Der Bahnhof Dießen am Ammersee, gebaut auf zweihundert Pfählen

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„Nächster Halt Dießen am Ammersee, direkt am Bahnsteig legen die Ammerseeschiffe ab.“

Der Bahnhof Dießen am Ammersee, gebaut auf zweihundert Pfählen

→ Ein Ortstermin am Ammersee.

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Kurz gesagt

Der Bahnhof Dießen wurde am 30. Juni 1898 an der Ammerseebahn eröffnet und steht direkt am Ufer des Ammersees. Weil der Boden dort sehr weich ist, ruht das Empfangsgebäude auf rund 200 tief gerammten Pfählen.

Dießen am Ammersee ist ein Markt am südwestlichen Ufer des Ammersees in Oberbayern.

Weithin sichtbar ist das barocke Marienmünster hoch über dem See.

Der Bahnhof liegt im Osten der Ortsmitte unmittelbar am Wasser.

Bahnhof Dießen Hausbahnsteig
Foto: Flummi-2011, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Eine Bahn und ein Schiff

Erste Pläne für eine Bahn an das Westufer des Ammersees gab es schon in den 1870er Jahren.

Bereits 1872 gründete sich in Dießen ein eigenes Eisenbahnbaukomitee.

Im Herbst 1896 begann der Bau der Ammerseebahn von Mering nach Weilheim.

Am 30. Juni 1898 wurde der Bahnhof Dießen als Endpunkt des Abschnitts aus Weilheim eröffnet.

Weil das letzte Stück noch fehlte, fuhren die Reisenden zunächst mit dem Schiff über den See nach Schondorf weiter.

Am 23. Dezember 1898 wurde die Lücke geschlossen, und Dießen wurde zum Durchgangsbahnhof.

Bahnhof Dießen Empfangsgebäude
Foto: Flummi-2011, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Ein Bahnhof auf zweihundert Pfählen

Anfangs diente nur eine hölzerne Baracke als Empfangsgebäude.

Von Dezember 1901 bis Oktober 1902 entstand ein größeres gemauertes Gebäude im Heimatstil.

Es besteht aus einem zwei- und einem dreigeschossigen Bau, die eine halboffene Wartehalle verbindet.

Weil der Untergrund am Ammersee sehr weich ist, wurde es auf rund 200 Pfählen errichtet.

Diese Pfähle wurden bis zu 13 Meter tief in den Boden gerammt.

Die alte Holzbaracke brachte man 1902 zum Bahnhof Riederau, wo sie eine Wellblechhütte ersetzte.

1924 entstand gegenüber ein Postgebäude mit Walmdach, das heute ebenfalls unter Denkmalschutz steht.

Bahnhof Dießen Empfangsgebäude Gleisseite
Foto: Flummi-2011, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Gut zu wissen

Der Bahnhof Dießen wurde am 30. Juni 1898 an der Ammerseebahn eröffnet und steht direkt am Seeufer. Sein Empfangsgebäude von 1902 ruht auf rund 200 tief gerammten Pfählen.

Heute halten täglich etwa 50 Züge der Bayerischen Regiobahn, und München ist in gut einer Stunde erreichbar. Neben dem Bahnhof legen die Ammerseeschiffe ab.

Vom Lokalbähnchen zur Hauptbahn

Der Bahnhof hatte große Bedeutung im Ausflugsverkehr von Augsburg und München an den See.

Zugleich war er ein wichtiger Umschlagplatz für Holz und landwirtschaftliche Produkte.

Wegen des steigenden Verkehrs wurde die Ammerseebahn 1913 von der Lokalbahn zur Hauptbahn erhoben.

Für die zusätzlichen Züge bekam der Bahnhof ein weiteres Ausweichgleis und ein Ladegleis.

Schon 1906 hatte ein Hochwasser des Ammersees einen Teil des Bahndamms weggespült.

Der Zugverkehr musste damals für längere Zeit ganz eingestellt werden.

Der neue Status als Hauptbahn brachte dem See noch mehr Ausflügler.

Bahnhof Dießen BRB
Foto: Flummi-2011, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Kohle für die Dampfschiffe

Am Bahnhof gab es früher ein eigenes Kohlengleis für die Ammersee-Dampfschifffahrt.

Ganze Wagenladungen Kohle wurden dort in einen tief liegenden Bunker gekippt.

Vom Bunker führte eine kleine Schmalspurbahn mit Loren hinüber zum Dampfersteg.

Diese Praxis war bis kurz vor dem Ende der Dampfschifffahrt im Jahr 1975 zu beobachten.

Danach wurde die Schmalspurbahn vollständig abgebaut.

Der alte Kohlenbunker selbst wurde erst im November 2011 abgerissen.

1972 schloss die Bundesbahn den zweiten Fahrkartenschalter und legte den Güterschuppen still.

Bahnhof Dießen Stellwerk
Foto: Flummi-2011, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Von der Handkurbel zum Rechner

1937 nahm die Reichsbahn im Norden des Bahnhofs ein zweigeschossiges mechanisches Stellwerk in Betrieb.

