Ortstermin
„Nächster Halt Schongau, dieser Zug der Pfaffenwinkelbahn endet hier hoch über dem Lech.“
Der Bahnhof Schongau, wo einst drei Nebenbahnen zusammenliefen
→ Ein Ortstermin im Pfaffenwinkel.
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Kurz gesagt
Der Bahnhof Schongau wurde am 16. November 1886 als Endpunkt der Lokalbahn aus Landsberg am Lech eröffnet. Später liefen hier drei Nebenbahnen zusammen, von denen heute nur noch die Pfaffenwinkelbahn nach Weilheim Personenzüge sieht.
Schongau ist eine alte Handelsstadt am Lech im oberbayerischen Pfaffenwinkel.
Ihre Altstadt liegt auf einer Anhöhe und ist fast vollständig von einer Stadtmauer umgeben.
Der Bahnhof liegt östlich der Altstadt, rund 250 Meter vom Zentrum und tief unten am Lech.

Errichtung und Standortstreit
Ab 1880 setzte sich die Stadt Schongau für eine Bahnverbindung von Landsberg am Lech her ein.
Am 21. April 1884 beschloss die bayerische Regierung den Bau einer Lokalbahn auf dieser Strecke.
Der Standort des Bahnhofs war umstritten, denn die Stadt wollte ihn im Norden, die Bahn aber östlich am Lech.
Aus Kostengründen fiel die Wahl auf die Lage am Fluss, rund 40 Meter tiefer als die Altstadt.
Dafür musste eigens eine neue Straße von der Stadt hinunter zum Bahnhof angelegt werden.
Am 16. November 1886 eröffneten die Königlich Bayerischen Staatseisenbahnen den Bahnhof als Endpunkt der Lokalbahn aus Landsberg.
Der Grund für den Bahnhof kostete 68.333 Mark, wovon die Stadt Schongau gut 30.000 Mark übernahm.

Der Knotenpunkt am Rand der Alpen
Nach und nach liefen in Schongau drei eingleisige und nicht elektrifizierte Nebenbahnen zusammen.
Die Fuchstalbahn kam aus Landsberg am Lech, die Pfaffenwinkelbahn aus Weilheim und Peißenberg.
Dazu kam eine Strecke aus Kaufbeuren, die im Volksmund das Sachsenrieder Bähnle hieß.
Damit wurde die kleine Stadt am Lech zu einem eigenen Bahnknoten.
Von den drei Strecken sind bis heute zwei in Betrieb geblieben.
Der Bahnhof selbst ist ein Durchgangsbahnhof mit einem Zwischenbahnsteig an zwei Gleisen.
Eine geplante Verlängerung der Fuchstalbahn nach Lechbruck kam dagegen nie zustande.

Gut zu wissen
Der Bahnhof Schongau wurde am 16. November 1886 als Endpunkt der Lokalbahn aus Landsberg eröffnet. Ab 1917 war er ein Durchgangsbahnhof, in dem drei Nebenbahnen zusammenliefen.
Heute halten täglich rund 20 Regionalzüge der Bayerischen Regiobahn, die als Pfaffenwinkelbahn nach Weilheim fahren. Auf der Fuchstalbahn nach Landsberg gibt es nur noch Güterverkehr.
Über den Lech nach Peißenberg
Südlich des Bahnhofs führt die Strecke auf einer Brücke über den Lech.
Der Bau dieser Brücke begann 1910 und wurde im Dezember 1912 vollendet.
Zunächst diente sie nur einem Gleisanschluss zur großen Papierfabrik.
So konnten Rohstoffe und Papier direkt über den Bahnhof Schongau abtransportiert werden.
Am 10. Januar 1917 wurde die Lokalbahn von Peißenberg über die Lechbrücke eröffnet.
Damit wurde Schongau vom Endbahnhof zum Durchgangsbahnhof, und die Gleisanlagen wuchsen.
1912 wurde in Schongau zusätzlich eine Bahnmeisterei eingerichtet.

Das Bahnbetriebswerk
Mit der wachsenden Bedeutung bekam Schongau ein eigenes Bahnbetriebswerk.
Es bestand von 1921 bis 1984 und besaß einen zwölfständigen Ringlokschuppen.
Hier wurden die Dampflokomotiven der Nebenbahnen gewartet und abgestellt.
Schon bei der Eröffnung hatte es am Bahnhof eine kleine Lokstation mit einem zweiständigen Schuppen gegeben.
Das dreistöckige Empfangsgebäude war bei der Eröffnung noch nicht fertig und ging erst im April 1889 in Betrieb.
Gegenüber dem Gebäude entstand damals eine eigene Bahnhofsrestauration.
Der Bahnhof lag damit im Mittelpunkt des Betriebs auf den umliegenden Nebenbahnen.

