Ortstermin
„Sehr geehrte Fahrgäste, hier endet die Linie S5; wer weiter in den Taunus möchte, steigt bitte in die Regionalbahn um.“
Der Bahnhof Friedrichsdorf, wo drei Strecken der Hugenottenstadt zusammenlaufen
→ Ein Ortstermin im hessischen Hochtaunuskreis.
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Kurz gesagt
Friedrichsdorf wurde 1687 von hugenottischen Glaubensflüchtlingen gegründet und ist heute ein Bahnknoten am Fuß des Taunus. Hier endet die S-Bahn-Linie S5, und von hier fährt die Taunusbahn weiter nach Grävenwiesbach.
Der Bahnhof Friedrichsdorf liegt mitten in der Kernstadt an der Bahnstraße, nur wenige Schritte von der alten Hugenottenstraße entfernt.
Für einen Ort dieser Größe ist er erstaunlich gut vernetzt, denn hier treffen gleich drei Bahnstrecken aufeinander.
Die einen kommen als S-Bahn aus Frankfurt, die anderen als Regionalbahn aus dem tiefen Taunus.
So ist Friedrichsdorf zugleich Endstation und Umsteigepunkt, ein kleiner Knoten mit großer Geschichte.

Ein Knoten am Fuß des Taunus
Im Stadtgebiet von Friedrichsdorf gibt es zwei Bahnhöfe und zwei Haltepunkte.
Der wichtigste ist der Bahnhof Friedrichsdorf in der Kernstadt, gelegen an der passend benannten Bahnstraße.
Hier laufen die Strecken aus Frankfurt, aus dem Usinger Land und nach Friedberg zusammen.
Dadurch wird der Bahnhof zu einem Umsteigepunkt zwischen S-Bahn und Regionalbahn.
Obwohl der amtliche Stadtname keinen Zusatz trägt, führte die Bahn die Station lange als Friedrichsdorf (Taunus).
Vom Bahnsteig blickt man direkt in die kleine Stadt, die sich rund um den Bahnhof gruppiert.

Die S-Bahn, die hier endet
Die Linie S5 der S-Bahn Rhein-Main verbindet Friedrichsdorf über Bad Homburg mit Frankfurt am Main.
Sie fährt im Halbstundentakt und endet an den Bahnsteigen von Friedrichsdorf.
Für viele Pendler ist sie die schnelle und bequeme Verbindung in die Innenstadt von Frankfurt.
Am Bahnhof warten die Regionalzüge des Taunus bereits auf den Anschluss.
So wird aus der Endstation der S-Bahn ein fließender Übergang in die andere Richtung.
Gerade zur Hauptverkehrszeit ist der Andrang auf den Bahnsteigen entsprechend groß.

Gut zu wissen
Der Bahnhof Friedrichsdorf ist Endpunkt der S-Bahn-Linie S5 aus Frankfurt und Ausgangspunkt der Taunusbahn RB 15 nach Grävenwiesbach.
Die Deutsche Bahn führt ihn in der Preisklasse 4; bis 2010 galt er als einer von rund 250 Regionalknoten.
Friedrichsdorf wurde 1687 von Hugenotten gegründet und zählt heute rund 26.000 Einwohner.
Seit dem 13. November 2024 trägt die Stadt den Beinamen Philipp-Reis-Stadt.
Die Taunusbahn nach Grävenwiesbach
Von Friedrichsdorf aus zieht sich die Taunusbahn hinauf in den Hintertaunus.
Die Regionalbahn RB 15 fährt von hier über Usingen nach Grävenwiesbach und weiter nach Brandoberndorf.
Historisch reichte die Strecke sogar bis Albshausen im Lahntal.
Die Fahrt führt durch Wälder und kleine Orte, die ohne die Bahn nur schwer zu erreichen wären.
Damit ist Friedrichsdorf das Tor, durch das der Nahverkehr in den Taunus hineinfährt.
An Wochenenden nutzen viele Ausflügler die Bahn, um von Frankfurt aus in den Taunus zu wandern.

