Ortstermin
„Sehr geehrte Fahrgäste, Sie erreichen Warburg in Westfalen, bitte umsteigen in Richtung Kassel, Paderborn und Sauerland.“
Der Bahnhof Warburg, ein Inselbahnhof in der Hansestadt
→ Ein Ortstermin im Kreis Höxter im Osten von Nordrhein-Westfalen.
Lesezeit: 9 Minuten · Schalter: Ortstermin
Kurz gesagt
Der Bahnhof Warburg wurde 1851 eröffnet und wuchs bis 1890 auf vier Strecken an. Weil eine davon südlich der übrigen endete, entstand ein seltener Inselbahnhof, wie es ihn in Westfalen kaum ein zweites Mal gab.
Warburg ist eine Hansestadt in Ostwestfalen, und ihr Bahnhof ist eine kleine Besonderheit.
Hier trafen einmal vier Strecken zusammen, eine davon von der falschen Seite.
So wurde aus dem Bahnhof ein sogenannter Inselbahnhof.

Ein Inselbahnhof in Ostwestfalen
Der Bahnhof Warburg (Westfalen) liegt am nordöstlichen Rand der Kernstadt.
Er gehört zur Hansestadt Warburg im Kreis Höxter.
Der Bahnhof war lange, neben dem Bahnhof Minden, einer der letzten erhaltenen Inselbahnhöfe aus der frühen Eisenbahngeschichte Westfalens.
Bei einem Inselbahnhof liegen die Bahnsteige zwischen den Gleisen, die von beiden Seiten heranführen.

Vier Strecken in vierzig Jahren
1851 bekam Warburg mit der Bahnstrecke Kassel–Warburg seinen ersten Anschluss.
1853 wurde die Strecke von Hamm über Paderborn und Altenbeken bis Warburg verlängert.
1873 kam eine Strecke aus Bestwig im Sauerland hinzu.
1890 folgte schließlich noch eine Verbindung in Richtung Arolsen.
In gut vierzig Jahren war aus dem Dorfbahnhof ein Knoten geworden.

Gut zu wissen
Der Bahnhof Warburg (Westfalen) wurde 1851 mit der Strecke Kassel–Warburg eröffnet und wuchs bis 1890 auf vier Strecken an.
Weil eine Strecke südlich der übrigen endete, entstand ein Inselbahnhof; das Empfangsgebäude von 1852/53 stammt von Julius Eugen Ruhl.
Heute hat der Bahnhof drei Bahnsteiggleise, und westlich davon besteht ein Bereich für den Güterverkehr.
Warum es ein Inselbahnhof wurde
Die Strecke aus Bestwig wurde von der Bergisch-Märkischen Eisenbahn gebaut.
Sie endete südlich des bestehenden Bahnhofs der Königlich-Westfälischen Eisenbahn-Gesellschaft.
Weil die Gleise so von zwei Seiten heranführten, entstand ein Inselbahnhof.
Diese Bauform war schon damals selten und ist es bis heute geblieben.

Das Empfangsgebäude von 1852
Das Empfangsgebäude stammt aus den Jahren 1852 und 1853.
Es wurde von Julius Eugen Ruhl im Rundbogenstil mit neugotischen Elementen entworfen.
Sogar ein eigenes Fürstenzimmer gehörte einst dazu.
Ende 2011 wurde das denkmalgeschützte Gebäude für einen symbolischen Euro an eine örtliche Ärztin verkauft und danach umgebaut.

Was heute fährt
1970 wurde die Strecke von Altenbeken nach Kassel elektrifiziert.
Der Personenverkehr in Richtung Arolsen endete dagegen schon 1967.
Der südliche Bahnhofsteil ist inzwischen abgebaut, der nördliche auf drei Bahnsteiggleise reduziert.
Westlich des Bahnhofs besteht bis heute ein Bereich für den Güterverkehr.

Eine Hansestadt an der Diemel
Warburg wurde um das Jahr 1010 erstmals schriftlich erwähnt.
Im Mittelalter gehörte die Stadt zur westfälischen Hanse.
Seit dem 19. März 2012 darf Warburg den Zusatz Hansestadt führen.
Die Stadt ist die größte in der fruchtbaren Warburger Börde.

Altstadt und Neustadt auf dem Bergrücken
Warburg bestand lange aus zwei Städten, der Altstadt und der Neustadt.
Die Altstadt liegt im Tal der Diemel, die Neustadt in Höhenlage darüber.
Das Stadtbild ist von historischen Bauten sowie Stein- und Fachwerkhäusern geprägt.
Vieles davon zieht sich malerisch über einen Bergrücken.

Der Desenberg über der Börde
Über der Warburger Börde erhebt sich der Desenberg, ein alter Basaltkegel.
Auf seinem Gipfel stehen die Ruinen einer Burg.
Von weitem ist der Berg das Wahrzeichen der Gegend.
Wer ihn besteigt, blickt weit über die Felder ringsum.

Ankommen in Warburg
Wer in Warburg ankommt, steht an einem der letzten Inselbahnhöfe Westfalens.
Vom Bahnhof am Stadtrand führt der Weg hinunter in die Altstadt an der Diemel.
Dort warten Fachwerkgassen, alte Kirchen und der Blick hinauf zur Neustadt.
Am Horizont grüßt der Desenberg mit seiner Burgruine.

Kleine Dinge, große Wirkung
Im Bahnbetrieb entscheiden oft die kleinen Dinge über den großen Ablauf.
Eine klare Ansage, ein sauberer Bahnsteig, ein pünktlicher Anschluss.
Für sich genommen wirken diese Dinge unscheinbar und beinahe nebensächlich.
In der Summe machen sie den Unterschied zwischen Ärger und Freude.
Wer sie beachtet, macht das Reisen für alle ein Stück angenehmer.
So zeigt sich Qualität bei der Bahn gerade im scheinbar Nebensächlichen.
Die Bahn als Teil des Alltags
Für Millionen Menschen gehört die Bahn ganz selbstverständlich zum Tag dazu.
Sie bringt Pendler zur Arbeit, Schüler zur Schule und Familien zu Ausflügen.
Am Bahnsteig treffen sich für einen Moment die unterschiedlichsten Lebenswege.
Der eine liest, die andere telefoniert, ein Dritter döst vor sich hin.
So ist der Zug nicht nur ein Fahrzeug, sondern ein Stück gelebter Alltag.
Und genau das macht die Bahn zu einem so besonderen öffentlichen Ort.
Häufige Fragen
Wann bekam Warburg seinen Bahnanschluss?
Was ist ein Inselbahnhof?
Wer baute das Empfangsgebäude?
Welche Strecken fahren heute?
Was kann man in Warburg sehen?
Weiterfahrt
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