Das Sachsenrieder Bähnle
Die Strecke nach Kaufbeuren wurde 1923 fertiggestellt und führte durch den Sachsenrieder Forst.
Ihretwegen wurde Schongau zu einem Trennungsbahnhof mit Strecken in mehrere Richtungen.
Im Jahr 1972 stellte die Bundesbahn den Personenverkehr nach Kaufbeuren ein.
Das letzte Teilstück von Schongau nach Altenstadt blieb im Güterverkehr noch bis 1992 befahrbar.
Danach verschwand das Sachsenrieder Bähnle nach und nach aus dem Netz.
Von den einst drei Nebenbahnen war eine damit ganz verloren.
Über die Strecke aus Kaufbeuren erreichte man Schongau bis 1972 auch von Westen her.

Rückzug und Reaktivierung
1984 endete auch der Personenverkehr auf der Fuchstalbahn von Landsberg nach Schongau.
Im selben Jahr wurde das Bahnbetriebswerk geschlossen.
Auf der Fuchstalbahn fahren seither nur noch Güterzüge und einzelne Sonderzüge.
Verschiedene Initiativen setzen sich dafür ein, dort wieder Personenzüge fahren zu lassen.
Heute halten in Schongau täglich etwa 20 Regionalzüge der Bayerischen Regiobahn.
Sie fahren als Pfaffenwinkelbahn über Peiting und Peißenberg nach Weilheim.
Auf der Fuchstalbahn ist heute vor allem die Augsburger Localbahn im Güterverkehr unterwegs.

Die Handelsstadt am Lech
Schongau war lange eine Handelsstadt am Lech und eine bayerische Grenzstadt zu Schwaben.
Waren aus weiten Teilen Süddeutschlands wurden hier über die Handelsstraßen umgeschlagen.
Die Altstadt liegt auf einer Anhöhe und ist bis heute fast vollständig von ihrer Stadtmauer umgeben.
Diese Mauer stammt aus dem 14. Jahrhundert und hatte früher fünf Tore und sechzehn Türme.
Der Polizeidienerturm ist ein Torturm aus dem 13. Jahrhundert und wurde aus Tuffquadern errichtet.
Vom Rand der Altstadt reicht der Blick weit über das Lechtal.
Die Lage auf der Anhöhe schützte die Handelsstadt und machte sie weithin sichtbar.

Das Ballenhaus und die Kirche
Das Wahrzeichen der Stadt ist das Ballenhaus mitten in der Altstadt.
In seinem Erdgeschoss lagerten früher die Waren der Handelsstraßen, darüber saß die Stadtverwaltung.
Wegen Bauschäden wurde um 1860 fast ein Drittel des Gebäudes abgetragen.
Die Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt besitzt eine prächtige Rokokoausstattung.
Ihre Fresken schuf Matthäus Günther, den Stuck lieferte die berühmte Wessobrunner Schule.
So vereint die kleine Stadt Handelsgeschichte und barocke Pracht auf engem Raum.
Das Erdgeschoss des Ballenhauses diente früher als Schranne für den Getreidehandel.

Ankommen in Schongau
Vom Bahnhof am Lech geht es in wenigen Minuten hinauf in die ummauerte Altstadt.
Wer durch die Tore tritt, steht zwischen Bürgerhäusern, Türmen und dem Ballenhaus.
Ein Rundgang auf der Stadtmauer zeigt die Lage hoch über dem Fluss.
Von hier aus lässt sich der ganze Pfaffenwinkel mit seinen Kirchen erkunden.
Die Pfaffenwinkelbahn bringt Ausflügler bequem aus Weilheim und dem Umland herauf.
So verbindet der Bahnhof Schongau die alte Handelsstadt mit dem Netz der Regionalbahnen.
Der Bahnhof ist heute der Endpunkt der Pfaffenwinkelbahn, die von Weilheim hierher führt.

Häufige Fragen
Seit wann hat Schongau einen Bahnhof?
Welche Bahnen liefen in Schongau zusammen?
Welche Züge halten heute?
Fahren noch Züge nach Landsberg?
Warum liegt der Bahnhof so tief unter der Stadt?
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