Ortstermin
„Nächster Halt Kahla im Saaletal; bitte an die Stadtmauer, das Porzellan und den Blick zur Leuchtenburg denken.“
Der Bahnhof Kahla, Halt zwischen Stadtmauer, Saale und Porzellan
→ Ein Ortstermin in Kahla im Saaletal.
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Kurz gesagt
Der Bahnhof Kahla wurde am 30. April 1874 mit der Saalbahn eröffnet und half der örtlichen Porzellanfabrik zu großem Aufschwung. Rund um die Stadt stehen eine fast vollständige mittelalterliche Stadtmauer und die Türme der alten Befestigung, über dem Saaletal thront die Leuchtenburg.
Kahla ist eine kleine Stadt im Saaletal, rund neunzehn Kilometer südlich von Jena.
Sie ist bekannt für ihr Porzellan, ihre alte Stadtmauer und den Blick hinauf zur Leuchtenburg.
Mittendurch führt die Saalbahn, an der der Bahnhof seit 1874 liegt.

Ankunft im Saaletal
Der Bahnhof Kahla liegt am nordöstlichen Rand der Stadt, etwa 750 Meter vom alten Kern entfernt.
Rundherum öffnet sich das Tal der Saale, das hier von bewaldeten Höhen begleitet wird.
Wer aussteigt, hat den kurzen Weg in die Altstadt schnell hinter sich.
Schon von weitem grüßt über dem Tal die Leuchtenburg auf ihrem Berg.
Kahla empfängt seine Gäste also zwischen Fluss, Höhen und alten Mauern.

Ein Bahnhof von 1874
Der Bahnhof Kahla wurde am 30. April 1874 eröffnet.
Er entstand mit der Saalbahn, die von Großheringen nach Saalfeld führt.
Sein erstes Empfangsgebäude ähnelte dem im nahen Camburg.
Nach Norden ist die nächste Station Rothenstein, nach Süden folgt Orlamünde.
Bis heute halten in Kahla mehrere Linien des Regionalverkehrs.

Gut zu wissen
Der Bahnhof Kahla liegt an der Saalbahn zwischen Großheringen und Saalfeld; Regionalzüge erreichen Jena in gut zwanzig Minuten.
Die Porzellanfabrik der Stadt wurde nach dem Bahnbau in die Nähe der Gleise verlegt und erhielt 1886 einen eigenen Gleisanschluss.
Sehenswert sind die mittelalterliche Stadtmauer, die Stadtkirche St. Margarethen und die Leuchtenburg bei Seitenroda.
Wie die Bahn das Porzellan holte
Von der neuen Bahn profitierte vor allem die Porzellanfabrik der Stadt.
Schon bald nach dem Bau der Strecke wurde die Fabrik in die Nähe der Gleise verlegt.
1886 erhielt sie einen eigenen Gleisanschluss.
So konnte das zerbrechliche Porzellan sicher und schnell in alle Welt reisen.
Der Name Kahla steht bis heute für Porzellan.

Ein wachsender Bahnhof
Mit dem Verkehr wuchs auch der Bahnhof selbst.
1883 wurde eine große Centesimalwaage aufgestellt, um schwere Lasten zu wiegen.
In den Jahren 1886, 1887 und 1893 baute man Bahnsteige und Ladegleise aus.
Nach 1907 kamen zwei Stellwerke hinzu, das Fahrdienstleiterstellwerk und ein Wärterstellwerk.
So wurde aus dem kleinen Halt nach und nach ein richtiger Bahnhof.

Die Saalbahn heute
Heute ist Kahla betrieblich ein Haltepunkt an der Saalbahn.
Er liegt am Streckenkilometer 41 und damit ungefähr in der Mitte zwischen Jena und Saalfeld.
Nach Norden bringen die Züge einen in gut zwanzig Minuten in die Universitätsstadt Jena.
Nach Süden geht es das Saaletal hinauf über Orlamünde und Rudolstadt bis Saalfeld.
Damit ist Kahla ein bequemer Ausgangspunkt für Fahrten durch das ganze Tal.

Die alte Stadtmauer
Kahla besitzt eine fast vollständig erhaltene mittelalterliche Stadtmauer aus dem 14. Jahrhundert.
Nach dem Grafenkrieg von 1345 wurde sie verstärkt und bestand damals aus drei Toren, sechs Türmen und zwei Pforten.
Von den Türmen ist unter anderem der Marterturm erhalten, den man im Volksmund auch Löfflerturm nennt.
Zwischen den alten Ackerbürgerhäusern führen schmale Durchgänge und Treppen hindurch.
So lässt sich der Verlauf der alten Befestigung noch heute gut erwandern.

Kirchen und Porzellan
Mitten in der Altstadt steht die spätmittelalterliche Stadtkirche St. Margarethen aus dem 15. Jahrhundert.
In ihr wurde einst der Komponist Johann Walter getauft, und sie bewahrt ein vollständig erhaltenes vorreformatorisches Geläut.
Etwas jünger ist die katholische Kirche St. Nikolaus von 1486.
Neben den Kirchen prägt vor allem das Porzellan das Bild der Stadt.
Ein Stadtmuseum erzählt von der Geschichte Kahlas und seiner Handwerker.

Die Leuchtenburg über dem Tal
Wenige Kilometer von Kahla entfernt erhebt sich über dem Saaletal die Leuchtenburg bei Seitenroda.
Sie ist von weitem zu sehen und gehört zu den bekanntesten Burgen Thüringens.
Heute sind in ihr die Porzellanwelten untergebracht, die an das Handwerk der Region anknüpfen.
Gleich bei Kahla erhebt sich außerdem der Dohlenstein, ein 352 Meter hoher Kalkfels.
So hat man vom Tal aus gleich mehrere lohnende Ziele im Blick.

Ankommen in Kahla
Ankommen in Kahla heißt, im Saaletal auszusteigen und sich Zeit für die alte Stadt zu nehmen.
Vom Bahnhof sind es nur wenige Minuten bis zur Stadtmauer und den alten Türmen.
Wer höher hinaus will, wandert oder fährt hinauf zur Leuchtenburg.
Zwischendurch erinnert überall das Porzellan an das Handwerk, das die Bahn einst groß gemacht hat.
Und für die Weiterfahrt hält gleich der nächste Zug der Saalbahn.

Häufige Fragen
Wann wurde der Bahnhof Kahla eröffnet?
Wohin fahren die Züge von Kahla?
Was hat die Bahn mit dem Kahlaer Porzellan zu tun?
Was macht die Kahlaer Stadtmauer besonders?
Was ist die Leuchtenburg?
Weiterfahrt
→ Ortstermin: Bahnhof Jena Paradies – Die Universitätsstadt liegt an der Saalbahn nur rund zwanzig Minuten nördlich.
→ Ortstermin: Der Bahnhof Jena – Die Residenzstadt mit der Heidecksburg liegt saaleaufwärts in südlicher Richtung.
