Ortstermin
„Nächster Halt Hallstatt, bitte zum Markt in das bereitstehende Schiff umsteigen, die Überfahrt dauert nur wenige Minuten.“
Der Bahnhof Hallstatt, Ankunft per Zug und Schiff am Welterbe-See
→ Ein Ortstermin im Salzkammergut.
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Kurz gesagt
Die Haltestelle Hallstatt der Salzkammergutbahn wurde 1877 am Ostufer des Sees eröffnet, rund einen Kilometer vom Ort entfernt. Seither bringt ein Schiff die Reisenden über das Wasser in den Welterbe-Markt.
Hallstatt ist eine kleine Marktgemeinde mit rund 740 Einwohnern im inneren Salzkammergut im Bundesland Oberösterreich.
Der Ort klebt an einem schmalen Streifen zwischen steilem Berg und tiefem See und zählt seit 1997 zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Sein Bahnhof liegt allerdings nicht im Ort selbst, sondern am gegenüberliegenden Ufer, und genau das macht die Anreise zu einem kleinen Erlebnis.

Ein Bahnhof am falschen Ufer
Als die Salzkammergutbahn gebaut wurde, war im engen Ort kein Platz für Gleise und einen Bahnsteig.
Die Planer legten die Haltestelle deshalb 1877 an das etwa einen Kilometer entfernte Ostufer des Hallstätter Sees.
Wer mit dem Zug kommt, steht also zunächst auf der dem Markt gegenüberliegenden Seeseite.
Vom Dorf aus gesehen wirkt der kleine Bahnhof wie ein Fremdkörper am bewaldeten Hang.

Das Schiff als Verlängerung des Zuges
Den letzten Abschnitt der Reise übernimmt seit jeher ein Schiff, das zu den ankommenden Zügen über den See fährt.
Diese Verbindung galt lange als Besonderheit und wurde auf alten Verkehrskarten sogar als einzige österreichische Postlinie per Schiff geführt.
Die Überfahrt dauert nur wenige Minuten, öffnet aber eines der schönsten Panoramen, die ein Bahnreisender in Österreich erleben kann.
Langsam schiebt sich der Ort mit Kirchturm, Marktplatz und den übereinandergestapelten Häusern ins Bild.

Gut zu wissen
Die Haltestelle Hallstatt wurde 1877 an der Salzkammergutbahn eröffnet und liegt am Ostufer, rund einen Kilometer vom Markt entfernt.
Ein Schiff bringt die Reisenden im Takt der Züge über den See in den Ort; die Überfahrt dauert nur wenige Minuten.
Wichtige Umsteigeknoten sind Attnang-Puchheim an der Westbahn und Stainach-Irdning an der Ennstalbahn.
Die Salzkammergutbahn
Die Haltestelle liegt an der Salzkammergutbahn, die Stainach-Irdning über Bad Ischl mit Attnang-Puchheim verbindet.
In Attnang-Puchheim besteht Anschluss an die Westbahn zwischen Wien, Linz und Salzburg, in Stainach-Irdning an die Ennstalbahn.
So lässt sich Hallstatt ohne Auto aus vielen Richtungen erreichen, von Linz und Salzburg ebenso wie von Graz.
Die Strecke bedient Pendler, Kurgäste der Bäder Gmunden, Bad Ischl und Bad Goisern und vor allem Touristen.

Ein Ort, der nur über Umwege wuchs
Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war Hallstatt nur mit dem Schiff oder zu Fuß über schmale Saumpfade erreichbar.
Eine durchgehende Straße von Gosaumühle her entstand erst 1875, kurz vor dem Bahnbau.
Im Ort selbst war der Platz zwischen Fels und Wasser so knapp, dass Nachbarhäuser teils nur über Dachböden verbunden waren.
Der sogenannte obere Weg führte als schmaler Gang quer durch die Dachstühle der Seehäuser.

Salz seit Jahrtausenden
Hallstatt verdankt seinen Namen und seinen Reichtum dem Salz, das hier seit der Jungsteinzeit abgebaut wird.
Das Salzbergwerk oberhalb des Ortes gilt als das älteste der Welt, in dem noch heute Besucher einfahren können.
1846 entdeckte der Bergmeister Johann Georg Ramsauer hoch über dem See ein riesiges prähistorisches Gräberfeld.
Nach diesen Funden benannten Forscher eine ganze Epoche der älteren Eisenzeit, die Hallstattzeit zwischen 800 und 450 vor Christus.

Der Markt und seine Kirchen
Über den Dächern thront die spätgotische Pfarrkirche Maria am Berg, die 1505 fertiggestellt wurde.
Neben ihr liegt das vielleicht bekannteste und zugleich beklemmendste Denkmal des Ortes, das Beinhaus im Karner.
Weil der Friedhof am Hang kaum Platz bietet, wurden hier über Jahrhunderte kunstvoll bemalte Schädel aufbewahrt.
Am Seeufer reihen sich enge Gassen, schmale Plätze und hölzerne Balkone, die dem Ort sein unverwechselbares Bild geben.

Berge, Höhlen und ein Welterbe
1997 nahm die UNESCO Hallstatt gemeinsam mit dem Dachstein und dem Salzkammergut in die Welterbeliste auf.
Es ist eine von nur wenigen Stätten weltweit, die zugleich als Natur- und als Kulturerbe anerkannt sind.
Im Nachbarort Obertraun locken die Rieseneishöhle und die Mammuthöhle tief in den Dachstein hinein.
Vom Aussichtspunkt beim Rudolfsturm fällt der Blick steil auf See und Markt hinab.

Mit dem Zug statt mit dem Reisebus
Hallstatt ist in den vergangenen Jahren zu einem Sinnbild für überlaufenen Tourismus geworden.
Gerade deshalb ist die Anreise mit der Bahn und dem Schiff die ruhigere und stimmungsvollere Wahl.
Wer früh am Morgen oder am späten Nachmittag kommt, erlebt den Ort noch ohne die größten Besucherströme.
Das Schiff ist auf die Fahrpläne der Züge abgestimmt, sodass der Umstieg meist reibungslos gelingt.

Ankommen in Hallstatt
Ankommen in Hallstatt heißt, den Zug zu verlassen und sofort das Wasser vor sich zu haben.
Das Schiff legt ab, der Motor tuckert, und der Ort schwebt langsam näher über den spiegelnden See.
Wer von Bord geht, steht mitten im Welterbe, zwischen Marktplatz, Seepromenade und dem Weg hinauf zum Salzberg.
Nur wenige Bahnhöfe der Alpen schenken ihren Gästen einen so ungewöhnlichen letzten Reisekilometer.

Häufige Fragen
Warum liegt der Bahnhof Hallstatt nicht im Ort?
Wie kommt man vom Bahnhof in den Ort?
An welcher Strecke liegt Hallstatt?
Seit wann zählt Hallstatt zum Welterbe?
Was macht Hallstatt historisch so bedeutend?
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