Der Bahnhof Hallstatt, Ankunft per Zug und Schiff am Welterbe-See

Ortstermin

„Nächster Halt Hallstatt, bitte zum Markt in das bereitstehende Schiff umsteigen, die Überfahrt dauert nur wenige Minuten.“

Der Bahnhof Hallstatt, Ankunft per Zug und Schiff am Welterbe-See

→ Ein Ortstermin im Salzkammergut.

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Kurz gesagt

Die Haltestelle Hallstatt der Salzkammergutbahn wurde 1877 am Ostufer des Sees eröffnet, rund einen Kilometer vom Ort entfernt. Seither bringt ein Schiff die Reisenden über das Wasser in den Welterbe-Markt.

Hallstatt ist eine kleine Marktgemeinde mit rund 740 Einwohnern im inneren Salzkammergut im Bundesland Oberösterreich.

Der Ort klebt an einem schmalen Streifen zwischen steilem Berg und tiefem See und zählt seit 1997 zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Sein Bahnhof liegt allerdings nicht im Ort selbst, sondern am gegenüberliegenden Ufer, und genau das macht die Anreise zu einem kleinen Erlebnis.

Hallstatt train station 02
Foto: Herzi Pinki, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Ein Bahnhof am falschen Ufer

Als die Salzkammergutbahn gebaut wurde, war im engen Ort kein Platz für Gleise und einen Bahnsteig.

Die Planer legten die Haltestelle deshalb 1877 an das etwa einen Kilometer entfernte Ostufer des Hallstätter Sees.

Wer mit dem Zug kommt, steht also zunächst auf der dem Markt gegenüberliegenden Seeseite.

Vom Dorf aus gesehen wirkt der kleine Bahnhof wie ein Fremdkörper am bewaldeten Hang.

Hallstatt train station hiking signs
Foto: Herzi Pinki, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Das Schiff als Verlängerung des Zuges

Den letzten Abschnitt der Reise übernimmt seit jeher ein Schiff, das zu den ankommenden Zügen über den See fährt.

Diese Verbindung galt lange als Besonderheit und wurde auf alten Verkehrskarten sogar als einzige österreichische Postlinie per Schiff geführt.

Die Überfahrt dauert nur wenige Minuten, öffnet aber eines der schönsten Panoramen, die ein Bahnreisender in Österreich erleben kann.

Langsam schiebt sich der Ort mit Kirchturm, Marktplatz und den übereinandergestapelten Häusern ins Bild.

Hallstatt train station 01
Foto: Herzi Pinki, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Gut zu wissen

Die Haltestelle Hallstatt wurde 1877 an der Salzkammergutbahn eröffnet und liegt am Ostufer, rund einen Kilometer vom Markt entfernt.

Ein Schiff bringt die Reisenden im Takt der Züge über den See in den Ort; die Überfahrt dauert nur wenige Minuten.

Wichtige Umsteigeknoten sind Attnang-Puchheim an der Westbahn und Stainach-Irdning an der Ennstalbahn.

Die Salzkammergutbahn

Die Haltestelle liegt an der Salzkammergutbahn, die Stainach-Irdning über Bad Ischl mit Attnang-Puchheim verbindet.

In Attnang-Puchheim besteht Anschluss an die Westbahn zwischen Wien, Linz und Salzburg, in Stainach-Irdning an die Ennstalbahn.

So lässt sich Hallstatt ohne Auto aus vielen Richtungen erreichen, von Linz und Salzburg ebenso wie von Graz.

Die Strecke bedient Pendler, Kurgäste der Bäder Gmunden, Bad Ischl und Bad Goisern und vor allem Touristen.

Hallstatt train station 03
Foto: Herzi Pinki, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Ein Ort, der nur über Umwege wuchs

Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war Hallstatt nur mit dem Schiff oder zu Fuß über schmale Saumpfade erreichbar.

Eine durchgehende Straße von Gosaumühle her entstand erst 1875, kurz vor dem Bahnbau.

Im Ort selbst war der Platz zwischen Fels und Wasser so knapp, dass Nachbarhäuser teils nur über Dachböden verbunden waren.

Der sogenannte obere Weg führte als schmaler Gang quer durch die Dachstühle der Seehäuser.

