Ortstermin
„Nächster Halt Wolkenstein; über Ihnen auf dem Felsen das Schloss, hier fuhr früher die Schmalspurbahn ins Preßnitztal ab.“
Der Bahnhof Wolkenstein, wo einst Schmal- und Regelspur ein Gleis teilten
→ Ein Ortstermin in Wolkenstein im Erzgebirge.
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Kurz gesagt
Der Bahnhof Wolkenstein wurde am 1. Februar 1866 an der Zschopautalbahn eröffnet und war von 1892 bis 1986 Ausgangspunkt der Schmalspurbahn ins Preßnitztal. Über dem Bahnhof erhebt sich auf einem Felsen das Schloss Wolkenstein, während im Ortsteil Warmbad die wärmste Thermalquelle Sachsens sprudelt.
Wolkenstein liegt tief im Erzgebirge, dort, wo die Zschopau sich durch ein enges Tal windet.
Sein Bahnhof war einmal ein besonderer Ort, weil hier zwei Bahnen mit verschiedenen Spurweiten zusammentrafen.
Hoch über den Gleisen thront auf einem Felsen das alte Schloss.

Ankunft im Zschopautal
Der Bahnhof Wolkenstein liegt nicht im Ort selbst, sondern unten im Tal am Ufer der Zschopau.
Auf der einen Seite verläuft die Bundesstraße, auf der anderen rauscht der Fluss.
Wer aussteigt und nach oben blickt, sieht auf einem steilen Felsen das Schloss Wolkenstein.
Vom Bahnhof führt der Weg hinauf in die Stadt, die auf dem Berg über dem Tal liegt.
Schon die Ankunft zeigt, wie eng hier Fluss, Fels und Bahn beieinanderliegen.

Ein Bahnhof von 1866
Der Bahnhof Wolkenstein wurde am 1. Februar 1866 eröffnet.
Er entstand mit der normalspurigen Bahn, die als Zschopautalbahn bekannt wurde.
Sie führt von Flöha und Chemnitz über Annaberg-Buchholz weiter in Richtung der böhmischen Grenze.
Für die Orte im engen Tal war die Bahn oft der einzige gute Weg nach draußen.
Heute fährt hier die Erzgebirgsbahn, ein Regio-Netz der Deutschen Bahn.

Gut zu wissen
Der Bahnhof Wolkenstein liegt an der Zschopautalbahn, die heute die Erzgebirgsbahn betreibt; von hier erreicht man Annaberg-Buchholz und Chemnitz.
Von 1892 bis 1986 zweigte hier die Schmalspurbahn ins Preßnitztal ab; ein Abschnitt fährt heute als Museumsbahn.
Sehenswert sind das Schloss Wolkenstein, der historische Markt mit dem Mühltor und das Thermalbad im Ortsteil Warmbad.
Die Schmalspurbahn ins Preßnitztal
Ab 1892 war Wolkenstein zugleich Ausgangspunkt einer Schmalspurbahn.
Diese führte hinauf nach Jöhstadt und wurde nach dem Tal, dem sie folgte, die Preßnitztalbahn genannt.
Über viele Jahrzehnte brachte sie Menschen und Güter in die höher gelegenen Orte.
Zum Jahresende 1986 wurde die schmale Strecke endgültig stillgelegt.
Ein Teilstück zwischen Steinbach und Jöhstadt fährt heute wieder als Museumsbahn.

Zwei Spurweiten, ein Gleis
Am Anfang teilten sich beide Bahnen für etwa anderthalb Kilometer sogar dasselbe Gleis.
Möglich machte das ein Dreischienengleis, auf dem breite und schmale Wagen zugleich fahren konnten.
Erst an der Mündung der Preßnitz in die Zschopau trennten sich die Spuren.
Im Bahnhof standen dafür eine Umladehalle und eine Rampe, um Güter von einer Spur auf die andere zu heben.
In seiner besten Zeit besaß der Bahnhof zwölf Gleise.

Der Bahnhof heute
Vom alten Umfang ist heute weniger übrig, doch vieles steht noch.
Das Empfangsgebäude nordöstlich der Gleise ist erhalten geblieben.
Dazu kommen ein Wohnhaus, mehrere Güterschuppen, eine Laderampe und alte Stellwerke.
So lässt sich am Bahnhof noch gut ablesen, wie groß der Betrieb einmal war.
Für Freunde alter Technik ist Wolkenstein deshalb ein lohnender Halt.

Das Schloss Wolkenstein
Das Schloss Wolkenstein steht auf einem Bergsporn hoch über dem Tal der Zschopau.
Es geht auf eine hochmittelalterliche Burg der Herren von Waldenburg zurück.
In seiner heutigen Gestalt stammt es aus der Zeit der Renaissance.
Vom Bahnhof aus wirkt es, als wache es über die Gleise unten am Fluss.
Heute ist das Schloss ein beliebtes Ausflugsziel.

Markt, Kirche und Mühltor
Oben in der Stadt liegt der historische Markt mit dem Rathaus und seinem Ratskeller.
Auf dem Platz steht eine wieder aufgestellte kursächsische Postmeilensäule.
Die evangelische St.-Bartholomäus-Kirche wurde nach dem Stadtbrand von 1687 neu errichtet.
Ein besonderes Kleinod ist das Mühltor, eines von nur wenigen erhaltenen mittelalterlichen Stadttoren in Sachsen.
So bewahrt die kleine Stadt bis heute viel von ihrem alten Bild.

Warmbad, das wärmste Bad Sachsens
Zu Wolkenstein gehört der Ortsteil Warmbad, ein staatlich anerkannter Kurort mit dem Rang eines Heilbades.
Hier entspringt die älteste und wärmste Thermalquelle Sachsens.
Schon seit Langem kommen Menschen hierher, um das warme Wasser zu nutzen.
Rund um das Bad laden Wald und Höhen zu Spaziergängen ein.
So verbindet Wolkenstein die Bahn im Tal mit einem Bad am Hang.

Ankommen in Wolkenstein
Ankommen in Wolkenstein heißt, unten im Tal auszusteigen und den Blick nach oben zu heben.
Dort warten das Schloss, der alte Markt und das Mühltor.
Wer die Bahn liebt, bleibt zunächst am Bahnhof und stellt sich die Züge der Preßnitztalbahn vor.
Danach lockt der Aufstieg in die Stadt oder der Weg hinüber ins Warmbad.
Und für die Weiterfahrt genügt der nächste Zug der Erzgebirgsbahn.

Häufige Fragen
Wann wurde der Bahnhof Wolkenstein eröffnet?
Was war die Preßnitztalbahn?
Warum teilten sich zwei Bahnen ein Gleis?
Was hat es mit dem Schloss Wolkenstein auf sich?
Was ist das Besondere an Warmbad?
Weiterfahrt
→ Ortstermin: Der Bahnhof Annaberg-Buchholz – Die Bergstadt im oberen Erzgebirge ist über die Zschopautalbahn erreichbar.
→ Ortstermin: Chemnitz Hauptbahnhof – Die große Stadt am Rand des Erzgebirges liegt talwärts an derselben Strecke.
