Ortstermin
„Der Zug in die Berge nach Huancayo steht bereit, bitte beeilen Sie sich, die Fahrt führt hoch hinauf in die Anden.“
Der Bahnhof Desamparados, Limas altes Tor in die Anden
→ Ein Ortstermin an der Küste Perus.
Lesezeit: 9 Minuten · Schalter: Ortstermin
Kurz gesagt
Der Bahnhof Desamparados steht im historischen Zentrum von Lima, gleich neben dem Regierungspalast. Sein Gebäude von 1912 mit einem Glasdach im Jugendstil war einst der Ausgangspunkt der Bahn hinauf in die Anden.
Der Bahnhof Desamparados liegt am linken Ufer des Flusses Rímac, mitten im alten Herzen von Lima.
Sein heller Bau mit der prächtigen Fassade steht unmittelbar neben dem Regierungspalast von Peru.
Von hier aus brachen einst die Züge zu einer der höchsten Bahnstrecken der Welt auf.

Ein Bahnhof im Herzen von Lima
Der Bahnhof Desamparados steht im historischen Zentrum von Lima, das zum Welterbe der UNESCO gehört.
Er liegt am Jirón Ancash, direkt am Ufer des Flusses Rímac.
Gleich nebenan erhebt sich der Regierungspalast, der Sitz des Staatsoberhaupts von Peru.
Seinen Namen trägt der Bahnhof nach einer alten Kirche, die einst an dieser Stelle stand.
Damit liegt der Bahnhof an einem der geschichtsträchtigsten Orte der Hauptstadt.
Für viele Besucher ist schon das Gebäude selbst ein Ziel.

Das Gebäude von 1912
Ein erster Bahnhof an dieser Stelle entstand bereits um das Jahr 1870.
Das heutige Empfangsgebäude wurde 1912 vollendet.
Entworfen hat es der Architekt Rafael Marquina, für den es die erste große öffentliche Arbeit war.
Die Fassade verbindet französische Formen mit verspielten Zierelementen.
Im Inneren überspannt ein großes Glasdach im Jugendstil die zentrale Halle.
Dieses bunte Oberlicht gilt bis heute als das Herzstück des Baus.

Gut zu wissen
Der Bahnhof Desamparados in Lima geht auf das Jahr 1870 zurück; das heutige Gebäude des Architekten Rafael Marquina wurde 1912 vollendet.
Von hier führte die Zentralbahn Perus hinauf in die Anden bis nach Huancayo.
Seit 2008 beherbergt der denkmalgeschützte Bau die Casa de la Literatura Peruana.
Die Bahn hinauf in die Anden
Vom Bahnhof Desamparados führte die Zentralbahn Perus hinauf in die Anden.
Diese Strecke zählt zu den höchstgelegenen Eisenbahnen der Welt.
In vielen Kehren und Tunneln klettert sie aus der Küstenwüste in das Hochgebirge.
Ihr Ziel war die Bergstadt Huancayo weit im Landesinneren.
Für die Wirtschaft Perus war diese Verbindung über Jahrzehnte von großer Bedeutung.
So war der Bahnhof das Tor zwischen Küste und Gebirge.

Vom Bahnhof zum Haus der Literatur
Im Laufe der Zeit verlor der Bahnhof seine Rolle im täglichen Verkehr.
Im Jahr 1999 ging das Gebäude an das Verkehrsministerium über.
Seit 2008 beherbergt es die Casa de la Literatura Peruana, ein Haus der peruanischen Literatur.
In den alten Hallen finden heute Ausstellungen, Lesungen und eine Bibliothek Platz.
Der Bau blieb dabei weitgehend erhalten und wurde sorgsam hergerichtet.
So lebt der Bahnhof als Ort der Kultur weiter.

Ein Denkmal auf Schienen
Der Bahnhof Desamparados steht seit 1972 als Kulturerbe der Nation unter Schutz.
Als Teil des historischen Zentrums gehört er zudem zum Welterbe der Menschheit.
Regelmäßiger Zugverkehr hält hier heute nicht mehr.
Nur zu besonderen Anlässen fahren noch Züge in die Berge.
Dann erinnert der Bahnhof für kurze Zeit an seine große Vergangenheit.
Den Rest des Jahres ist er ein stilles Denkmal der Eisenbahngeschichte.

Die Plaza Mayor nebenan
Nur wenige Schritte vom Bahnhof entfernt liegt die Plaza Mayor, der Hauptplatz von Lima.
Rings um den Platz stehen der Regierungspalast, das Rathaus und die Kathedrale.
Die Gebäude mit ihren hölzernen Balkonen erzählen von der Zeit der spanischen Kolonie.
Auf dem Platz treffen sich Einheimische und Reisende gleichermaßen.
Er ist der beste Ausgangspunkt für einen Rundgang durch die Altstadt.

Die Altstadt von Lima
Das historische Zentrum von Lima ist reich an Kirchen, Klöstern und alten Palästen.
Enge Straßen führen vorbei an Fassaden aus mehreren Jahrhunderten.
Viele der Bauten stammen aus der Zeit, als Lima die wichtigste Stadt Südamerikas war.
Die hölzernen Balkone über den Gassen sind ein Wahrzeichen der Stadt.
Seit 1991 steht dieses Zentrum auf der Liste des Welterbes.

Am Ufer des Rímac
Hinter dem Bahnhof fließt der Rímac, der Fluss, der Lima mit Wasser versorgt.
Eine alte steinerne Brücke verbindet die Altstadt mit dem Viertel am anderen Ufer.
Dort liegt ein Stadtteil, der für seine Musik und seine Tradition bekannt ist.
Vom Flussufer blicken Besucher zurück auf die Fassade des Bahnhofs.
So bildet der Fluss den ruhigen Rahmen für den alten Bahnhof.

Ankommen in Lima
Ankommen in Lima heißt heute, das alte Bahnhofsgebäude als Haus der Kultur zu betreten.
Unter dem bunten Glasdach beginnt ein Rundgang durch die Welt der peruanischen Literatur.
Gleich vor der Tür warten die Plaza Mayor und der Regierungspalast.
Wer mag, folgt den Gassen der Altstadt bis zum Ufer des Rímac.
So ist der Bahnhof Desamparados der Auftakt zu einem Ortstermin im alten Lima.

Häufige Fragen
Wann wurde der Bahnhof Desamparados gebaut?
Wohin fuhren die Züge von Desamparados?
Was befindet sich heute in dem Bahnhof?
Was ist das Besondere am Gebäude?
Was kann man vom Bahnhof aus erreichen?
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