1938 bekam das Empfangsgebäude einen Vorbau mit einem weiteren mechanischen Stellwerk.

1962 wurde die enge Kurve im Süden entschärft und die Gleise dabei bis zu 20 Meter nach Osten verlegt.

Ende der 1990er Jahre legte die Bahn das dritte Bahnsteiggleis still.

Am 28. November 2009 ging ein neues elektronisches Stellwerk in Betrieb, das aus Utting ferngesteuert wird.

Die alten mechanischen Stellwerke wurden damit außer Dienst gestellt.

In den 1980er Jahren wurden fast alle Lade- und Abstellgleise stillgelegt und teilweise abgebaut.

2002 wurde das denkmalgeschützte Empfangsgebäude offiziell unter Schutz gestellt.

Bahnhof Dießen Kleinlokschuppen
Foto: Flummi-2011, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Mit der Regiobahn an den See

Heute ist Dießen ein Kreuzungsbahnhof mit drei Bahnsteiggleisen, von denen zwei in Betrieb sind.

Täglich halten hier etwa 50 Züge der Bayerischen Regiobahn.

Der Bahnhof gehört zum Münchner Verkehrs- und Tarifverbund, und München ist in gut einer Stunde erreichbar.

Neben dem Bahnhof Dießen gibt es im Gemeindegebiet die Haltepunkte Riederau und St. Alban.

Direkt östlich der Gleise legen die Ammerseeschiffe ab.

Sie verbinden Dießen unter anderem mit Herrsching am Ostufer des Sees.

Am 16. November 2009 ging außerdem ein neuer Seitenbahnsteig in Betrieb.

Bahnhof Dießen Gleis 3
Foto: Flummi-2011, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Das Münster über dem See

Weithin sichtbar steht auf einer Anhöhe das Dießener Marienmünster.

Es wurde von 1732 bis 1739 nach Plänen von Johann Michael Fischer errichtet.

Bis 1803 war es der Mittelpunkt eines Augustiner-Chorherrenstifts.

Schon im 3. Jahrhundert führte die römische Fernstraße Via Raetia durch die Gegend.

Der Name Bayerdießen unterschied den Ort früher von anderen Orten gleichen Namens.

Vom Münster reicht der Blick weit über den Ammersee.

Der Legende nach entstand hier schon im 9. Jahrhundert ein erstes Kloster.

Bahnhof Dießen ehemaliger Kleinlokschuppen
Foto: Flummi-2011, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Carl Orff und das Leben am See

Im einstigen Wohnhaus von Carl Orff erinnert heute ein Museum an den Komponisten.

2025 wurde es durch einen neuen Anbau erweitert.

Rund 750 Meter vom Münster entfernt steht eine um 1900 errichtete Mariensäule.

Im Zweiten Weltkrieg wurde sie zerstört, als ein Militärfahrzeug gegen die Säule fuhr.

Dießen ist heute ein beliebter Ausflugsort am Ammersee.

Viele Gäste kommen für einen Tag an den See und nutzen dafür die Bahn.

Den Zusatz am Ammersee trägt der Ort offiziell erst seit 1954.

Dießen Bahnhof
Foto: Richard Huber, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Ankommen in Dießen am Ammersee

Wer in Dießen aus dem Zug steigt, steht fast unmittelbar am Wasser.

Gleich neben dem Bahnhof legen die Ausflugsschiffe zu ihren Fahrten über den See ab.

Ein kurzer Weg führt hinauf zum Marienmünster und in die Ortsmitte.

Am Ufer laden Grünanlagen und Wege entlang des Sees zum Bleiben ein.

Von hier lässt sich der ganze Ammersee mit Bahn und Schiff erkunden.

So bringt die Ammerseebahn die Gäste bequem vom Bahnsteig ans Wasser.

Viele Gäste steigen hier direkt vom Zug auf das Schiff um.

07.09.2013. Dießen panoramio
Foto: Sandor Bordas, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Häufige Fragen

Seit wann hat Dießen einen Bahnhof?
Seit dem 30. Juni 1898, als die Ammerseebahn von Weilheim bis Dießen eröffnet wurde.
Stimmt es, dass der Bahnhof auf Pfählen steht?
Ja, wegen des weichen Bodens am Ammersee ruht das Empfangsgebäude von 1902 auf rund 200 bis zu 13 Meter tief gerammten Pfählen.
Wie lange dauert die Fahrt nach München?
Mit der Bayerischen Regiobahn ist München in gut einer Stunde erreichbar.
Gibt es am Bahnhof Anschluss an ein Schiff?
Ja, direkt östlich der Gleise legen die Ammerseeschiffe ab, etwa nach Herrsching.
Was hatte es mit der Kohle auf sich?
Über ein Kohlengleis und eine Schmalspurbahn kam bis 1975 Kohle für die Ammersee-Dampfschiffe an den Steg.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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