Standpunkt
„Sehr geehrte Fahrgäste, auf der Südseite fährt die S-Bahn in die City, auf der Nordseite bisher nicht.“
Sollte die nordmainische S-Bahn zwischen Frankfurt und Hanau gebaut werden?
→ Ein Standpunkt zu einer geplanten S-Bahn, die eine auffällige Lücke im Frankfurter Netz schließen soll.
Lesezeit: 8 Minuten · Schalter: Standpunkt
Worum es geht
Ja. Die nördliche Mainseite zwischen Frankfurt und Hanau ist dicht besiedelt, wird aber bisher nur mit Regionalbahnen erschlossen, die nicht in den Frankfurter City-Tunnel fahren. Eine eigene S-Bahn würde Maintal und den Frankfurter Osten direkt und umsteigefrei an die Innenstadt anbinden; der Nutzen für viele Pendler ist groß, auch wenn der Bau Zeit und Geld kostet.
Zwischen Frankfurt und Hanau gibt es zwei Mainseiten und zwei sehr unterschiedliche Bahnangebote.
Die südliche Seite hat längst eine S-Bahn, die durch den Frankfurter City-Tunnel bis in die Innenstadt fährt.
Die nördliche Seite über Maintal wird dagegen bisher nur von Regionalbahnen bedient.
Diese enden im Süden Frankfurts und binden die Orte nicht direkt an die Innenstadt an.
Die nordmainische S-Bahn soll diese Lücke schließen.
Ob sich der Aufwand lohnt, darüber wird seit Jahren diskutiert.

Was die nordmainische S-Bahn ist
Die nordmainische S-Bahn ist eine zwischen Frankfurt am Main und Hanau geplante Bahnstrecke.
Sie soll im Netz der S-Bahn Rhein-Main betrieben werden.
Angebunden werden die östlichen Stadtteile Frankfurts, die Stadt Maintal und die westlichen Stadtteile Hanaus.
Über den Frankfurter City-Tunnel käme sie direkt in die Frankfurter Innenstadt.
Das Vorhaben gehört zu den Projekten von Frankfurt-Rhein-Main Plus.

Was heute fehlt
Derzeit fahren auf der nördlichen Seite Regionalbahnen über die Strecke Frankfurt Süd–Aschaffenburg.
Diese Linien enden nicht in der Frankfurter Innenstadt, sondern am südlichen Rand.
Wer ins Zentrum will, muss umsteigen.
Die neue S-Bahn würde diese Regionalbahn-Linien ersetzen.
Damit entfiele für viele Fahrgäste ein Umstieg.
Der Vorteil des City-Tunnels
Der Frankfurter City-Tunnel verbindet den Hauptbahnhof mit Hauptwache und Konstablerwache.
S-Bahnen erreichen darüber die wichtigsten Punkte der Innenstadt direkt.
Eine Linie, die dort einfädelt, bringt Fahrgäste ohne Umstieg ins Zentrum.
Das macht die Bahn für Pendler deutlich attraktiver.
Genau diesen Zugang hat die nördliche Mainseite bisher nicht.
Wer profitieren würde
Maintal ist eine der größeren Städte im Umland ohne eigene S-Bahn.
Auch die östlichen Frankfurter Stadtteile entlang der Strecke gewännen bessere Verbindungen.
Im Westen Hanaus entstünde ein direkter Draht in die Frankfurter Mitte.
Für Berufspendler verkürzen sich Wege und Umstiege.
Ein dichteres S-Bahn-Angebot kann zudem Autofahrten ersparen.
Warum es dauert
Eine neue S-Bahn-Strecke erfordert Umbauten an Gleisen, Bahnsteigen und Signaltechnik.
Durch dicht besiedeltes Gebiet ist jeder Eingriff aufwendig.
Planungs- und Genehmigungsverfahren ziehen sich über Jahre.
Solche Projekte brauchen zudem gesicherte Finanzierung von Bund und Land.
Bis zur Fertigstellung vergeht entsprechend viel Zeit.
Die Kostenfrage
Infrastruktur im Ballungsraum ist teuer, weil Platz und Baustellenzeit knapp sind.
