Stimmt es, dass …?
„Steile Bergfahrt in Linz: Ohne Zahnrad zieht sich die Bahn den Pöstlingberg hinauf.“
Stimmt es, dass die steilste Adhäsionsbahn der Welt in Linz fährt?
→ Ein Bahn-Mythos auf dem Prüfstand.
Lesezeit: 8 Minuten · Schalter: Stimmt es, dass …?
Kurz gesagt
Das stimmt teilweise: Die Pöstlingbergbahn zählt mit rund 116 Promille zu den steilsten Adhäsionsbahnen der Welt. Eine Straßenbahn in Lissabon ist auf einem kurzen Stück aber noch steiler.
Über der Stadt Linz erhebt sich der Pöstlingberg.
Hinauf führt eine ungewöhnlich steile Bahn.
Sie klettert den Berg ganz ohne Zahnrad empor.

Die Fakten in Zahlen
116 ‰
Steigung
maximale Neigung am Hohen Damm
1898
29. Mai
Eröffnung der Pöstlingbergbahn
2,9 km
Länge
Strecke von Urfahr auf den Berg
Die Bahn fährt allein über die Reibung ihrer Räder, also ohne Zahnstange.
Was der Mythos behauptet
Der Mythos sagt, in Linz fahre die steilste Adhäsionsbahn der Welt.
Gemeint ist die Pöstlingbergbahn hinauf auf den Pöstlingberg.
Sie klettert ohne Zahnrad erstaunlich steile Abschnitte hinauf.
An der Behauptung ist viel dran.
Ganz unumstritten ist der Titel aber nicht.

Die Pöstlingbergbahn in Linz
Die Bahn wurde am 29. Mai 1898 eröffnet.
Sie führt vom Stadtteil Urfahr auf den Pöstlingberg.
Die Strecke ist knapp drei Kilometer lang.
Von Anfang an fuhr sie elektrisch.
Zunächst diente sie vor allem dem Ausflugsverkehr.
Heute ist sie fest in den Linzer Nahverkehr eingebunden.
Gut zu wissen
Die Pöstlingbergbahn erreicht am Hohen Damm eine Steigung von rund 116 Promille und gilt als eine der steilsten Adhäsionsbahnen der Welt.
Eine Straßenbahnlinie in Lissabon erreicht auf einem kurzen Abschnitt etwa 135 Promille, weshalb der absolute Weltrekord umstritten ist.
Wie steil ist steil
Die größte Steigung beträgt rund 116 Promille.
Das bedeutet gut elf Meter Anstieg auf hundert Meter Strecke.
Für eine Bahn ohne Zahnrad ist das außergewöhnlich viel.
Früher wurde der Wert sogar mit 105 Promille angegeben.
Neuere Messungen kamen auf die höheren 116 Promille.
Ohne Zahnrad den Berg hinauf
Viele Bergbahnen brauchen ein Zahnrad für die Steigung.
Die Pöstlingbergbahn kommt ohne eine solche Zahnstange aus.
Sie setzt allein auf die Reibung ihrer Räder.
Fachleute nennen das eine Adhäsionsbahn.
Dass sie so steile Abschnitte schafft, ist bemerkenswert.
Der strittige Weltrekord
Oft heißt es, die Bahn sei die steilste Adhäsionsbahn der Welt.
Dieser Titel wird ihr häufig zugeschrieben.
Ganz eindeutig ist er jedoch nicht.
Eine Straßenbahn in Lissabon erreicht auf einem kurzen Stück rund 135 Promille.
Damit ist sie an dieser Stelle noch steiler.
Je nach Sichtweise bleibt der Rekord deshalb umstritten.
Eine Bahn mit Geschichte
Über viele Jahrzehnte prägte die Bahn das Bild von Linz.
Sie galt lange als Wahrzeichen der Stadt.
Alte Wagen brachten Generationen von Ausflüglern nach oben.
Im Lauf der Zeit wurde die Technik erneuert.
Der besondere Charakter blieb dabei erhalten.
Teil des Linzer Nahverkehrs
Im Jahr 2009 wurde die Bahn umfassend modernisiert.
Seitdem ist sie an das Straßenbahnnetz angebunden.
Im Liniennetz trägt sie die Nummer 50.
So verbindet sie Ausflugsziel und Alltag.
Man kann sie mit einem normalen Ticket nutzen.
Ausflug auf den Pöstlingberg
Oben auf dem Pöstlingberg steht eine bekannte Wallfahrtskirche.
Von dort reicht der Blick weit über Linz und die Donau.
Die Bergfahrt ist ein beliebter Ausflug.
Besonders an Wochenenden sind die Wagen gut gefüllt.
Die steile Fahrt gehört für viele zum Erlebnis.
Das Fazit
Die Behauptung stimmt nur teilweise.
Die Pöstlingbergbahn zählt mit 116 Promille zu den steilsten Adhäsionsbahnen der Welt.
Oft wird sie sogar als die steilste bezeichnet.
Eine Straßenbahn in Lissabon ist auf einem kurzen Stück aber noch steiler.
Als eine der steilsten der Welt bleibt die Linzer Bahn dennoch unbestritten.
Warum die Bahn für das ganze Land zählt
Die Bahn bringt Tag für Tag sehr viele Menschen sicher ans Ziel.
Sie verbindet große Städte mit kleinen Dörfern und hält so das Land zusammen.
Bei Wind und Wetter fährt sie, wenn andere Verkehrsmittel längst stehen.
Ein gut gefüllter Zug ersetzt viele Autos und entlastet damit die Straßen.
Zugleich schont die Schiene die Umwelt, weil sie je Reisenden wenig Energie braucht.
So ist die Bahn weit mehr als ein Verkehrsmittel, sie ist ein Stück Daseinsvorsorge.
Ein Blick in die Zukunft
Die Bahn von morgen soll noch pünktlicher, digitaler und bequemer werden.
Neue Stellwerke steuern den Verkehr aus der Ferne und in Echtzeit.
Moderne Züge fahren leiser, sparsamer und mit mehr Platz für Rad und Gepäck.
Das Netz wird an vielen Stellen ausgebaut, damit mehr Züge fahren können.
Auch die Bahnhöfe werden Schritt für Schritt barrierefrei und freundlicher.
So entsteht nach und nach die Bahn, die sich viele Fahrgäste wünschen.
Ein Blick in die Zukunft
Die Bahn von morgen soll noch pünktlicher, digitaler und bequemer werden.
Neue Stellwerke steuern den Verkehr aus der Ferne und in Echtzeit.
Moderne Züge fahren leiser, sparsamer und mit mehr Platz für Rad und Gepäck.
Das Netz wird an vielen Stellen ausgebaut, damit mehr Züge fahren können.
Auch die Bahnhöfe werden Schritt für Schritt barrierefrei und freundlicher.
So entsteht nach und nach die Bahn, die sich viele Fahrgäste wünschen.
