Ortstermin
„Auf Gleis vier hat Einfahrt der Zug nach Augsburg, bitte zurücktreten am Bahnsteig in Mindelheim.“
Der Bahnhof Mindelheim, Umsteigepunkt im Schatten der Mindelburg
→ Ein Ortstermin im Unterallgäu.
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Kurz gesagt
Mindelheim liegt an der elektrifizierten Strecke Buchloe–Memmingen und ist zugleich Endpunkt der Mittelschwabenbahn nach Günzburg. Der Bahnhof wurde 2007 und 2008 umgebaut und verfügt über drei Gleise.
Mindelheim ist die Kreisstadt des Landkreises Unterallgäu und ein Mittelzentrum im bayerischen Regierungsbezirk Schwaben.
Über der Stadt thront die Mindelburg, die als Wahrzeichen weithin sichtbar ist.
Wer am Bahnhof ankommt, steht an einem Knoten, der zwei Bahnstrecken und eine lange Stadtgeschichte verbindet.

Kreisstadt des Unterallgäus
Mindelheim liegt im Tal der Mindel, mitten im Unterallgäu zwischen München und dem Bodensee.
Die Stadt wechselte in ihrer Geschichte mehrfach die Herren und gehörte unter anderem den Fuggern.
Mit Georg von Frundsberg, dem Vater der Landsknechte, ist einer der bekanntesten Namen der Stadt verbunden.
Seit 1606 war Mindelheim lange eine bayerische Exklave inmitten schwäbischen Gebiets.
Heute ist sie Verwaltungssitz des Landkreises Unterallgäu und ein lebendiges Mittelzentrum.

Die Strecke Buchloe–Memmingen
Der Bahnhof Mindelheim liegt an der Bahnstrecke Buchloe–Memmingen, einer eingleisigen Hauptbahn.
Diese Verbindung wurde im Mai 1874 als Teil einer Linie von München zur Grenze bei Memmingen in Betrieb genommen.
Sie gehört heute zur Ausbaustrecke München–Lindau, die eine wichtige Achse Richtung Bodensee bildet.
Im Rahmen dieses Projekts wurde die Strecke bis Ende 2020 elektrifiziert.
Dadurch verkehren hier schnellere und umweltfreundlichere Züge als in früheren Jahrzehnten.

Gut zu wissen
Der Bahnhof Mindelheim liegt an der eingleisigen Strecke Buchloe–Memmingen, die im Mai 1874 in Betrieb ging.
Die Strecke gehört zur Ausbaustrecke München–Lindau und wurde bis Ende 2020 elektrifiziert.
In Mindelheim beginnt die Mittelschwabenbahn (KBS 978), die über Krumbach nach Günzburg führt.
Der Bahnhof wurde 2007 und 2008 umgebaut und besitzt drei Gleise, zwei davon über eine Unterführung erreichbar.
Über der Stadt liegt die Mindelburg auf dem Georgenberg, das Wahrzeichen Mindelheims.
Der umgebaute Bahnhof
Der Bahnhof Mindelheim wurde in den Jahren 2007 und 2008 umfassend umgebaut.
Er verfügt heute über drei Gleise, an denen die Züge beider Strecken halten.
Gleis 1 ist als Hausbahnsteig direkt am Empfangsgebäude angelegt.
Die Gleise 2 und 4 sind über eine Unterführung zu erreichen.
Je nach Betriebslage halten die Züge nach Memmingen und Lindau auf Gleis 1 oder Gleis 2, die Züge nach Augsburg auf Gleis 4.

Endpunkt der Mittelschwabenbahn
In Mindelheim beginnt außerdem die Mittelschwabenbahn, die über Krumbach nach Günzburg führt.
Sie trägt im Kursbuch die Nummer 978 und zweigt hier von der Hauptstrecke ab.
Für die Fahrgäste bedeutet das, dass Mindelheim ein echter Umsteigepunkt ist.
Von einem Bahnsteig geht es Richtung Memmingen und Lindau, vom anderen in Richtung Günzburg.
Damit bündelt der Bahnhof den Nahverkehr für einen großen Teil des Unterallgäus.

