Ortstermin
„Nächster Halt Colmar, Ausstieg in Richtung Altstadt und Elsässer Weinstraße.“
Der Bahnhof Colmar, Tor zum elsässischen Bilderbuch
→ Ein Ortstermin im Elsass.
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Kurz gesagt
Der Bahnhof Colmar liegt an der Bahnstrecke Straßburg–Basel und wird von der SNCF betrieben. Sein Empfangsgebäude von 1907 führt in wenigen Minuten mitten in die berühmte elsässische Altstadt.
Colmar gilt als heimliche Hauptstadt des Elsass und als eine der schönsten Fachwerkstädte Frankreichs.
Sein Bahnhof empfängt die Reisenden mit einem stattlichen Sandsteinbau aus dem Jahr 1907.
Dieser Ortstermin führt vom Bahnsteig in die Gassen von Klein-Venedig und zum Isenheimer Altar.

Die Hauptstadt der elsässischen Weine
Colmar ist nach Straßburg und Mülhausen die drittgrößte Stadt im Elsass und Verwaltungssitz des Départements Haut-Rhin.
Die rund 67.000 Einwohner zählende Stadt liegt an der Elsässer Weinstraße und nennt sich gern die Hauptstadt der elsässischen Weine.
Berühmt ist Colmar für sein gut erhaltenes architektonisches Erbe aus sechs Jahrhunderten.
Fachwerkhäuser, Kopfsteinpflaster und kleine Kanäle geben der Altstadt ein fast unwirkliches Bilderbuch-Gesicht.
Wer mit dem Zug anreist, steht nach wenigen Minuten Fußweg mitten in dieser Kulisse.

Der Bahnhof an der Strecke Straßburg–Basel
Der Bahnhof Colmar liegt nahe dem Stadtzentrum an der Bahnstrecke Straßburg–Basel, die das Elsass in Nord-Süd-Richtung durchzieht.
Betrieben wird er von der französischen Staatsbahn SNCF, und früher trug er den Namen Colmar-Central.
Er ist der wichtigste Bahnhof zwischen Straßburg und Mülhausen und damit ein Knotenpunkt des südlichen Elsass.
Von hier gehen zudem die Strecken nach Metzeral im Münstertal und nach Neuf-Brisach ab, Letztere heute nur noch im Güterverkehr.
Täglich halten Nahverkehrszüge der Region Grand Est sowie schnelle Verbindungen in Richtung Straßburg und Basel.

Gut zu wissen
Der erste Bahnhof von Colmar ging 1840 in Betrieb; das heutige Empfangsgebäude wurde 1907 einige hundert Meter südlich davon eröffnet.
Colmar liegt an der Bahnstrecke Straßburg–Basel und ist Ausgangspunkt der Strecken nach Metzeral und Neuf-Brisach.
Vom Holzbau 1840 zum Empfangsgebäude
Der erste Bahnhof von Colmar ging 1840 in Betrieb, als die Compagnie du chemin de fer de Strasbourg à Bâle den Abschnitt bis Colmar eröffnete.
Am 15. August 1841 folgte der Abschnitt weiter nach Mülhausen, von wo aus bereits Züge verkehrten.
Als Empfangsgebäude diente zunächst nur ein provisorischer Holzbau.
Schon in den 1870er Jahren musste das Gebäude wegen steigender Fahrgastzahlen erweitert werden.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die Kapazität erneut erschöpft, sodass ein völlig neuer Bahnhof geplant wurde.

Strecken ins Elsass und zur Weinstraße
Historisch begannen am Bahnhof Colmar sogar mehrere Schmalspurbahnen mit einer Spurweite von einem Meter.
Sie führten unter anderem nach Marckolsheim und als Kaysersberger Talbahn nach Lapoutroie in die Vogesen.
Eine weitere Strecke verband den früheren Südbahnhof mit Ensisheim und wurde 1901 eröffnet.
Während des Ersten Weltkriegs wurde diese Strecke auf Normalspur umgespurt.
Heute bündelt der Bahnhof vor allem den Regionalverkehr entlang der Rheinebene und zur Weinstraße.

