Ortstermin
„Bellinzona, Porta del Ticino; Reisende Richtung Locarno und Lugano beachten bitte die Anzeigen auf dem Bahnsteig.“
Der Bahnhof Bellinzona, Tor zum Tessin unter drei Burgen
→ Ein Ortstermin im Tessin.
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Kurz gesagt
Der Bahnhof Bellinzona ist der größte Eisenbahnknoten des Kantons Tessin und liegt mitten auf der Gotthardachse. Seit dem Umbau von 2016 trägt er den Beinamen Porta del Ticino, das Tor zum Tessin.
Wer in Bellinzona ankommt, steht im südlichsten Teil der Schweiz, wo man Italienisch spricht.
Über dem Bahnhof erheben sich drei mittelalterliche Burgen, die zum Weltkulturerbe zählen.
Und durch die Stadt läuft die große Gotthardachse von Norden nach Süden.

Der größte Knoten im Tessin
Der Bahnhof Bellinzona ist der größte Eisenbahnknotenpunkt des Kantons Tessin.
Hier kreuzen sich die wichtigsten Strecken des italienischsprachigen Südens.
Die Gotthardbahn führt von Luzern und Zürich über Bellinzona weiter nach Chiasso.
Von dort ist es nur ein kurzer Weg bis an die italienische Grenze.
So ist der Bahnhof das Scharnier zwischen der Deutschschweiz und dem Süden.

Eröffnung im Jahr 1874
Der Bahnhof wurde im Jahr 1874 eröffnet.
Damals entstanden die Tessiner Talbahnen mit der Strecke von Biasca über Bellinzona und Lugano nach Chiasso.
Zugleich führte eine Linie von Bellinzona nach Locarno am Lago Maggiore.
Bellinzona war damit von Beginn an ein Mittelpunkt des Tessiner Netzes.
Noch fehlte allerdings die direkte Verbindung nach Norden.

Gut zu wissen
Der Bahnhof Bellinzona wurde 1874 eröffnet und ist der größte Eisenbahnknoten des Kantons Tessin.
1882 brachte der Gotthardtunnel den Anschluss an die Deutschschweiz; seit 2004 ist die Stadt Mittelpunkt der S-Bahn TILO.
Die drei Burgen von Bellinzona zählen seit dem Jahr 2000 zum Weltkulturerbe der UNESCO.
Der Gotthard rückt näher
Das änderte sich 1882 mit der Eröffnung des Gotthardtunnels.
Über die Strecke von Airolo nach Biasca erhielt Bellinzona Anschluss an die Deutschschweiz.
Von nun an fuhren Züge aus dem Norden durch den Berg hinunter ins Tessin.
Im Jahr 2016 kam der neue Gotthard-Basistunnel hinzu.
Seitdem liegt der Süden noch näher an den großen Städten im Norden.

Die S-Bahn TILO
Seit 2004 ist Bellinzona der Mittelpunkt der S-Bahn TILO.
Dieses Netz verbindet das Tessin mit der benachbarten Lombardei in Italien.
Von Bellinzona fahren die Züge nach Biasca, Chiasso und Locarno.
Zu Spitzenzeiten reichen einzelne Linien bis über die Grenze.
So erschließt der Bahnhof heute die ganze Region rund um die Stadt.

Die Porta del Ticino
Von 2014 bis 2016 wurde der Bahnhof für rund 36 Millionen Franken saniert.
Am 14. Oktober 2016 wurde der umgebaute Bahnhof feierlich eingeweiht.
Seitdem trägt er den Beinamen Porta del Ticino, also Tor zum Tessin.
Bellinzona ist zudem seit Langem für seine großen Bahnwerkstätten bekannt.
Die Eisenbahn prägt die Stadt also bis heute weit über den Bahnsteig hinaus.

Drei Burgen über der Stadt
Über Bellinzona wachen drei mittelalterliche Burgen.
Von West nach Ost sind das Castelgrande, das Castello di Montebello und das Castello di Sasso Corbaro.
Zusammen mit der alten Stadtmauer und der Murata bildeten sie eine Sperre quer durch das Tessintal.
Seit dem Jahr 2000 gehört dieser Komplex zum Weltkulturerbe der UNESCO.
In jeder der drei Burgen ist heute ein kleines Museum untergebracht.

Die Altstadt im italienischen Süden
Bellinzona ist der Hauptort des Kantons Tessin.
In der Stadt und im ganzen Kanton wird Italienisch gesprochen.
Das geschlossene Stadtbild gilt als schützenswertes Ortsbild von nationaler Bedeutung.
In Bellinzona hat außerdem das Bundesstrafgericht der Schweiz seinen Sitz.
Ein Kunstmuseum in der Villa dei Cedri zeigt vor allem Werke Tessiner Künstler.

Zwischen den Alpenpässen
Bellinzona ist nicht nur ein Bahnknoten, sondern auch ein Tor zu den Alpenpässen.
Vom Tal aus sind der Gotthard, der Lukmanier, der San Bernardino und der Nufenen erreichbar.
Entlang dieser Wege zog seit Jahrhunderten der Verkehr zwischen Nord und Süd.
Die Stadt lag damit immer an einer wichtigen Kreuzung Europas.
Diese Lage erklärt auch, warum die Burgen einst so mächtig ausgebaut wurden.

Ankommen in Bellinzona
Ankommen in Bellinzona heißt, in der zweitgrößten Stadt des Tessins aus dem Zug zu steigen.
Rund 45 000 Menschen leben hier, nur Lugano ist größer.
Vom Bahnhof führt ein kurzer Weg hinein in die enge Altstadt.
Von dort steigt man zu Fuß hinauf zum Castelgrande und blickt über die Dächer.
So wird das Tor zum Tessin zum Auftakt für einen Ausflug in den Süden der Schweiz.

Häufige Fragen
Seit wann hat Bellinzona einen Bahnhof?
Warum ist Bellinzona für die Bahn so wichtig?
Was bedeutet der Name Porta del Ticino?
Welche Burgen gibt es in Bellinzona?
Welche Sprache spricht man in Bellinzona?
Weiterfahrt
→ Ortstermin: Lugano – Lugano ist die größte Stadt des Kantons Tessin und liegt südlich an der Gotthardachse.
→ Ortstermin: Luzern – Locarno am Lago Maggiore ist über eine eigene Stichstrecke mit Bellinzona verbunden.
