Ortstermin
„Schaffhausen, bitte alle aussteigen; Anschlusszüge nach Deutschland und in die übrige Schweiz finden Sie auf den gegenüberliegenden Gleisen.“
Der Bahnhof Schaffhausen, Grenzbahnhof am Hochrhein unter dem Munot
→ Ein Ortstermin am Hochrhein.
Lesezeit: 9 Minuten · Schalter: Ortstermin
Kurz gesagt
Der Bahnhof Schaffhausen ist ein Gemeinschaftsbahnhof von Schweizer und Deutscher Bahn und zugleich Grenzbahnhof am Hochrhein. Von hier sind es nur wenige Schritte in die Erkerstadt mit ihrem Munot.
Wer in Schaffhausen ankommt, erreicht einen Bahnhof, der zwei Ländern zugleich gehört.
Über der Stadt wacht der Munot, eine runde Festung aus dem 16. Jahrhundert.
Und nur wenige Kilometer weiter stürzt der Rhein über den größten Wasserfall Europas.

Ein Bahnhof für zwei Länder
Der Bahnhof Schaffhausen ist ein Bahnhof mit zwei Eigentümern.
Er gehört zu rund 65 Prozent den Schweizerischen Bundesbahnen und zu etwa 35 Prozent der deutschen Seite.
Damit ist er ein Gemeinschaftsbahnhof an der Grenze zwischen der Schweiz und Deutschland.
Für die deutsche Hochrheinbahn dient er zugleich als Durchgangsbahnhof.
So treffen hier Züge aus zwei Ländern unter einem Dach zusammen.

Die Rheinfallbahn von 1857
Die erste Eisenbahn erreichte Schaffhausen am 16. April 1857.
An diesem Tag eröffnete die Schweizerische Nordostbahn die Rheinfallbahn über Andelfingen nach Winterthur.
Vor der Eröffnung hatte ein Streit um den richtigen Standort des Bahnhofs getobt.
Der Unternehmer Heinrich Moser wünschte sich den Bahnhof näher am Rheinufer, doch die Bahngesellschaft setzte den heutigen Platz durch.
Das heutige Bahnhofsgebäude entstand dann im Jahr 1869 und löste den ersten, provisorischen Bau ab.

Gut zu wissen
Der Bahnhof Schaffhausen wurde am 16. April 1857 mit der Rheinfallbahn nach Winterthur eröffnet; das heutige Gebäude stammt von 1869.
Er ist ein Gemeinschaftsbahnhof der Schweizer und der Deutschen Bahn und dient als Grenzbahnhof am Hochrhein.
Schaffhausen ist mit rund 39 000 Einwohnern die größte Stadt des gleichnamigen Kantons und trägt wegen seiner rund 300 Erker den Beinamen Erkerstadt.
Der Anschluss nach Deutschland
1866 wurde die Hochrheinbahn zwischen Waldshut und Konstanz fertiggestellt.
Damit erhielt Schaffhausen Anschluss an das Netz der badischen Bahn.
Bis heute führen deutsche Züge von hier nach Singen, Friedrichshafen und bis nach Stuttgart.
Auch der Basler Badische Bahnhof ist über diese Strecke verbunden.
So wurde der Hochrhein früh zu einer wichtigen Linie über die Grenze.

Linien in alle Richtungen
1895 kam die Seelinie nach Stein am Rhein und Kreuzlingen hinzu.
Zwei Jahre später, 1897, wurde die Linie über Eglisau nach Zürich eingeweiht.
Heute fahren die Schweizer Züge über Bülach nach Zürich und über Andelfingen nach Winterthur.
Über Stein am Rhein geht es weiter dem Bodensee entlang nach Romanshorn.
Viele dieser Regionalzüge betreibt die Thurbo, eine Tochter der Bundesbahnen.

Warum hier eine Stadt wuchs
Schaffhausen verdankt seine Entstehung dem Rhein selbst.
Weil der nahe Rheinfall die Schifffahrt unterbrach, mussten die Waren hier umgeladen werden.
Aus diesem Umschlagplatz wuchs um das Jahr 1000 die spätere Stadt.
Viel später, im Jahr 1968, entstand am Rand ein großer Rangierbahnhof, der 1975 endgültig eröffnet wurde.
So blieb der Verkehr über Jahrhunderte der rote Faden in der Geschichte der Stadt.

Die Erkerstadt
Schaffhausen trägt den Beinamen Erkerstadt.
Grund dafür sind die rund 300 Erker, die an den Häusern der Altstadt vorspringen.
Dazu kommen zahlreiche Gebäude aus der Zeit der Renaissance.
Viele Fassaden sind kunstvoll bemalt und erzählen vom früheren Reichtum der Handelsstadt.
Die Altstadt lädt deshalb zu einem langen Bummel ein.

Der Munot über der Stadt
Hoch über der Altstadt steht der Munot, das Wahrzeichen von Schaffhausen.
Die runde Festung stammt aus dem 16. Jahrhundert.
Von ihrem Wehrgang reicht der Blick weit über die Dächer und den Rhein.
Ein kurzer Aufstieg vom Bahnhof genügt, um dort oben zu stehen.
Der Munot gehört zu den bekanntesten Festungen der Schweiz.

Der Rheinfall vor den Toren
Südwestlich der Stadt stürzt der Rhein über den Rheinfall.
Er gilt als der größte Wasserfall Europas.
Er liegt bereits auf dem Gebiet der Nachbarstadt Neuhausen am Rheinfall.
In der Stadt selbst erzählt das Museum zu Allerheiligen von Geschichte, Kunst und Natur.
Es ist im ehemaligen Benediktinerkloster Allerheiligen untergebracht.

Ankommen in Schaffhausen
Ankommen in Schaffhausen heißt, am Hochrhein aus dem Zug zu steigen.
Rund 39 000 Menschen leben in der größten Stadt des gleichnamigen Kantons.
Vom Bahnhof sind es nur wenige Schritte in die Altstadt und hinauf zum Munot.
Wer mag, fährt von hier in kurzer Zeit weiter zum tosenden Rheinfall.
So ist der Grenzbahnhof ein guter Startpunkt für einen Ausflug an den Hochrhein.

Häufige Fragen
Seit wann hat Schaffhausen einen Bahnhof?
Warum gehört der Bahnhof zwei Bahnen?
Welche Züge halten in Schaffhausen?
Was kann man vom Bahnhof aus erreichen?
Wie weit ist es zum Rheinfall?
Weiterfahrt
→ Ortstermin: Winterthur – Winterthur ist der nächste große Halt an der historischen Rheinfallbahn.
→ Ortstermin Schwarzwaldbahn: 149 km, 39 Tunnel, 650 Höhenmeter – die Gebirgsbahn von Offenburg nach Konstanz – Konstanz am Bodensee liegt an der Hochrheinstrecke Richtung Osten.