Die Verbindung nach Friedberg
Eine dritte Strecke verbindet Friedrichsdorf mit Friedberg in der Wetterau.
Sie stellt eine Querverbindung her zwischen der Taunusseite und der großen Main-Weser-Bahn.
Für die Region ist sie eine nützliche Spange abseits der Hauptrichtung nach Frankfurt.
Gemeinsam machen die drei Strecken den Bahnhof zu einem echten kleinen Knotenpunkt.
Kaum eine Nachbarstadt ähnlicher Größe bündelt so viele Richtungen an einem Ort.
Von den Bahnsteigen aus lässt sich gut beobachten, wie die Züge der verschiedenen Linien nacheinander einrollen.

Ein Regionalknoten in Preisklasse 4
Die Deutsche Bahn führt den Bahnhof Friedrichsdorf heute in der Preisklasse 4.
Bis zum Jahr 2010 lag er in der damaligen Kategorie 3 und galt als einer von rund 250 Regionalknoten im Land.
Diese Einstufung zeigt, dass der Bahnhof mehr ist als ein einfacher Halt am Streckenrand.
Bahnsteige, Anzeigen und Anschlüsse sind auf das Umsteigen zwischen mehreren Linien ausgelegt.
Wer hier ankommt, spürt schnell, dass sich an diesem Punkt mehrere Wege kreuzen.
Für die vielen Fahrgäste ist das reibungslose Umsteigen zwischen den Linien der eigentliche Zweck des Bahnhofs.

Eine Stadt, von Hugenotten gegründet
Friedrichsdorf wurde im Jahr 1687 von etwa dreißig hugenottischen Familien gegründet.
Sie waren protestantische Glaubensflüchtlinge, die vor der Verfolgung in Frankreich geflohen waren.
Landgraf Friedrich II. von Hessen-Homburg gab ihnen ein neues Zuhause, und aus Dankbarkeit benannten sie den Ort nach ihm.
Bis heute bildet die schnurgerade Hugenottenstraße das Rückgrat der Kernstadt.
An ihr stehen die schmalen Häuser und die Kirche, die an die französischen Wurzeln erinnern.
Noch heute erinnern Straßennamen und Vereine an die französischen Anfänge der Stadt.

Philipp Reis und das Telefon
In Friedrichsdorf unterrichtete im 19. Jahrhundert der Lehrer Philipp Reis.
An der örtlichen Erziehungsanstalt baute er um 1860 einen frühen Apparat zur Übertragung von Tönen.
Dieser Fernsprecher gilt als einer der Vorläufer des späteren Telefons.
Zu Ehren dieses Erfinders trägt die Stadt seit dem 13. November 2024 den amtlichen Beinamen Philipp-Reis-Stadt.
Ein Museum in der Stadt hält die Erinnerung an sein Werk lebendig.
In Friedrichsdorf wird sein Name deshalb mit besonderem Stolz getragen.

Zwieback und der Alltag von heute
Von den Hugenotten stammt auch eine kulinarische Spezialität, der Friedrichsdorfer Zwieback.
Er gilt als eine der ältesten Traditionen des Ortes und ist bis heute ein Begriff.
Mit rund 26.000 Einwohnern ist Friedrichsdorf die drittgrößte Stadt des Hochtaunuskreises.
Zur Stadt gehört auch der Ortsteil Köppern, der über eigene Haltepunkte an das Bahnnetz angebunden ist.
So verbindet sich in Friedrichsdorf eine lange Geschichte mit einem modernen Vorort von Frankfurt.
Zwischen alten Fachwerkbauten und neuen Wohnvierteln lebt die Stadt heute vor allem vom Pendeln nach Frankfurt.

Ankommen in Friedrichsdorf
Ankommen in Friedrichsdorf heißt, an einer Endstation auszusteigen, die zugleich ein Anfang ist.
Wenige Schritte trennen den Bahnsteig von der historischen Hugenottenstraße.
Wer will, steigt hier in die Taunusbahn um und lässt sich in die Wälder hinauftragen.
Und wer bleibt, spaziert durch eine Stadt, die einst aus der Flucht und aus einem Zwieback entstand.
Beides zusammen macht den kurzen Ortstermin am Fuß des Taunus überraschend reich.

Häufige Fragen
Welche Bahnstrecken treffen sich in Friedrichsdorf?
Endet die S-Bahn wirklich in Friedrichsdorf?
Warum heißt Friedrichsdorf Philipp-Reis-Stadt?
Wer hat Friedrichsdorf gegründet?
Was ist der Friedrichsdorfer Zwieback?
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