Der Bahnhof Dorfen, wo die Isentalbahn seit 1871 hält

Ortstermin

„Sehr geehrte Fahrgäste, Sie erreichen Dorfen Bahnhof; bitte nicht mit dem Haltepunkt Dorfen Markt verwechseln.“

Der Bahnhof Dorfen, wo die Isentalbahn seit 1871 hält

→ Ein Ortstermin im oberbayerischen Isental.

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Kurz gesagt

Dorfen liegt im mittleren Isental, und sein Bahnhof gehört seit 1871 zur Strecke München–Simbach. Seit 1903 heißt die Station Dorfen Bahnhof, zur Unterscheidung vom näher gelegenen Haltepunkt Dorfen Markt.

Wer in Dorfen aus dem Zug steigt, steht zunächst ein Stück außerhalb der Altstadt, unten im Tal am kleinen Fluss namens Isen.

Der Bahnhof trägt seit über hundert Jahren den etwas umständlichen Namen Dorfen Bahnhof, und dieser Name erzählt schon eine kleine Verkehrsgeschichte.

Denn es gab in Dorfen einmal zwei Stationen, eine große an der Hauptstrecke und eine kleine an einer Nebenbahn.

Die kleine ist längst verschwunden, die große aber hält bis heute im Stundentakt Richtung München.

Dorfen — Bahnhof — Haltepunktschild „Dorfen Bahnhof“
Foto: Wikimedia Commons, CC BY 2.0 de, via Wikimedia Commons

Ein Bahnhof mit zwei Namen

Die Königlich Bayerischen Staatseisenbahnen nahmen den Bahnhof am 1. Mai 1871 in Betrieb.

Zunächst hieß er schlicht Dorfen, denn eine zweite Station im Ort gab es damals noch nicht.

Das änderte sich im Jahr 1898, als am Bahnhof eine Lokalbahn nach Velden abzweigte.

An dieser Nebenbahn lag der Haltepunkt Dorfen Markt, der deutlich näher an den Häusern der Stadt stand.

Damit die beiden Stationen nicht zu verwechseln waren, erhielt der große Bahnhof 1903 den heutigen Namen Dorfen Bahnhof.

Dorfen — Bahnhof — Mannesmann Luftschutzgitter
Foto: Wikimedia Commons, CC BY 2.0 de, via Wikimedia Commons

Die Strecke München–Simbach

Dorfen liegt an der Bahnstrecke, die von München über Mühldorf bis nach Simbach am Inn führt.

Sie zieht sich durch das mittlere Isental und gehörte zu den frühen bayerischen Ostbahnen.

Der Bahnhof steht im Süden des Stadtgebietes, ein Stück unterhalb des alten Ortskerns auf der Anhöhe.

Für die rund 15.000 Einwohner ist er bis heute die wichtigste Verbindung nach außen.

Wer morgens zur Arbeit oder zur Schule nach München fährt, beginnt seinen Weg hier am Bahnsteig.

Die Eisenbahn brachte im 19. Jahrhundert Handel und Bewegung in das bis dahin eher abgelegene Isental.

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Foto: FreeSchhaltefolie, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Gut zu wissen

Der Bahnhof Dorfen liegt an der Strecke München–Mühldorf–Simbach und wird im Stundentakt von der Südostbayernbahn bedient.

Er wurde am 1. Mai 1871 eröffnet und heißt seit 1903 Dorfen Bahnhof, um ihn vom früheren Haltepunkt Dorfen Markt zu unterscheiden.

Dorfen hat rund 15.000 Einwohner und ist die zweitgrößte Gemeinde des Landkreises Erding.

Die Regionalzüge verkehren mit Dieseltriebwagen, weil die Strecke nicht durchgehend elektrifiziert ist.

Die verschwundene Lokalbahn nach Velden

Von 1898 an führte eine schmale Lokalbahn von Dorfen aus in das benachbarte Velden.

Ihr Haltepunkt Dorfen Markt lag mitten im Ort, näher an den Geschäften und Wirtshäusern.

Für viele Reisende war er deshalb praktischer als der große Bahnhof unten am Tal.

Den Personenverkehr auf der Strecke nach Velden stellte die Bahn jedoch 1968 ein.

Die Gleise der Lokalbahn wurden schließlich 1993 ganz stillgelegt und später abgebaut.

Vom kleinen Haltepunkt Dorfen Markt ist im heutigen Stadtbild kaum noch etwas zu erkennen.

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Foto: FreeSchhaltefolie, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Was heute am Bahnsteig hält

Heute betreibt die Südostbayernbahn die Regionalzüge, die durch das Isental rollen.

Im Stundentakt fahren sie von München Hauptbahnhof über Dorfen weiter nach Mühldorf.

Weil die Strecke bis heute nicht durchgehend elektrifiziert ist, kommen dabei Dieseltriebwagen zum Einsatz.

Der Ausbau der Verbindung Richtung Mühldorf ist seit Jahren ein großes Thema in der Region.

Für die vielen Pendler bleibt Dorfen unterdessen die verlässliche tägliche Tür nach München.

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Foto: FreeSchhaltefolie, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Umsteigen in Mühldorf

Wer über Mühldorf hinaus will, steigt dort in den großen Knoten im Südosten Bayerns um.