Dem stehen über Jahrzehnte viele Fahrgäste gegenüber.
Ob sich die Investition rechnet, hängt von der tatsächlichen Nachfrage ab.
Befürworter sehen langfristig großen Nutzen für die Region.
Kritiker mahnen, das Geld sei begrenzt und anderswo ebenso nötig.
Teil eines größeren Netzausbaus
Frankfurt-Rhein-Main Plus bündelt mehrere Ausbauprojekte im Ballungsraum.
Die einzelnen Vorhaben hängen miteinander zusammen und ergänzen sich.
Eine entlastete Innenstadt nützt dem gesamten S-Bahn-Netz.
Die nordmainische S-Bahn ist ein Baustein in diesem Gefüge.
Ihr voller Nutzen zeigt sich im Zusammenspiel mit den übrigen Linien.
Von der Dampflok bis heute
Die Eisenbahn hat sich in fast zwei Jahrhunderten enorm verändert.
Am Anfang stand die schnaubende Dampflok, langsam und rußig, aber revolutionär.
Später kamen der elektrische Antrieb und immer schnellere Züge hinzu.
Aus einfachen Holzbänken wurden bequeme Sitze mit Steckdose und Klimaanlage.
Vieles, was heute selbstverständlich wirkt, war früher undenkbarer Luxus.
Dieser lange Weg zeigt, wie sehr die Bahn mit der Zeit gegangen ist.
Ein Blick in die Zukunft
Die Bahn von morgen soll noch pünktlicher, digitaler und bequemer werden.
Neue Stellwerke steuern den Verkehr aus der Ferne und in Echtzeit.
Moderne Züge fahren leiser, sparsamer und mit mehr Platz für Rad und Gepäck.
Das Netz wird an vielen Stellen ausgebaut, damit mehr Züge fahren können.
Auch die Bahnhöfe werden Schritt für Schritt barrierefrei und freundlicher.
So entsteht nach und nach die Bahn, die sich viele Fahrgäste wünschen.
Der Zug als umweltfreundliche Wahl
Wer mit dem Zug fährt, entscheidet sich fast immer für die grünere Variante.
Die Schiene führt viele Menschen gleichzeitig mit wenig Energie ans Ziel.
Sie braucht weniger Fläche als eine Autobahn und zerschneidet die Landschaft weniger.
Auch in der Stadt hält die Bahn die Luft sauberer und die Straßen freier.
Jeder Umstieg vom Auto in den Zug ist ein Gewinn für die Umwelt.
So verbindet die Bahn das Reisen mit einem guten Gewissen.
Pro und Contra
Dafür
+ Die dicht besiedelte Nordseite des Mains erhielte endlich eine eigene S-Bahn.
+ Maintal und der Frankfurter Osten kämen umsteigefrei in die Innenstadt.
+ Über den City-Tunnel erreichen Fahrgäste direkt die wichtigsten Innenstadtpunkte.
+ Die neue Linie ersetzt Regionalbahnen, die heute am Stadtrand enden.
+ Bessere Verbindungen können Pendler vom Auto auf die Schiene holen.
+ Das Projekt fügt sich in den geplanten Ausbau von Frankfurt-Rhein-Main Plus ein.
Dagegen
− Der Bau neuer S-Bahn-Infrastruktur im Ballungsraum ist teuer und langwierig.
− Planung und Genehmigung ziehen sich über viele Jahre hin.
− Eingriffe in dicht besiedeltes Gebiet stoßen oft auf Widerstand.
− Der Nutzen hängt davon ab, wie viele Menschen die Linie wirklich nutzen.
− Das begrenzte Geld konkurriert mit anderen wichtigen Projekten der Region.
− Bis zur Fertigstellung bleibt die Lücke im Netz vorerst bestehen.
Unterm Strich
Die nordmainische S-Bahn schließt eine auffällige Lücke im Frankfurter Netz.
Sie bringt einer dicht besiedelten Region den direkten Draht in die Innenstadt.
Der Preis sind hohe Kosten und eine lange Bauzeit.
Für die vielen Pendler auf der Nordseite überwiegt der Nutzen klar.
Entscheidend wird sein, dass Finanzierung und Zeitplan verlässlich stehen.
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