Mit Rufbus und Autobahn verbunden
Mindelheim ist über die Autobahn A96 zwischen München, Memmingen und Lindau gut erreichbar.
Hinzu kommt die Bundesstraße 16, die von Günzburg nach Füssen führt.
Für Fahrten innerhalb der Stadt und ins Umland wurde 2018 der sogenannte Flexibus eingerichtet.
Dieser Rufbus kann telefonisch oder über eine App bestellt werden und ergänzt den klassischen Linienverkehr.
So lässt sich der Bahnhof auch mit Zielen verbinden, die abseits der festen Buslinien liegen.

Die Mindelburg über der Stadt
Das Wahrzeichen Mindelheims ist die Mindelburg, die rund 850 Meter südsüdwestlich der Altstadt liegt.
Sie steht auf dem Georgenberg in gut 660 Metern Höhe und überragt das Mindeltal.
Lange Zeit nahm man an, dass die Burg in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts entstand.
Neuere Erkenntnisse deuten jedoch auf einen noch früheren Ursprung hin.
Der Name der Burg ist eng mit dem Geschlecht der Frundsberg verknüpft, das hier residierte.

Das Jesuitenkolleg und seine Museen
Im ehemaligen Jesuitenkolleg der Stadt ist seit 1986 ein Schwerpunktmuseum des Bezirks Schwaben untergebracht.
Es vereint unter einem Dach mehrere Sammlungen sehr unterschiedlicher Ausrichtung.
Zu ihnen gehört die Carl-Millner-Galerie, die an einen Münchner Landschaftsmaler erinnert.
Carl Millner lebte von 1825 bis 1895 und hatte familiäre Wurzeln in Mindelheim.
Das Museum zeigt neben der Dauerausstellung auch wechselnde Sonderausstellungen.

Durch die historische Altstadt
Vom Bahnhof aus ist die historische Altstadt in wenigen Minuten zu Fuß erreichbar.
Sie wird bis heute von den Türmen und Toren der alten Stadtbefestigung geprägt.
Rund um den zentralen Platz reihen sich Bürgerhäuser aus mehreren Jahrhunderten.
Die Lage im Mindeltal macht die Stadt zu einem guten Ausgangspunkt für Ausflüge ins Allgäu.
Wer mag, kann den Aufstieg zur Mindelburg mit einem Spaziergang durch die Gassen verbinden.

Ankommen in Mindelheim
Wer in Mindelheim aus dem Zug steigt, erreicht eine Stadt mit überschaubaren Wegen und großer Geschichte.
Der Bahnhof verbindet zwei Strecken und macht das Umsteigen zwischen Memmingen und Günzburg einfach.
Vom Bahnsteig ist es nicht weit bis zur Altstadt und zum Aufstieg auf den Georgenberg.
Mit der elektrifizierten Hauptstrecke ist Mindelheim zugleich an die Achse München–Lindau angebunden.
So fügt sich dieser Ortstermin aus Nebenbahn, Hauptstrecke und mittelalterlicher Burg zu einem runden Bild.

Häufige Fragen
An welchen Strecken liegt der Bahnhof Mindelheim?
Seit wann fahren Züge durch Mindelheim?
Ist die Strecke elektrifiziert?
Wie viele Gleise hat der Bahnhof?
Was kann man vom Bahnhof aus besichtigen?
Weiterfahrt
→ Ortstermin Memmingen: Bahnknoten der alten Reichsstadt im Allgäu – Memmingen ist der nächste große Knoten im Südwesten an derselben Strecke.
→ Der Bahnhof Günzburg, Umsteigen zwischen Donau und Legoland – Günzburg erreicht man über die abzweigende Mittelschwabenbahn.