Von Mühldorf am Inn führen Strecken weiter nach Rosenheim, nach Salzburg und nach Passau.

In der Gegenrichtung endet die Fahrt nach knapp einer Stunde in der Landeshauptstadt.

So hängt der kleine Bahnhof Dorfen an einem überraschend weiten Netz aus Schienen.

Man merkt es dem beschaulichen Bahnsteig kaum an, wie weit man von hier aus kommt.

Gerade dieser Wechsel zwischen kleinem Halt und großem Knoten macht den Reiz einer Fahrt durch das Tal aus.

Dorfen, Bahnhof, westliches Stellwerk, 1
Foto: Renardo la vulpo, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Der Marktplatz und die Stadtpfarrkirche

Vom Bahnhof sind es nur wenige Minuten hinauf in die Altstadt mit ihrem langgestreckten Marktplatz.

Über den Dächern der Stadt erhebt sich die Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt.

Dorfen wurde bereits im Jahr 773 zum ersten Mal urkundlich erwähnt.

Heute ist die Stadt die zweitgrößte Gemeinde des oberbayerischen Landkreises Erding.

Rund um den Marktplatz reihen sich Gasthäuser, Läden und die typischen breiten Bürgerhäuser des Isentals.

An Markttagen füllt sich der Platz mit Ständen, und die Stadt zeigt sich von ihrer lebendigsten Seite.

Dorfen, Bahnhof, östliches Stellwerk, 1
Foto: Renardo la vulpo, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Der Jakobmayersaal und der Bierkrieg

Am Marktplatz steht das Jakobmayeranwesen mit seinem berühmten Ballsaal im ersten Stock.

Das große Gasthaus entstand nach dem Dorfener Bierkrieg von 1910, einem hitzigen Streit um den Bierpreis.

Die Stadt kaufte das Anwesen später und ließ den Saal aufwendig sanieren.

Im Oktober 2011 wurde der Jakobmayersaal wiedereröffnet und dient seither Konzerten und Festen.

In einem würfelförmigen Anbau an der Nordseite ist zusätzlich ein Kino untergebracht.

Der Bierkrieg gilt in Dorfen bis heute als eine der buntesten Episoden der Stadtgeschichte.

Dorfen Bahnhof vor 1910
Foto: Unknown authorUnknown author, Public domain, via Wikimedia Commons

Die Isen und das Isental

Unterhalb der Altstadt fließt die Isen, ein kleiner Fluss, der dem ganzen Tal seinen Namen gibt.

Das Isental ist eine sanfte, bäuerlich geprägte Landschaft zwischen München und dem Inn.

Radwege begleiten den Fluss und verbinden die Dörfer entlang der Bahnlinie.

Wer nach der Ankunft Zeit hat, kann von der Station aus ein Stück am Wasser entlangwandern.

Im Sommer ist das flache Ufer der Isen ein beliebtes Ziel für einen kurzen Spaziergang.

Bahnhof Dorfen Bauplan Empfangsgebäude
Foto: Unknown authorUnknown author, Public domain, via Wikimedia Commons

Ankommen in Dorfen

Ankommen in Dorfen heißt, unten im Tal auszusteigen und in die Stadt hinaufzugehen.

Der Bahnhof mit den zwei Namen erinnert daran, dass hier einmal zwei Bahnen begannen.

Geblieben ist die eine Strecke, verlässlich im Stundentakt Richtung München.

Und über dem Marktplatz wartet die Kirche, so ruhig wie vor der ersten Lokomotive.

Wer mag, lässt den nächsten Zug einfach ziehen und bleibt eine Weile länger.

Dorfen Bahnhof Laderampe um 1910
Foto: Unknown authorUnknown author, Public domain, via Wikimedia Commons

Häufige Fragen

Wann wurde der Bahnhof Dorfen eröffnet?
Am 1. Mai 1871, zusammen mit der Strecke München–Simbach der Königlich Bayerischen Staatseisenbahnen. Er zählt damit zu den älteren Bahnhöfen im Isental.
Warum heißt die Station Dorfen Bahnhof?
Seit 1903 trägt sie diesen Namen, um sie vom näher gelegenen Haltepunkt Dorfen Markt zu unterscheiden. Dieser lag an der früheren Lokalbahn nach Velden.
Welche Züge halten heute in Dorfen?
Regionalzüge der Südostbayernbahn im Stundentakt von München Hauptbahnhof nach Mühldorf am Inn. Eingesetzt werden Dieseltriebwagen.
Was geschah mit der Lokalbahn nach Velden?
Der Personenverkehr endete 1968, und 1993 wurde die Strecke ganz stillgelegt. Die Gleise wurden später abgebaut.
Was kann man vom Bahnhof aus in Dorfen sehen?
Die Altstadt mit dem langen Marktplatz, die Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt und den Jakobmayersaal. Alles liegt wenige Minuten oberhalb des Bahnhofs.

Weiterfahrt

→ Ortstermin: Bahnhof Landshut – Erding ist die Kreisstadt und liegt an derselben Bahn Richtung München.

→ Ortstermin: Der Bahnhof Landshut – Mühldorf am Inn ist der große Bahnknoten, den die Regionalbahnen aus Dorfen ansteuern.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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