Ortstermin
„Auf Gleis eins hat Einfahrt die Regionalbahn nach Donauwörth, Halt in Dillingen an der Donau.“
Der Bahnhof Dillingen an der Donau und die Spuren einer verschwundenen Schmalspurbahn
→ Ein Ortstermin in Bayerisch-Schwaben.
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Kurz gesagt
Dillingen an der Donau liegt an der eingleisigen Donautalbahn, auf der sich die Regionalzüge regelmäßig im Bahnhof begegnen. Bis 1972 begann hier zudem die meterspurige Härtsfeldbahn, die über das Härtsfeld bis nach Aalen führte.
Dillingen an der Donau ist eine Große Kreisstadt im bayerischen Regierungsbezirk Schwaben und der Sitz des gleichnamigen Landkreises.
Zusammen mit dem benachbarten Lauingen bildet die Stadt ein Doppel-Oberzentrum im oberen Donautal.
Wer mit dem Zug anreist, steht mitten in einer Stadt, die Universitätsgeschichte, barocke Kirchen und ein Stück vergessene Eisenbahngeschichte zusammenbringt.

Eine Kreisstadt im Donautal
Dillingen liegt am linken Ufer der Donau, dort wo das breite Flusstal zwischen Donauwörth und Günzburg verläuft.
Die Stadt ist Verwaltungssitz des Landkreises Dillingen an der Donau und gilt als eines der kulturellen Zentren Bayerisch-Schwabens.
Ihr historischer Kern ist von der langen Zeit als geistliche Residenz und Bildungsstadt geprägt.
Mit Lauingen auf der anderen Seite bildet Dillingen ein gemeinsames Oberzentrum für die Region.
Der Bahnhof liegt dabei etwas abseits der Altstadt, ist aber zu Fuß gut mit ihr verbunden.

Die Donautalbahn erreicht die Stadt
Durch Dillingen führt die Bahnstrecke Ingolstadt–Neuoffingen, die im Volksmund als Donautalbahn bekannt ist.
Sie verläuft im Donautal über Neuburg an der Donau, Donauwörth und Dillingen bis nach Neuoffingen, wo sie in die Strecke Augsburg–Ulm einmündet.
Für den Bau gründeten die Anlieger bereits 1863 ein Eisenbahn-Komitee und warben beim bayerischen Landtag um Unterstützung.
Im April 1869 genehmigte der Landtag schließlich rund 1,6 Millionen Gulden für den Bahnbau im Donautal.
Der Abschnitt, der Dillingen an das Netz anschloss, wurde im August 1876 in Betrieb genommen.

Gut zu wissen
Dillingen an der Donau liegt an der Bahnstrecke Ingolstadt–Neuoffingen, die als Donautalbahn bekannt ist.
Der Abschnitt, der die Stadt anschloss, ging im August 1876 in Betrieb; die Strecke ist eingleisig und elektrifiziert.
Bis September 1972 begann hier die meterspurige Härtsfeldbahn, die über rund 55 Kilometer nach Aalen führte.
Die Basilika St. Peter wurde 1979 zur päpstlichen Basilica minor erhoben.
Zusammen mit Lauingen bildet Dillingen ein Doppel-Oberzentrum im bayerischen Regierungsbezirk Schwaben.
Ein Treffpunkt der Regionalbahnen
Die Donautalbahn ist bis heute eingleisig und inzwischen elektrifiziert.
Auf dem Abschnitt zwischen Donauwörth und Günzburg kreuzen sich die Regionalbahnen regelmäßig in Dillingen.
Weil nur ein Gleis zur Verfügung steht, müssen die Züge aus beiden Richtungen hier aufeinander warten.
Dadurch wird der Bahnhof zu einem kleinen Taktknoten, an dem für ein paar Minuten Betrieb herrscht.
Reisende erreichen von Dillingen aus ohne Umweg Donauwörth, Günzburg und über die Anschlüsse auch Augsburg und Ulm.

Die Schmalspurbahn namens Schättere
Bis 1972 war Dillingen außerdem der südliche Endpunkt der Härtsfeldbahn, einer meterspurigen Schmalspurbahn.
Im Volksmund trug sie den Spitznamen Schättere und verband das Härtsfeld im Osten Baden-Württembergs mit dem Donautal.
Ausgangspunkt der Strecke war Aalen, von wo sie über Neresheim nach Süden führte.
Mit der 1909 eröffneten Verlängerung erreichte die Bahn nach insgesamt rund 55 Kilometern Dillingen an der Donau.
Im September 1972 wurde der Personenverkehr eingestellt, der Güterverkehr folgte wenige Monate später.

