Zahlen, bitte!
„Nächster Halt Molkenkur, bitte umsteigen zur Königstuhlbahn: Die Heidelberger Bergbahn fährt in zwei Etappen auf den Hausberg.“
Wie lang ist die Heidelberger Bergbahn?
→ Eine Bergbahn in Zahlen.
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Kurz gesagt
Die Heidelberger Bergbahn besteht aus zwei Standseilbahnen, die zusammen rund 1,43 Kilometer lang sind. Die untere Etappe misst 454,6 Meter, die obere 974,5 Meter.
Wer in Heidelberg auf den Königstuhl will, nimmt nicht eine Bahn, sondern zwei.
Am Kornmarkt beginnt die untere Standseilbahn, an der Molkenkur steigt man in die obere um.
Zusammen überwinden beide Abschnitte mehr als vierhundert Höhenmeter.

Die wichtigsten Zahlen
974,5 m
obere Sektion
Molkenkur–Königstuhl
454,6 m
untere Sektion
Kornmarkt–Molkenkur
433,5 m
Höhenunterschied
beide Etappen zusammen
Die untere Bahn fährt in fünf Minuten, die obere braucht neun Minuten für die steilere Strecke.
Zwei Bahnen auf einen Berg
Die Heidelberger Bergbahn ist keine einzelne Linie, sondern die Kombination aus zwei getrennten Standseilbahnen.
Die untere heißt Molkenkurbahn und führt vom Kornmarkt am Rand der Altstadt hinauf zur Molkenkur.
Die obere heißt Königstuhlbahn und bringt die Fahrgäste von der Molkenkur weiter auf den Gipfel.
An der Molkenkur steigt man von der einen in die andere Bahn um.

Die untere Etappe in Zahlen
Die Molkenkurbahn ist 454,6 Meter lang.
Auf dieser Strecke überwindet sie einen Höhenunterschied von 173 Metern.
Die reine Fahrzeit beträgt fünf Minuten.
Dabei fährt der Wagen mit fünf Metern in der Sekunde und ist damit die zügigere der beiden Bahnen.
Gut zu wissen
Die beiden Heidelberger Bahnen sind baulich getrennt und werden an der Molkenkur miteinander verknüpft.
Die obere Bahn fährt mit historischen Wagen von 1907, während die untere Bahn technisch erneuert wurde.
Die obere Etappe in Zahlen
Die Königstuhlbahn ist mit 974,5 Metern mehr als doppelt so lang wie die untere Bahn.
Sie klettert dabei 260,5 Höhenmeter hinauf.
Für diese Strecke braucht sie neun Minuten.
Ihr Tempo liegt bei zwei Metern in der Sekunde und damit deutlich unter dem der unteren Bahn.
Zusammen fast anderthalb Kilometer
Rechnet man beide Abschnitte zusammen, ergibt sich eine Streckenlänge von rund 1429 Metern.
Das sind fast anderthalb Kilometer reine Bahnstrecke den Berg hinauf.
Der gesamte Höhenunterschied vom Kornmarkt bis zum Königstuhl summiert sich auf etwa 433 Meter.
Beide Bahnen fahren auf einer Spurweite von 1000 Millimetern, der sogenannten Meterspur.
Wie eine Standseilbahn arbeitet
Eine Standseilbahn zieht ihre Wagen an einem Seil den Hang hinauf.
Meist hängen zwei Wagen am selben Seil und gleichen sich wie an einem Flaschenzug aus.
Während der eine Wagen nach oben fährt, rollt der andere nach unten.
In der Mitte der Strecke weichen sich die beiden Wagen auf einem kurzen Doppelgleis aus.
Die Spur von einem Meter
Beide Heidelberger Bahnen nutzen die Meterspur mit 1000 Millimetern zwischen den Schienen.
Das ist schmaler als die Normalspur der großen Eisenbahn mit 1435 Millimetern.
Schmale Spuren lassen sich leichter in enge Kurven und steiles Gelände legen.
Für eine Bergbahn ist die Meterspur deshalb eine praktische Wahl.
Vom Wasserballast zum elektrischen Antrieb
Die untere Bahn fuhr anfangs mit Wasserballast, bei dem der obere Wagen mit Wasser beschwert wurde und so den unteren hinaufzog.
Diese Technik kam ohne Motor aus und nutzte allein die Schwerkraft.
