Ortstermin
„Nächster Halt Gengenbach, bitte an der alten Reichsstadt und ihren Türmen aussteigen.“
Der Bahnhof Gengenbach, wo die Schwarzwaldbahn am Fachwerk vorbeizieht
→ Ein Ortstermin im vorderen Kinzigtal im Schwarzwald.
Lesezeit: 9 Minuten · Schalter: Ortstermin
Kurz gesagt
Gengenbach liegt an der Schwarzwaldbahn zwischen Offenburg und dem Schwarzwald. Vom Bahnhof sind es nur wenige hundert Meter bis in die alte Reichsstadt.
Gengenbach ist eine ehemalige Reichsstadt im Ortenaukreis und liegt im vorderen Kinzigtal, rund zehn Kilometer südöstlich von Offenburg.
Die Schwarzwaldbahn von Offenburg nach Singen bindet die Stadt an das große Schienennetz an.
Der Bahnhof liegt so nah an der Altstadt, dass der erste Blick nach dem Aussteigen schon den Fachwerkhäusern gehört.

Ein Halt an der Schwarzwaldbahn
Der Bahnhof Gengenbach liegt an der Schwarzwaldbahn, der Strecke von Offenburg über Hausach und Triberg nach Singen und Konstanz.
Sowohl Züge der Deutschen Bahn als auch der SWEG halten hier und verbinden die Stadt mit dem Kinzigtal und der Rheinebene.
Offenburg als nächster großer Knoten ist nur wenige Minuten entfernt und öffnet den Weg in den Fernverkehr.
Die Adresse des Bahnhofs lautet schlicht Bahnhofstraße 3, mitten im gewachsenen Ort.
Damit ist der kleine Bahnhof ein verlässlicher Ausgangspunkt für Ausflüge in beide Richtungen des Tals.

Der erste Zug von 1866
Am 2. Juli 1866 eröffneten die badischen Bahnen den Abschnitt Offenburg–Hausach der Schwarzwaldbahn, und der erste Zug hielt in Gengenbach.
Im selben Jahr wurde das Bahnhofsgebäude gebaut und in Betrieb genommen.
1890 entstand gegenüber eine Bahnhofsgaststätte, die 1998 abgerissen und durch einen Wohnkomplex ersetzt wurde.
So erzählt schon das Umfeld des Bahnhofs ein Stück Verkehrsgeschichte der Stadt.

Gut zu wissen
Gengenbach liegt an der Schwarzwaldbahn zwischen Offenburg und Villingen und wird von Zügen der Deutschen Bahn und der SWEG bedient.
Der Bahnhof an der Bahnhofstraße 3 ist nur wenige hundert Meter von der Altstadt entfernt.
Die Schwarzwaldbahn wurde ab 1972 elektrifiziert, der Abschnitt Offenburg–Villingen war 1975 fertig.
Strom für die Bergstrecke
Ab 1972 wurde die Schwarzwaldbahn elektrifiziert, damit die schweren Züge die Steigungen im Gebirge leichter bewältigen.
Der Abschnitt von Offenburg bis Villingen war am 28. September 1975 fertiggestellt.
Seither fahren die Züge ohne Lokwechsel durch das enge Kinzigtal hinauf in den Schwarzwald.
Gengenbach profitiert davon mit dichten und verlässlichen Verbindungen im Nahverkehr.

Gleise, Bahnsteige und ein alter Güterschuppen
Der Bahnhof verfügt über zwei Durchgangsgleise mit je einem Seitenbahnsteig, wobei an Gleis 1 das Empfangsgebäude steht.
Das westlichste Bahnsteiggleis wurde inzwischen abgebaut, in Richtung Offenburg blieben ein Überholgleis und ein Nebengleis erhalten.
Nordöstlich des Bahnhofs steht noch ein Güterschuppen, der heute nicht mehr für den Güterverkehr genutzt wird.
Einige hundert Meter südlich erinnert am Bahnübergang ein ehemaliges Bahnwärterhaus an frühere Zeiten.

Der Bahnhof gehört jetzt der Stadt
Im Jahr 2022 kaufte die Stadt Gengenbach den Bahnhof samt Nebengebäuden von der Deutschen Bahn.
Die Anlagen sind allerdings weiter an Gesellschaften der Bahn vermietet, sodass der Betrieb wie gewohnt läuft.
Ein Stück Verkehrsgeschichte steckt im Flößerei- und Verkehrsmuseum, das in einem 1902 erbauten Bahnwärterhaus untergebracht ist.
So bleibt die Eisenbahn in Gengenbach auch ein Thema fürs Museum.

Fachwerk und eine Türmesilhouette
Gengenbach hat sich eine geschlossene Türmesilhouette bewahrt, gebildet aus zwei Kirchtürmen und fünf Türmen der einstigen Stadtbefestigung.
Zur Befestigung gehören der Schwedenturm, der Prälatenturm, das Obertor, das Kinzigtor und der Niggelturm aus dem 14. bis 16. Jahrhundert.
Der 36 Meter hohe Niggelturm beherbergt ein Narrenmuseum und bietet eine umlaufende Aussichtsgalerie.
Die historische Altstadt mit ihren vielen Fachwerkhäusern liegt an der Deutschen Fachwerkstraße.
Die Engelgasse, eine leicht geschwungene Fachwerkgasse, gehört zu den stimmungsvollsten Ecken der Stadt.

Das größte Adventskalenderhaus
In der Vorweihnachtszeit verwandelt sich das Gengenbacher Rathaus in das weltgrößte Adventskalenderhaus.
Hinter den Fenstern der Barockfassade öffnet sich dann Abend für Abend ein neues Bild.
Zum Kulturangebot gehören außerdem das Museum Haus Löwenberg und ein Kunst- und Paramentenmuseum im Mutterhaus der Franziskanerinnen.
Gengenbach ist damit weit über das Kinzigtal hinaus bekannt.

Wanderwege ringsum
Gengenbach ist Ausgangspunkt des Schwarzwald-Querwegs nach Alpirsbach und liegt am Kandelhöhenweg.
Auch der Kinzigtäler Jakobusweg führt durch die Stadt und verbindet sie mit dem Netz der Pilgerwege.
Über der Stadt steht die Jakobuskapelle, das sogenannte Bergle, ein weithin sichtbares Wahrzeichen.
Von dort reicht der Blick über die Dächer der Altstadt hinein ins Tal.

Ankommen in Gengenbach
Ankommen in Gengenbach heißt, den Bahnsteig zu verlassen und schon nach wenigen Minuten vor den ersten Fachwerkgiebeln zu stehen.
Vom Bahnhof an der Bahnhofstraße sind es nur wenige hundert Meter bis zum Marktplatz.
Wer mag, steigt zuerst auf den Niggelturm und ordnet von oben die Türme und Gassen.
Danach lädt die alte Reichsstadt zu einem gemächlichen Bummel durch ihre Geschichte ein.

Häufige Fragen
Wann hielt der erste Zug in Gengenbach?
Welche Bahnstrecke führt durch Gengenbach?
Wie weit ist es vom Bahnhof in die Altstadt?
Wem gehört der Bahnhof heute?
Was macht Gengenbach in der Adventszeit bekannt?
Weiterfahrt
→ Ortstermin Schwarzwaldbahn: 149 km, 39 Tunnel, 650 Höhenmeter – die Gebirgsbahn von Offenburg nach Konstanz – Offenburg ist der große Bahnknoten am Fuß des Kinzigtals und nur wenige Minuten entfernt.
→ Ortstermin: Offenburg – Haslach im Kinzigtal lockt mit einer dicht gebauten Fachwerk-Altstadt.
