Ortstermin
„Locarno, Endstation; für die Centovallibahn nach Domodossola nutzen Sie bitte den unterirdischen Teil des Bahnhofs.“
Der Bahnhof Locarno, wo zwei Spurweiten am Lago Maggiore enden
→ Ein Ortstermin am Lago Maggiore.
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Kurz gesagt
Der Bahnhof Locarno ist der Endpunkt zweier Strecken, der normalspurigen Linie von Bellinzona und der schmalen Centovallibahn aus Italien. Er liegt am Nordufer des Lago Maggiore, am Fuß der Wallfahrtskirche Madonna del Sasso.
Wer in Locarno ankommt, steigt am Nordufer des Lago Maggiore aus dem Zug.
Der Bahnhof ist etwas Besonderes, denn hier enden gleich zwei Bahnen mit verschiedenen Spurweiten.
Gleich dahinter beginnt eine Stadt mit Palmen, einer weiten Piazza und einem berühmten Filmfestival.

Zwei Bahnhöfe in einem
Der Bahnhof Locarno ist eigentlich ein doppelter Bahnhof.
Er besteht aus zwei Kopfbahnhöfen, die heute nicht mehr miteinander verbunden sind.
Der eine Teil ist normalspurig, der andere schmalspurig.
Beide Strecken enden hier und fahren nicht weiter.
So treffen am Lago Maggiore zwei ganz verschiedene Bahnwelten aufeinander.

Die Zweigstrecke von Bellinzona
Der normalspurige Teil gehört den Schweizerischen Bundesbahnen.
Seine Gleise kommen von Bellinzona über Giubiasco heran.
Diese Linie ist eine Zweigstrecke der großen Gotthardbahn.
Die Züge erreichen den oberirdischen Kopfbahnhof von Osten her.
Im Stundentakt hält hier eine Fernverbindung aus dem Norden.

Gut zu wissen
Der Bahnhof Locarno besteht aus zwei getrennten Kopfbahnhöfen: der normalspurigen SBB-Strecke aus Bellinzona und der schmalspurigen Centovallibahn aus Domodossola.
Die Centovallibahn wurde 1912 fertiggestellt und fährt seit 1990 durch einen Tunnel zu einer unterirdischen Endstation.
Das renovierte Hauptgebäude wurde 2019 wiedereröffnet; der Bahnhof liegt auf dem Gebiet der Nachbargemeinde Muralto.
Die Centovallibahn aus Italien
Der zweite Teil gehört der schmalspurigen Centovallibahn.
Diese meterspurige Strecke kommt aus dem italienischen Domodossola.
Sie wurde im Jahr 1912 fertiggestellt.
Auf ihr fahren Regional- und Panoramazüge durch das enge Centovalli.
Unterwegs liegen Orte wie Intragna und Camedo nahe der Grenze.

Unter die Erde seit 1990
Früher hielten die Züge der Centovallibahn an einem eigenen Bahnsteig auf dem Bahnhofsplatz.
Seit 1990 fährt die Bahn jedoch nicht mehr oberirdisch durch Locarno.
Stattdessen führt eine Tunnelstrecke zu einer unterirdischen Endstation.
Dort, wo einst die Güteranlagen lagen, entstand der neue unterirdische Bahnhof.
So verschwand ein Teil des Bahnhofs unter die Erde.

Der Umbau bis 2020
In den Jahren vor 2019 wurde der Bahnhof umfassend umgebaut.
Nach zwei Jahren Bauzeit und einer Investition von zwölf Millionen Franken öffnete das renovierte Hauptgebäude wieder.
Seit November 2020 verbindet eine neue Unterführung den Schweizer und den Centovalli-Teil direkt.
Der Bahnhof steht übrigens nicht in Locarno selbst, sondern in der Nachbargemeinde Muralto.
Die Grenze zwischen beiden verläuft entlang eines kleinen Baches westlich der Gleise.

Die Madonna del Sasso
Hoch über der Stadt steht die Wallfahrtskirche Madonna del Sasso.
Sie liegt im Ortsteil Orselina und gilt als die Hauptsehenswürdigkeit Locarnos.
Als beliebtester Wallfahrtsort der italienischsprachigen Schweiz zieht sie viele Besucher an.
Ihre Gründung geht auf eine Erscheinung aus dem Jahr 1480 zurück.
Von Orselina führt eine Luftseilbahn weiter hinauf auf die Berge Cardada und Cimetta.

Piazza Grande und Filmfestival
Das Herz der Stadt ist die weite Piazza Grande.
Jeden Sommer verwandelt das Filmfestival diesen Platz in ein großes Freiluftkino.
Das Festival findet seit dem Jahr 1946 statt und ist weit über die Schweiz hinaus bekannt.
Früher fuhr sogar ein Tram über die Piazza Grande bis zum Bahnhof.
Ein kurzes Stück der alten Tramgleise ist auf dem Platz bis heute erhalten.

Das Castello und die Verträge von 1925
Am Rand der Altstadt steht das Castello Visconteo.
In ihm erzählt ein Museum von der Geschichte der Stadt und ihrer Burg.
Im Oktober 1925 wurde Locarno zum Schauplatz einer wichtigen Friedenskonferenz.
Dort schlossen mehrere europäische Staaten die berühmten Verträge von Locarno.
Noch heute erinnert der Name der Stadt an diese Verständigung in Europa.

Ankommen in Locarno
Ankommen in Locarno heißt, in der drittgrößten Stadt des Tessins aus dem Zug zu steigen.
Nur Lugano und Bellinzona sind im Kanton noch größer.
Gleich vor dem Bahnhof liegt das milde Ufer des Lago Maggiore.
Von dort sind es wenige Schritte zur Piazza Grande und hinauf zur Seilbahn.
So wird der doppelte Bahnhof zum Auftakt für einen Ausflug in den sonnigen Süden.

Häufige Fragen
Warum hat Locarno zwei Bahnhöfe?
Was ist die Centovallibahn?
Liegt der Bahnhof wirklich in Locarno?
Was kann man vom Bahnhof aus erreichen?
Wofür ist Locarno berühmt?
Weiterfahrt
→ Ortstermin: Lugano – Bellinzona ist der große Bahnknoten des Tessins und nur eine kurze Fahrt entfernt.
