Ortstermin
„Bischofshofen, Knotenbahnhof im Pongau, Anschluss nach Salzburg, Innsbruck und Graz, bitte die Wagenreihung beachten.“
Der Bahnhof Bischofshofen, Knoten im Pongau zwischen drei Alpenbahnen
→ Ein Ortstermin im Salzburger Pongau.
Lesezeit: 9 Minuten · Schalter: Ortstermin
Kurz gesagt
Bischofshofen wurde 1870 als Bahnknoten erschlossen und wuchs ab 1875 mit Giselabahn und Kronprinz-Rudolf-Bahn zur Eisenbahnstadt. Heute kreuzen sich hier die Salzburg-Tiroler-Bahn und die Ennstalbahn.
Bischofshofen ist eine Stadt mit rund 10.800 Einwohnern im Bezirk St. Johann im Pongau im Bundesland Salzburg.
Sie liegt etwa 50 Kilometer südlich der Landeshauptstadt Salzburg auf rund 550 Metern Höhe an der Salzach.
Ihr Aufstieg vom bäuerlichen Ort zur Stadt ist eng mit der Eisenbahn verbunden, die hier gleich mehrere Linien zusammenführt.

Vom Bauerndorf zur Eisenbahnstadt
Das zuvor kleinbürgerlich-bäuerliche Bischofshofen wurde 1870 als Bahnknotenpunkt erschlossen.
Der wirtschaftliche Aufschwung kam 1875 mit dem Anschluss an die Giselabahn in Richtung Salzburg und Wörgl.
Im selben Jahr band die Kronprinz-Rudolf-Bahn den Ort in Richtung Radstadt und das Ennstal ein.
Aus dem Dorf an der Salzach wurde so binnen weniger Jahre ein wichtiger Umschlagplatz der Alpenbahnen.

Ein Kreuz aus drei Richtungen
Heute ist der Bahnhof Bischofshofen der Knotenpunkt von Salzburg-Tiroler-Bahn und Ennstalbahn.
Über diese Linien laufen die Verbindungen zwischen Salzburg, Innsbruck und Graz zusammen.
Über die nahe Tauernbahn besteht zudem Anschluss in Richtung Kärnten und Klagenfurt.
Für viele Reisende ist Bischofshofen deshalb vor allem ein Ort zum Umsteigen.

Gut zu wissen
Bischofshofen wurde 1870 als Bahnknoten erschlossen und 1875 an Giselabahn und Kronprinz-Rudolf-Bahn angebunden.
Heute kreuzen sich hier Salzburg-Tiroler-Bahn und Ennstalbahn mit Anschluss über die Tauernbahn nach Kärnten.
Das 1945 zerstörte Empfangsgebäude wurde neu errichtet, 2003 folgte eine umfassende Modernisierung.
Ein Bahnhof, zweimal neu gebaut
1945, am Ende des Zweiten Weltkriegs, wurde das Bahnhofsgebäude vollständig zerstört und musste neu errichtet werden.
2003 schloss die Bahn eine umfassende Modernisierung der Knotenstation ab.
Dabei entstand ein moderner Umsteigepunkt mit neuen Bahnsteigen und Zugängen.
Im Zuge des Umbaus wurde auch das angrenzende Stadtzentrum neu gestaltet.

Wie die Schiene die Stadt formte
Die Bedeutung der Bahn lässt sich bis heute im Straßenbild ablesen.
Als die alte Hauptstraße zu eng wurde, baute man 1930 die breite Bahnhofstraße zur neuen Lebensader aus.
Rund um den Bahnhof entstand ein eigenes Viertel, das heute den Kern der jungen Stadt bildet.
Gut drei Viertel der Gemeindebevölkerung leben in diesem zentralen Stadtteil entlang der Salzach.

Kirchen und ein uralter Siedlungsplatz
Über der Stadt steht die katholische Pfarrkirche zum heiligen Maximilian, das älteste Wahrzeichen des Ortes.
Das Museum am Kastenturm bei der Pfarrkirche zeigt die rund fünftausendjährige Siedlungsgeschichte der Region.
Auf einer Geländestufe erhebt sich die Filialkirche Unserer Lieben Frau über dem Ort.
Die romanische Georgikirche dient als Gedächtniskapelle an den Ersten Weltkrieg.

Wasserfall, Burgruine und Aussicht
Oberhalb der Stadt stürzt der Gainfeldwasserfall über eine Felsstufe ins Tal.
Über ihm liegen die Reste der Ruine Bachsfall, der alten Burg Pongau.
Vom Buchberg mit seiner kleinen Kirche öffnet sich ein weiter Blick über das Salzachtal und das Fritztal.
Das Missionshaus St. Rupert mit seiner Kirche geht auf eine Gründung des heiligen Arnold Janssen zurück.

Die Schanze über den Gleisen
Bekannt ist Bischofshofen vor allem als Austragungsort des Abschlussspringens der Vierschanzentournee.
Die Paul-Außerleitner-Schanze am Hang über der Stadt ist zum Jahreswechsel das Ziel der Skispringer und ihrer Fans.
Viele Zuschauer reisen mit Sonderzügen an, sodass der Knotenbahnhof an diesem Tag besonders stark ausgelastet ist.
Für ein paar Stunden wird die kleine Pongauer Stadt dann zum Mittelpunkt des Wintersports.

Tor in die Berge
Für Wanderer und Skifahrer ist Bischofshofen ein praktischer Ausgangspunkt in die umliegenden Täler.
Von hier aus erschließen sich das Ennstal, das Gasteinertal und die Skiregionen des Pongaus.
Wer ohne Auto unterwegs ist, findet im Knotenbahnhof Anschlüsse in fast alle Himmelsrichtungen.
So bleibt der Ort, dessen Aufstieg mit der Bahn begann, bis heute ein Drehkreuz des alpinen Verkehrs.

Ankommen in Bischofshofen
Ankommen in Bischofshofen heißt, zwischen hohen Bergen auf einem belebten Bahnsteig zu stehen.
Von der Salzach weht kühle Luft herauf, über der Stadt zeichnet sich die Schanze gegen den Himmel ab.
Wer aussteigt, spürt schnell, dass hier seit anderthalb Jahrhunderten Züge aus drei Richtungen aufeinandertreffen.
Der Weg in die Altstadt, zu den Kirchen und hinauf zum Buchberg beginnt gleich vor dem Bahnhofsgebäude.

Häufige Fragen
Welche Bahnlinien kreuzen sich in Bischofshofen?
Seit wann ist Bischofshofen ein Bahnknoten?
Wofür ist Bischofshofen bekannt?
Wurde der Bahnhof im Krieg zerstört?
Eignet sich Bischofshofen als Ausgangspunkt für Ausflüge?
Weiterfahrt
→ Der Bahnhof Freilassing, letzter Halt vor Salzburg – die Bezirkshauptstadt St. Johann im Pongau, wenige Minuten südlich an derselben Achse
→ Der Bahnhof Salzburg Hauptbahnhof, Tor nach Deutschland – Radstadt im Ennstal, erreichbar über die abzweigende Ennstalbahn