Hallstatt 2014 ()
Foto: beta.robot, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

Salz seit Jahrtausenden

Hallstatt verdankt seinen Namen und seinen Reichtum dem Salz, das hier seit der Jungsteinzeit abgebaut wird.

Das Salzbergwerk oberhalb des Ortes gilt als das älteste der Welt, in dem noch heute Besucher einfahren können.

1846 entdeckte der Bergmeister Johann Georg Ramsauer hoch über dem See ein riesiges prähistorisches Gräberfeld.

Nach diesen Funden benannten Forscher eine ganze Epoche der älteren Eisenzeit, die Hallstattzeit zwischen 800 und 450 vor Christus.

Hallstatt 2014 ()
Foto: beta.robot, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

Der Markt und seine Kirchen

Über den Dächern thront die spätgotische Pfarrkirche Maria am Berg, die 1505 fertiggestellt wurde.

Neben ihr liegt das vielleicht bekannteste und zugleich beklemmendste Denkmal des Ortes, das Beinhaus im Karner.

Weil der Friedhof am Hang kaum Platz bietet, wurden hier über Jahrhunderte kunstvoll bemalte Schädel aufbewahrt.

Am Seeufer reihen sich enge Gassen, schmale Plätze und hölzerne Balkone, die dem Ort sein unverwechselbares Bild geben.

Hallstatt 2014 ()
Foto: beta.robot, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

Berge, Höhlen und ein Welterbe

1997 nahm die UNESCO Hallstatt gemeinsam mit dem Dachstein und dem Salzkammergut in die Welterbeliste auf.

Es ist eine von nur wenigen Stätten weltweit, die zugleich als Natur- und als Kulturerbe anerkannt sind.

Im Nachbarort Obertraun locken die Rieseneishöhle und die Mammuthöhle tief in den Dachstein hinein.

Vom Aussichtspunkt beim Rudolfsturm fällt der Blick steil auf See und Markt hinab.

Hallstatt 2014 ()
Foto: beta.robot, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

Mit dem Zug statt mit dem Reisebus

Hallstatt ist in den vergangenen Jahren zu einem Sinnbild für überlaufenen Tourismus geworden.

Gerade deshalb ist die Anreise mit der Bahn und dem Schiff die ruhigere und stimmungsvollere Wahl.

Wer früh am Morgen oder am späten Nachmittag kommt, erlebt den Ort noch ohne die größten Besucherströme.

Das Schiff ist auf die Fahrpläne der Züge abgestimmt, sodass der Umstieg meist reibungslos gelingt.

Hallstatt 2014 ()
Foto: beta.robot, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

Ankommen in Hallstatt

Ankommen in Hallstatt heißt, den Zug zu verlassen und sofort das Wasser vor sich zu haben.

Das Schiff legt ab, der Motor tuckert, und der Ort schwebt langsam näher über den spiegelnden See.

Wer von Bord geht, steht mitten im Welterbe, zwischen Marktplatz, Seepromenade und dem Weg hinauf zum Salzberg.

Nur wenige Bahnhöfe der Alpen schenken ihren Gästen einen so ungewöhnlichen letzten Reisekilometer.

Hallstatt 2014 ()
Foto: beta.robot, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

Häufige Fragen

Warum liegt der Bahnhof Hallstatt nicht im Ort?
Im engen Ort zwischen Berg und See war kein Platz für Gleise, deshalb wurde die Haltestelle 1877 am gegenüberliegenden Ostufer gebaut.
Wie kommt man vom Bahnhof in den Ort?
Ein Schiff fährt zu den ankommenden Zügen über den Hallstätter See und bringt die Reisenden in wenigen Minuten zum Markt.
An welcher Strecke liegt Hallstatt?
Die Haltestelle liegt an der Salzkammergutbahn zwischen Stainach-Irdning, Bad Ischl und Attnang-Puchheim.
Seit wann zählt Hallstatt zum Welterbe?
Die UNESCO nahm Hallstatt 1997 gemeinsam mit dem Dachstein und dem Salzkammergut in die Liste des Welterbes auf.
Was macht Hallstatt historisch so bedeutend?
Nach den prähistorischen Grabfunden von 1846 ist die ältere Eisenzeit als Hallstattzeit benannt; das Salzbergwerk gilt als das älteste der Welt.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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