Ein Bahnhof aus der Reichslandzeit
Das heutige Empfangsgebäude entstand ab 1902 einige hundert Meter südlich der alten Anlage und wurde 1907 eröffnet.
Erbaut wurde es in der Zeit, als das Elsass zum Deutschen Reich gehörte und die Reichseisenbahnen den Verkehr führten.
Der wuchtige Sandsteinbau zeigt die repräsentative Formensprache der wilhelminischen Epoche.
Mit seiner großen Halle wirkt er bis heute deutlich größer, als es die Stadtgröße vermuten ließe.
Gerade dieser Kontrast macht den Bahnhof zu einem beliebten Fotomotiv gleich nach der Ankunft.

Die Altstadt und das Koïfhus
Im Herzen der Altstadt steht das Koïfhus, das 1480 errichtete alte Kaufhaus mit seiner früheren Zollstation.
Im Erdgeschoss lagerten einst die Waren, während sich im Obergeschoss die Abgesandten des elsässischen Zehnstädtebunds versammelten.
Nur wenige Schritte entfernt steht das reich verzierte Pfisterhaus aus dem Jahr 1537.
Enge Gassen führen vorbei an Bürgerhäusern aus Mittelalter und Renaissance, die der Stadt ihren Charakter bewahrt haben.
An vielen Fassaden erinnern Erker, Schnitzereien und bemalte Balken an den Wohlstand früherer Jahrhunderte.

Das Unterlinden-Museum und der Isenheimer Altar
Das bekannteste Museum der Stadt ist das Unterlinden-Museum in einem früheren Kloster.
Sein größter Schatz ist der Isenheimer Altar von Matthias Grünewald aus dem frühen 16. Jahrhundert.
Daneben hängen hier Werke von Martin Schongauer sowie von Lucas Cranach dem Älteren und Hans Holbein dem Älteren.
Ein Neubau im angrenzenden ehemaligen Schwimmbad schuf zuletzt Platz für moderne und zeitgenössische Kunst.
Colmar gilt damit als eine der wichtigsten Museumsstädte des Elsass.

Klein-Venedig und die Weinstraße
Besonders malerisch ist das Viertel Klein-Venedig, wo bunte Häuser sich im Wasser des Flüsschens Lauch spiegeln.
Von kleinen Booten aus lässt sich die Altstadt vom Wasser her entdecken.
In Colmar wurde zudem der Bildhauer Auguste Bartholdi geboren, der Schöpfer der New Yorker Freiheitsstatue.
Ein eigenes Museum in seinem Geburtshaus erinnert an sein Werk.
Rundherum laden die Dörfer der Elsässer Weinstraße zu Ausflügen zwischen Reben und Fachwerk ein.

Ankommen in Colmar
Ankommen in Colmar heißt, aus einem stattlichen Bahnhof von 1907 in eine der schönsten Altstädte Frankreichs zu treten.
Vom Vorplatz führt ein kurzer, gerader Weg hinein in das Gewirr der Fachwerkgassen.
Wer früh kommt, erlebt Klein-Venedig noch still, bevor die Ausflugsboote ablegen.
Von hier aus sind Straßburg und Basel in weniger als einer Stunde mit der Bahn zu erreichen.
So verbindet der Bahnhof Colmar bequeme Anreise mit dem Zauber des elsässischen Bilderbuchs.

Häufige Fragen
Wo liegt der Bahnhof Colmar?
Aus welchem Jahr stammt das Bahnhofsgebäude?
Welche Strecken treffen in Colmar zusammen?
Was sollte man in Colmar sehen?
Wie weit ist es von Colmar nach Straßburg?
Weiterfahrt
→ Der Bahnhof Straßburg, ein Palast unter Glas – Straßburg ist mit dem Zug in deutlich unter einer Stunde erreichbar.
→ Ortstermin: Freiburg Hauptbahnhof – Mülhausen mit dem großen Eisenbahnmuseum Cité du Train liegt weiter südlich an derselben Strecke.
