Jeden Mittag stoßen am Rathausturm zwei mechanische Ziegenböcke mit den Köpfen zusammen, ein weithin bekanntes Wahrzeichen der Stadt.
Rund um den Platz reihen sich bunte Bürgerhäuser, Cafés und die barocke Stadtpfarrkirche aneinander.

Dominsel, Brauerei und Kaiserschloss
Östlich der Altstadt liegt die Dominsel Ostrów Tumski mit der Kathedrale, die den Heiligen Peter und Paul geweiht ist.
Sie gilt als eine der ältesten Kirchen Polens und als Wiege des polnischen Christentums.
In einer ehemaligen Brauerei eröffnete im Jahr 2003 das Kultur- und Geschäftszentrum Stary Browar, das Einkauf und Kunst verbindet.
Nahe dem Bahnhof erhebt sich das frühere kaiserliche Residenzschloss, das zwischen 1905 und 1910 errichtet wurde und heute als Kulturzentrum Zamek dient.

Ankommen in Posen
Ankommen in Posen bedeutet, mitten im Westen Polens auf ein dichtes Netz aus Fern-, Regional- und Straßenbahnlinien zu treffen.
Direkt vor dem Empfangsgebäude bündeln Haltestellen die Tramlinien, die in die Altstadt und zur Messe führen.
Wer etwas Zeit mitbringt, erreicht von hier aus mit dem EuroCity in wenigen Stunden Berlin oder Warschau.
So verbindet der Bahnhof den Reisenden gleichermaßen mit der Geschichte der Stadt und mit den großen Linien Mitteleuropas.

Häufige Fragen
Wann wurde der Bahnhof in Posen eröffnet?
Warum wurde ein neuer Bahnhof gebaut?
Wie viele Reisende nutzen den Bahnhof?
Welche Städte erreicht man von Posen aus?
Wie kommt man vom Bahnhof in die Altstadt?
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