Ortstermin
„Railjet nach Wien über Salzburg, Abfahrt von Bahnsteig zwei, bitte Vorsicht bei der Durchfahrt.“
Der Bahnhof Wörgl, Westösterreichs erster Knoten
→ Ein Ortstermin in Tirol.
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Kurz gesagt
Wörgl im Unterinntal wurde 1875 zum ersten Eisenbahnknoten Westösterreichs. Hier teilen sich bis heute die Strecke nach Innsbruck und die Giselabahn Richtung Salzburg.
Wörgl ist einer jener Orte, deren Name fast jeder Bahnreisende schon einmal in einer Ansage gehört hat.
Die Tiroler Stadt im Unterinntal zählt gut vierzehntausend Einwohner und liegt rund fünfzig Kilometer östlich von Innsbruck.
Ihr Hauptbahnhof ist der Grund, warum Wörgl größer wirkt, als es die Einwohnerzahl vermuten lässt.
Denn hier trennen sich seit über hundert Jahren zwei große Bahnlinien.

Ein Knotenpunkt im Unterinntal
Wörgl liegt dort, wo das Unterinntal auf das Brixental trifft.
Schon lange vor der Eisenbahn war der Ort ein Durchgang für Reisende nach Italien oder Bayern.
Kutschen brauchten damals rund zehn Stunden bis Innsbruck, weil die Aufenthalte in den Stationsorten lang waren.
Mit der Bahn verkürzte sich diese Reise auf einen Bruchteil.
Heute fährt ein Railjet dieselbe Strecke in nur vierundzwanzig Minuten.

Der Bahnhof seit 1858
Am 24. November 1858 wurde die Bahnstrecke Kufstein–Innsbruck eröffnet und Wörgl bekam seinen Bahnhof.
Damit war erstmals eine durchgehende Schienenverbindung in den Osten Österreichs hergestellt.
Für die Reisenden bedeutete das eine Reisezeit nach Innsbruck von nur noch etwa vier Stunden.
Was heute selbstverständlich klingt, galt damals als großer Fortschritt.
Der Bahnhof wurde so schnell zum Mittelpunkt des wachsenden Ortes.

Gut zu wissen
Der Bahnhof Wörgl ging 1858 mit der Strecke Kufstein–Innsbruck in Betrieb.
1875 machte die Salzburg-Tiroler-Bahn Wörgl zum ersten Eisenbahnknoten Westösterreichs.
Seit dem 10. Dezember 2006 heißt die Station Wörgl Hauptbahnhof und ist ICE- und Railjet-Halt.
Bekannt wurde die Stadt zusätzlich durch das Freigeld-Experiment von 1932.
Westösterreichs erster Eisenbahnknoten
1875 wurde die Salzburg-Tiroler-Bahn eröffnet, die heute als Giselabahn bekannt ist.
Von diesem Jahr an war Wörgl der erste Eisenbahnknoten Westösterreichs.
Zwei Hauptstrecken trafen nun im selben Bahnhof aufeinander.
Diese Rolle hat die Stadt bis heute nicht abgegeben.
Sie ist der Grund, warum in Wörgl Züge enden, beginnen und ihre Richtung wechseln.

Wo zwei Magistralen sich teilen
In Wörgl zweigt die Giselabahn über Zell am See und Hallein nach Salzburg ab.
Die andere Richtung führt über Innsbruck weiter zum Brenner und nach Italien.
Wer von Deutschland kommt, entscheidet hier gewissermaßen, ob er nach Westen oder nach Osten weiterrollt.
Für den Güterverkehr ist diese Verzweigung ebenso wichtig wie für die Reisezüge.
Der Bahnhof ordnet die Ströme, die sich hinter der Stadt in zwei Länder verteilen.

ICE und Railjet am Hauptbahnhof
Seit dem 10. Dezember 2006 trägt die Station offiziell den Namen Wörgl Hauptbahnhof.
Sie ist Halt für Schnellzüge, für den ICE und für den ÖBB-Railjet.
Damit hält in Wörgl der Fernverkehr, der an vielen Nachbarstationen vorbeifährt.
Für eine Stadt dieser Größe ist das eine ungewöhnliche Bedeutung.
Sie verdankt sich allein der Lage am Knoten.

Das Wunder von Wörgl
In den 1930er Jahren wurde Wörgl weit über die Bahn hinaus bekannt.
Mitten in der Wirtschaftskrise führte Bürgermeister Michael Unterguggenberger 1932 ein eigenes Schwundgeld ein.
Das sogenannte Freigeld sollte den Umlauf des Geldes beschleunigen und Arbeit schaffen.
Das Experiment ging als Wunder von Wörgl in die Wirtschaftsgeschichte ein.
Bis heute reisen Interessierte an, um mehr über diesen Versuch zu erfahren.

Zwischen Inn und Brixental
Vom Bahnhof aus öffnet sich das Brixental, das zu den Skiregionen rund um Kitzbühel überleitet.
In die andere Richtung begleitet der Inn die Stadt auf ihrem Weg durch das Tal.
Wörgl ist dadurch ein praktischer Ausgangspunkt für Ausflüge in die umliegenden Berge.
Viele Gäste steigen hier um, bevor sie in die Seitentäler weiterfahren.
Die Stadt lebt sichtbar von dieser Rolle als Drehscheibe.

Die Stadt am Fluss
Wörgl wurde um 1104 erstmals urkundlich erwähnt, doch schon in der Römerzeit gab es hier eine Siedlung.
Lange war der Ort in zwei Gemeinden geteilt, die erst spät zusammenwuchsen.
Heute ist Wörgl eine moderne Kleinstadt, deren Zentrum vom Verkehr geprägt bleibt.
Geschäfte, Schulen und Betriebe haben sich rund um den Knoten angesiedelt.
So spiegelt die Stadt im Kleinen, was der Bahnhof im Großen bedeutet.

Ankommen in Wörgl
Ankommen in Wörgl heißt, an einer Weiche der österreichischen Bahngeschichte zu stehen.
Hier entscheidet sich seit 1875, ob die Reise nach Salzburg oder nach Innsbruck weitergeht.
Wer aussteigt, spürt das Kommen und Gehen der Fernzüge, das für eine Stadt dieser Größe erstaunlich ist.
Und wer sich Zeit nimmt, erfährt vom Wunder, das diesen Ort einmal in die ganze Welt trug.

Häufige Fragen
Seit wann hat Wörgl einen Bahnhof?
Warum gilt Wörgl als erster Eisenbahnknoten Westösterreichs?
Hält in Wörgl der Fernverkehr?
Welche Strecken treffen in Wörgl aufeinander?
Was war das Wunder von Wörgl?
Weiterfahrt
→ Der Bahnhof Kufstein, Grenzstation an der Brennerachse – Kufstein mit seiner Festung liegt wenige Minuten talabwärts an der Grenze zu Bayern.
→ Der Bahnhof Innsbruck Hauptbahnhof, Tor zum Brenner – Jenbach ist der nächste Knoten, an dem Zillertalbahn und Achenseebahn abzweigen.