Nach dem Bau der oberen Bahn stellte man die untere 1907 auf elektrischen Antrieb um.
Seither fahren beide Bahnen mit Strom.
Die Baugeschichte von 1890 und 1907
Schon um 1873 gab es erste Pläne für eine Bergbahn hinauf zum Schloss und zum Königstuhl.
Im März 1890 ging die untere Sektion vom Kornmarkt zur Molkenkur in Betrieb.
1905 begannen die Bauarbeiten für die obere Sektion.
Im Juni 1907 wurde die Königstuhlbahn eröffnet.
Die ältesten Wagen im Dienst
Die Wagen der oberen Bahn stammen von der Waggonfabrik Fuchs und sind bis heute erhalten.
Seit einer grundlegenden Sanierung im März 2005 sind sie wieder im Einsatz.
Damit gehört die obere Bahn zu den wenigen Bahnen, bei denen die ursprüngliche Technik funktionstüchtig blieb.
Die obere Bergbahn gilt als älteste Standseilbahn in Baden-Württemberg.
Technik unter Denkmalschutz
Die historische obere Bahn steht unter Denkmalschutz.
Neben der jüngeren Standseilbahn in Stuttgart ist sie die einzige in Baden-Württemberg mit original erhaltener, funktionierender Technik.
Bei der Sanierung musste die alte Technik an die heutigen Sicherheitsbestimmungen angepasst werden.
So fährt ein Stück Technikgeschichte weiter im täglichen Betrieb.
Das Ziel ist der Königstuhl
Oben wartet der Königstuhl, der höchste Berg des Kleinen Odenwaldes und der Bergstraße.
Von dort reicht der Blick weit über die Rheinebene.
Die Bahn bringt Ausflügler bequem auf die Höhe, für die man sonst lange steigen müsste.
Auf halbem Weg hält die untere Bahn an einer Mittelstation direkt am Heidelberger Schloss.
Zwei Tempi, zwei Charaktere
Die untere Bahn ist mit fünf Metern in der Sekunde die schnellere der beiden.
Die obere Bahn nimmt sich mit zwei Metern in der Sekunde mehr Zeit.
So dauert die kurze untere Strecke nur fünf Minuten, die lange obere aber neun.
Beide Fahrten zusammen ergeben eine reine Fahrzeit von rund einer Viertelstunde.
Das Schloss als Zwischenziel
Viele Fahrgäste fahren gar nicht bis ganz nach oben.
Sie steigen schon an der Mittelstation aus, um das Heidelberger Schloss zu besichtigen.
Die Bergbahn ist damit zugleich Zubringer zu einer der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt.
Von der Altstadt bis zum Schloss sind es nur wenige Minuten Fahrt.
Eine Bergbahn als Verkehrsmittel
Betrieben werden beide Bahnen von der Heidelberger Straßen- und Bergbahn.
Die Bergbahn ist damit Teil des öffentlichen Nahverkehrs und nicht nur eine Touristenattraktion.
Sie verbindet Technikgeschichte, Ausflugsziel und Alltagsverkehr in einer Linie.
Für Heidelberg ist sie längst ein Wahrzeichen auf Schienen.
Die Bahn und der Klimaschutz
Kaum ein Verkehrsmittel ist so klimafreundlich wie die Bahn.
Sie fährt in Deutschland zu einem großen Teil mit Strom aus erneuerbaren Quellen.
Ein voll besetzter Zug verbraucht je Reisenden viel weniger Energie als das Auto.
Wer von der Straße auf die Schiene wechselt, spart spürbar Treibhausgase.
Deshalb gilt die Bahn als ein wichtiger Baustein der Verkehrswende.
Jede zusätzliche Fahrt mit dem Zug ist damit auch ein kleiner Beitrag fürs Klima.
Zwischen Technik und Menschen
Die Bahn ist ein Zusammenspiel aus ausgefeilter Technik und vielen Händen.
Hinter jedem pünktlichen Zug stehen Lokführer, Fahrdienstleiter und Werkstätten.
Sie sorgen dafür, dass Signale stehen, Weichen greifen und Türen schließen.
Die beste Technik nützt wenig ohne die Menschen, die sie bedienen und warten.
Umgekehrt entlastet moderne Technik die Beschäftigten bei ihrer schweren Arbeit.
Erst beide zusammen bringen den Verkehr Tag für Tag sicher ans Ziel.