Vom Bahnsteig in die Stadt
Vom Bahnhof aus führt der Weg in wenigen Minuten zu Fuß in die historische Innenstadt.
Den öffentlichen Nahverkehr vor Ort übernehmen zwei Stadtbuslinien, die auch die Stadtteile Hausen, Donaualtheim und Schretzheim bedienen.
Mit dem Auto ist Dillingen über die Bundesstraße 16 angebunden, die parallel zum Donautal verläuft.
Wer ohne Gepäck unterwegs ist, kann die wichtigsten Ziele der Stadt gut zu Fuß erschließen.
Die Lage am Fluss macht den Spaziergang entlang der Donau zu einem naheliegenden ersten Ausflug.

Die Basilika St. Peter
Das größte Gotteshaus der Stadt ist die Basilika St. Peter, eine dreischiffige Hallenkirche.
Mit ihrem Bau wurde im Jahr 1619 begonnen, errichtet auf den Fundamenten älterer Vorgängerkirchen.
Diese Vorgängerbauten reichen nach den Angaben der Stadt bis in das 13. und 15. Jahrhundert zurück.
Im Jahr 1979 wurde die Kirche von Rom in den Rang einer päpstlichen Basilica minor erhoben.
Sie prägt bis heute die Silhouette der Altstadt und ist nur einen kurzen Weg vom Bahnhof entfernt.

Universität und Goldener Saal
Dillingen war über Jahrhunderte eine Bildungsstadt, deren alte Universität auf ein Jesuitenkolleg zurückgeht.
In diesen Gebäuden ist heute die Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung untergebracht.
Zu den Höhepunkten gehören der prächtige Goldene Saal und ein historischer Bibliothekssaal.
Gleich daneben steht die Studienkirche Mariä Himmelfahrt, ein Renaissance-Bau mit Rokoko-Ausstattung.
Sie diente einst als Weihestätte für die Priester des Bistums Augsburg und gehörte zur Universität.

Schloss und Franziskanerinnen
Über der Stadt erhebt sich das Schloss, das einst als Sitz der Augsburger Fürstbischöfe diente.
Es gehört zu den weithin sichtbaren Bauten und erinnert an die geistliche Vergangenheit Dillingens.
Ein weiteres Kleinod ist die Klosterkirche Mariä Himmelfahrt der Dillinger Franziskanerinnen.
Sie gilt als frühes Beispiel des Rokoko und ist mit Wessobrunner Stuck ausgestattet.
Zusammen ergeben diese Bauten ein dichtes Ensemble barocker und klassischer Baukunst auf kleinem Raum.

Ankommen in Dillingen an der Donau
Wer in Dillingen an der Donau aus dem Zug steigt, landet in einer übersichtlichen Stadt mit großer Geschichte.
Vom Bahnsteig sind es nur wenige Minuten bis zur Basilika, zur alten Universität und zum Schloss.
Die eingleisige Donautalbahn sorgt dafür, dass der Bahnhof trotz seiner Ruhe ein kleiner Treffpunkt bleibt.
Und wer genau hinschaut, entdeckt noch die Spuren der Schättere, die hier einst ihren Endpunkt hatte.
So verbindet dieser Ortstermin eine lebendige Nebenbahn mit der Erinnerung an eine längst verschwundene Schmalspurstrecke.

Häufige Fragen
An welcher Strecke liegt der Bahnhof Dillingen an der Donau?
Seit wann ist Dillingen an das Bahnnetz angeschlossen?
Was war die Schättere?
Welche Sehenswürdigkeiten liegen nahe am Bahnhof?
Wohin fahren die Regionalbahnen von Dillingen?
Weiterfahrt
→ Der Bahnhof Donauwörth, wo sich die Strecken an Donau und Wörnitz treffen – Donauwörth ist der nächste größere Knoten flussabwärts an der Donautalbahn.
→ Der Bahnhof Günzburg, Umsteigen zwischen Donau und Legoland – Günzburg liegt wenige Stationen westlich und ist über Neuoffingen erreichbar.
