Ortstermin
„Nächster Halt Schiltach, bitte zur Flößerstadt an Kinzig und Schiltach aussteigen.“
Der Bahnhof Schiltach, wo zwei Bahnstrecken die Flößerstadt erreichen
→ Ein Ortstermin im Kinzigtal im mittleren Schwarzwald.
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Kurz gesagt
Schiltach ist eine Fachwerkstadt an Kinzig und Schiltach mit dem Beinamen Flößerstadt. Der Bahnhof liegt nordwestlich der Altstadt, ein zweiter Halt bringt Reisende noch näher an den Marktplatz.
Schiltach liegt im Landkreis Rottweil im Schwarzwald, dort wo die Schiltach in die Kinzig mündet.
Die Stadt trägt den Beinamen Flößerstadt und wurde 2025 von der Weltorganisation für Tourismus als eines der Best Tourism Villages ausgezeichnet.
Der Bahnhof und ein zweiter Haltepunkt bringen Reisende auf der Kinzigtalbahn mitten hinein in diese Fachwerkwelt.

Zwei Strecken treffen sich
Der Bahnhof Schiltach liegt am Treffpunkt der Bahnstrecke Eutingen im Gäu–Schiltach und der Bahnstrecke Hausach–Schiltach.
Auf der Kinzigtalbahn fahren die Züge werktags im Stundentakt nach Freudenstadt und nach Hausach.
Betrieben wird der Verkehr von der SWEG, die ihre Züge als Ortenau-S-Bahn vermarktet.
So ist die kleine Flößerstadt in beide Richtungen des Tals gut angebunden.
Der Bahnhof selbst liegt nördlich der Kinzig, nordwestlich der Altstadt.

Die Eröffnung von 1886
Am 4. November 1886 wurde die von Hausach kommende badische Strecke von Wolfach bis Schiltach verlängert.
Am selben Tag ging die württembergische Strecke von Freudenstadt nach Schiltach in Betrieb.
Damit wurde Schiltach zu einem Treffpunkt zweier Bahnverwaltungen mitten im Schwarzwald.
Der kleine Ort bekam so früh eine überraschend gute Lage im Netz.

Gut zu wissen
Schiltach liegt an der Kinzigtalbahn und wird werktags im Stundentakt von der SWEG nach Freudenstadt und Hausach bedient.
Neben dem Bahnhof gibt es den Haltepunkt Schiltach Mitte, der näher am Ortskern liegt.
Die Altstadt steht seit 1971 als Gesamtanlage unter Denkmalschutz.
Die verschwundene Strecke nach Schramberg
Von 1892 bis 1991 war Schiltach außerdem Ausgangspunkt der Bahnstrecke nach Schramberg.
1959 wurde auf dieser Strecke der Personenverkehr aufgegeben, 1990 folgte das Ende des Güterverkehrs.
Inzwischen ist der Gleiskörper entfernt, und an der alten Strecke gab es einst den Haltepunkt Schiltach Stadt.
Von diesem Zweig ist im Ort heute nur noch die Erinnerung geblieben.

Ein zweiter Halt näher am Markt
Seit der Einstellung des Verkehrs nach Schramberg gibt es den Haltepunkt Schiltach Mitte.
Er liegt an Kilometer 54,1 der Strecke aus Eutingen im Gäu und ist betrieblich ein Teil des Bahnhofs Schiltach.
Dieser Halt liegt näher am Ortskern als der eigentliche Bahnhof.
So halten alle planmäßigen Reisezüge gleich an zwei Stellen der Stadt.

Wo einst die Drehscheibe stand
Anfang der 1970er Jahre hatte der Bahnhof noch drei Durchgangsgleise an einem Haus- und einem Inselbahnsteig.
Im Norden und Westen lagen mehrere Abstell- und Ladegleise mit Seiten- und Kopframpe.
Am östlichen Bahnhofskopf gab es einen Lokomotivschuppen mit Drehscheibe und einen angegliederten Wasserturm.
Diese Gebäude wurden abgerissen, heute liegt dort ein Parkplatz, auf dem die Lage der Drehscheibe noch erkennbar ist.

Eine Altstadt unter Denkmalschutz
Die Altstadt von Schiltach steht seit 1971 als Gesamtanlage unter Denkmalschutz.
Besonders der Marktplatz mit dem Rathaus ist sehenswert, das nach Plänen des Landesbaumeisters Heinrich Schickhardt entstand.
In der Gerbergasse im Vorstädtle reihen sich Fachwerkhäuser aus dem 16. bis 19. Jahrhundert in seltener Geschlossenheit.
Die Stadt gehört zur Deutschen Fachwerkstraße und zur Kulturstraße Heinrich Schickhardt.

Flößer, Gerber und ein Wasserrad
Das Schüttesäge-Museum zeigt die Holz- und Waldwirtschaft, die Flößerei und eine alte Säge mit unterschlächtigem Wasserrad.
Im Museum am Markt geht es um Stadtgeschichte, Industrialisierung und Handwerk.
Das Apothekenmuseum bewahrt eine Biedermeier-Apotheke am Marktplatz mit ihren alten Geräten.
So wird verständlich, wovon die Menschen an Kinzig und Schiltach früher lebten.

Wasser, Bad und Design
In Schiltach hat das Unternehmen Hansgrohe ein Museum für Wasser, Bad und Design eingerichtet.
Es erzählt von der Entstehung des Bades und der Badekultur.
Zu den ältesten Bauwerken zählen das Rathaus von 1593 und das Gasthaus zum Adler von 1604.
Das Jägerhäusle von 1590 und die evangelische Stadtkirche aus den Jahren 1839 bis 1843 ergänzen das Bild.

Ankommen in Schiltach
Ankommen in Schiltach heißt, zwischen den bewaldeten Hängen des Kinzigtals auszusteigen und das Rauschen der Flüsse zu hören.
Vom Haltepunkt Schiltach Mitte ist der Weg zum Marktplatz besonders kurz.
Wer dem Gefälle der Gassen folgt, steht bald zwischen den engen Fachwerkgiebeln der Gerbergasse.
Von dort ist es nur ein kleiner Schritt bis ans Ufer, wo die Flößer einst ihre Stämme zu Wasser ließen.

Warum die Bahn für das ganze Land zählt
Die Bahn bringt Tag für Tag sehr viele Menschen sicher ans Ziel.
Sie verbindet große Städte mit kleinen Dörfern und hält so das Land zusammen.
Bei Wind und Wetter fährt sie, wenn andere Verkehrsmittel längst stehen.
Ein gut gefüllter Zug ersetzt viele Autos und entlastet damit die Straßen.
Zugleich schont die Schiene die Umwelt, weil sie je Reisenden wenig Energie braucht.
So ist die Bahn weit mehr als ein Verkehrsmittel, sie ist ein Stück Daseinsvorsorge.
Häufige Fragen
An welcher Strecke liegt Schiltach?
Seit wann hat Schiltach einen Bahnhof?
Gibt es einen zweiten Halt in der Stadt?
Wohin führte die stillgelegte Strecke?
Warum heißt Schiltach Flößerstadt?
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