Ortstermin
„Bitte einsteigen am Peking Südbahnhof, der Hochgeschwindigkeitszug nach Tianjin und Shanghai ist zur Abfahrt bereit.“
Ortstermin: Peking Südbahnhof
→ Ein Ortstermin in Peking.
Lesezeit: 9 Minuten · Schalter: Ortstermin
Kurz gesagt
Der Peking Südbahnhof wurde 2008 pünktlich zu den Olympischen Spielen eröffnet und zählt heute zu den größten Bahnhöfen Asiens. Von hier starten die Schnellzüge nach Tianjin und nach Shanghai.
Wer in Peking in den Hochgeschwindigkeitszug nach Süden steigt, beginnt seine Reise fast immer unter dem weiten Dach des Südbahnhofs.
Der Bahnhof liegt im Stadtbezirk Fengtai südlich der Innenstadt und wirkt von außen wie eine flach gelagerte Kuppel aus Glas und Stahl.
Dieser Ortstermin schaut auf einen Bahnhof, der sehr jung ist und doch auf einem sehr alten Gleisgrund steht.

Eröffnung kurz vor den Spielen
Der heutige Peking Südbahnhof wurde am 1. August 2008 eröffnet, wenige Tage vor dem Beginn der Olympischen Sommerspiele.
Am selben Tag nahm die Intercity-Schnellfahrstrecke nach Tianjin ihren Betrieb auf und machte den Bahnhof sofort zu einem wichtigen Knoten.
Die Fertigstellung vor den Spielen galt als Aushängeschild für das rasch wachsende Schnellbahnnetz des Landes.
Schon in der Planung war der Bahnhof als eines der größten Projekte seiner Art in Asien angelegt.
Er war damit Teil einer ganzen Welle neuer Großbahnhöfe, die China in jenen Jahren errichtete.

Ein alter Gleisgrund
An diesem Ort stand seit 1897 ein Vorgängerbahnhof, der zunächst Majiapu und später Yongdingmen hieß.
Diese alte Station war weit über ein Jahrhundert in Betrieb, ehe sie 2006 für den Neubau geschlossen wurde.
Damit reicht die Bahngeschichte an diesem Platz bis in die Frühzeit der chinesischen Eisenbahn zurück.
Der moderne Bau übernahm die südliche Lage, bietet aber ein Vielfaches an Fläche und Gleisen.
Reisende, die den alten Bahnhof noch kannten, fanden an gleicher Stelle eine völlig neue Welt vor.

Gut zu wissen
Der Peking Südbahnhof wurde am 1. August 2008 eröffnet und steht auf dem Grund eines Bahnhofs von 1897.
Die Anlage erstreckt sich über rund 320.000 Quadratmeter auf einem etwa 32 Hektar großen Gelände.
Unter der Erde halten die U-Bahn-Linien 4 und 14 und verbinden den Bahnhof mit der ganzen Stadt.
Ein Dach wie ein Rochen
Der Entwurf stammt vom britischen Büro TFP Farrells, das gemeinsam mit dem Tianjin Design Institute plante.
Das weit gespannte Dach wird oft mit einem Rochen oder einem Trilobiten verglichen, so flach und oval liegt es über den Gleisen.
Für den Bau wurden nach Angaben der Betreiber rund 60.000 Tonnen Stahl und etwa 490.000 Kubikmeter Beton verarbeitet.
Die Halle überspannt die Bahnsteige weitgehend stützenfrei und lässt viel Tageslicht bis auf die Gleise fallen.
So entstand ein Bauwerk, das trotz seiner enormen Größe leicht und flach wirkt.

Strom vom eigenen Dach
Auf dem Dach des Bahnhofs sind nach Angaben der Betreiber 3.246 Solarpaneele verbaut.
Sie erzeugen einen Teil des Stroms, den der riesige Bau täglich verbraucht.
Damit war der Südbahnhof eines der frühen großen Beispiele für einen Bahnhof mit eigener Solaranlage in China.
Die flache, weit gespannte Dachfläche bot sich für diese Technik geradezu an.
An sonnigen Tagen speist die Anlage so einen Teil ihrer Energie aus dem Licht über den Gleisen.

Gleise und eine Halle für Zehntausende
Der Bahnhof verfügt über rund zwei Dutzend Gleise, an denen die langen Schnellzüge halten.
Die Wartehalle erstreckt sich über eine Fläche von etwa 251.000 Quadratmetern.
Nach Angaben der Betreiber kann dieser Bereich bis zu 10.000 wartende Reisende aufnehmen.
Ankunft und Abfahrt sind auf verschiedene Ebenen verteilt, sodass sich die Ströme der Reisenden kaum kreuzen.
Von oben betrachtet gleicht die Halle einem eigenen überdachten Platz mitten in der Stadt.

Schnell nach Tianjin und Shanghai
Vom Südbahnhof führt die Intercity-Schnellfahrstrecke in gut einer halben Stunde in die Hafenstadt Tianjin.
Seit dem 30. Juni 2011 beginnt hier außerdem die Schnellfahrstrecke nach Shanghai, eine der wichtigsten Achsen des Landes.
Auf diesen Strecken erreichen die Züge Geschwindigkeiten von bis zu 350 Kilometern pro Stunde.
Damit rückten Städte, die früher eine Nachtreise entfernt lagen, auf wenige Stunden zusammen.
Der Südbahnhof wurde so zum südlichen Tor Pekings in Richtung Küste und Jangtse.

Unter der Erde geht es weiter
Unter dem Bahnhof halten die U-Bahn-Linien 4 und 14 des Pekinger Netzes.
Die Linie 4 wurde am 28. September 2009 an den Bahnhof angebunden, die Linie 14 folgte am 26. Dezember 2015.
So gelangen Reisende ohne Umweg über die Straße direkt in die Innenstadt.
Beide Linien führen tief unter dem Bahnhof entlang und sind über Rolltreppen mit den Bahnsteigen verbunden.
Der Südbahnhof ist dadurch eng mit dem dichten Nahverkehr der Hauptstadt verwoben.

Ein Bahnhof für Millionen
Die Anlage ist darauf ausgelegt, in der Spitze rund 30.000 Reisende pro Stunde abzufertigen.
Rechnerisch ergibt das eine Kapazität von fast 241 Millionen Fahrgästen im Jahr.
Damit zählt der Südbahnhof zu den größten und leistungsfähigsten Bahnhöfen Asiens.
An den großen Feiertagen, wenn halb China unterwegs ist, zeigt sich diese Größe am deutlichsten.
Für viele Reisende ist der Südbahnhof der erste Eindruck, den sie von der Hauptstadt gewinnen.

Ankommen in Peking
Wer am Südbahnhof ankommt, steht zunächst im Bezirk Fengtai im Süden der Stadt.
Von hier bringen die U-Bahn-Linien 4 und 14 die Reisenden zügig in Richtung Zentrum.
Nach Norden hin liegen die alten Viertel der Hauptstadt mit ihren Hutongs und dem Himmelstempel.
So beginnt gleich hinter der weiten Bahnhofshalle das eigentliche Peking.

Häufige Fragen
Wann wurde der Peking Südbahnhof eröffnet?
Welche Schnellfahrstrecken beginnen am Südbahnhof?
Wie groß ist der Bahnhof?
Wer hat den Peking Südbahnhof entworfen?
Welche U-Bahn-Linien halten am Südbahnhof?
Weiterfahrt
