Ortstermin
„Sehr geehrte Fahrgäste, Sie erreichen Bad Mergentheim, die Kurstadt an der Tauber, Reisezentrum und Ausgang zur Innenstadt links.“
Der Bahnhof Bad Mergentheim, wo zwei Länder verschiedene Bahnzeiten zeigten
→ Ein Ortstermin im fränkisch geprägten Nordosten Baden-Württembergs.
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Kurz gesagt
Der Bahnhof von Bad Mergentheim wurde 1869 eröffnet und war einst ein Grenzbahnhof zwischen Württemberg und Baden. Sein Uhrenturm zeigte deshalb zwei Bahnzeiten an, und lange brachten Kurwagen Gäste aus halb Deutschland in die Stadt an der Tauber.
Bad Mergentheim ist eine Kurstadt an der Tauber, und ihr Bahnhof erzählt von einer Zeit, als hier eine Landesgrenze verlief.
Der Bahnhof wurde 1869 eröffnet, damals noch als Bahnhof Mergentheim.
Lange kamen Kurgäste in eigenen Wagen aus Berlin, Hamburg und Dortmund direkt bis hierher.

Ein Bahnhof an der Tauber
Der Bahnhof Bad Mergentheim liegt im Main-Tauber-Kreis im Nordosten von Baden-Württemberg.
Er ist eine Betriebsstelle der Bahnstrecke Crailsheim–Königshofen.
Das Empfangsgebäude steht an der Poststraße, nur wenige Schritte von der Innenstadt entfernt.
Bis 1926 hieß der Bahnhof schlicht Mergentheim, dann bekam die Stadt den Zusatz Bad.

Die Strecke von 1869
Am 23. Oktober 1869 wurde die Strecke von Crailsheim nach Mergentheim eröffnet.
Gefeiert wurde die Ankunft der Bahn schon fünf Tage vorher, am 18. Oktober 1869.
Damit war Mergentheim an das wachsende Netz der württembergischen Eisenbahn angeschlossen.
Die Bahn brachte der kleinen Stadt einen kräftigen Aufschwung.
Von Mergentheim aus wuchs die Strecke später bis nach Königshofen weiter.

Gut zu wissen
Der Bahnhof Bad Mergentheim wurde am 23. Oktober 1869 mit der Strecke Crailsheim–Mergentheim eröffnet und lag zunächst an der Grenze zwischen Württemberg und Baden.
Sein Uhrenturm zeigte deshalb die badische und die württembergische Bahnzeit; ab 1939 brachten Kurswagen aus Berlin und später aus Hamburg und Dortmund die Gäste bis in die Stadt.
Seit 2006 gehört der Bahnhof zur Westfrankenbahn.
Ein Grenzbahnhof mit zwei Uhren
Der Bahnhof lag ursprünglich genau an der Grenze zwischen Württemberg und Baden.
Darum zeigte der Uhrenturm auf dem Mittelteil des Empfangsgebäudes einmal die badische und einmal die württembergische Bahnzeit an.
Zum Bahnhof gehörten je eine württembergische und eine badische Lokomotivremise sowie eine Wagenremise.
Nur den Güterschuppen nutzten beide Seiten gemeinsam.

Kurwagen aus Berlin, Hamburg und Dortmund
Für den Kurbetrieb hatte der Bahnhof von Anfang an eine große Bedeutung.
Ab dem Sommer 1939 fuhren Kurswagen von Berlin bis nach Bad Mergentheim.
Ab 1968 kamen ganzjährige Kurswagen aus Hamburg und Dortmund hinzu.
Diese besonderen Wagen wurden erst 1988 und 1989 wieder eingestellt.
So war der Bahnhof lange ein Tor für Kurgäste aus dem ganzen Land.

Vom eigenen Dienst zur Westfrankenbahn
Bis 1993 hatte der Bahnhof einen eigenen Rangierdienst mit einer Kleinlok.
Danach wurde die selbständige Dienststelle aufgelöst und dem Bahnhof Lauda als Außenstelle zugeteilt.
Seit 2006 gehört die Station mit ihren beiden Stellwerken und dem Reisezentrum zur Westfrankenbahn.
Der alte Güterbahnhof wurde 2007 abgerissen, auf dem badischen Bahnareal entstand später eine Wohnanlage.

Die Stadt des Deutschen Ordens
Mergentheim wurde im Jahr 1058 erstmals urkundlich erwähnt.
Von 1525 bis 1809 war die Stadt Dienstsitz des Hoch- und Deutschmeisters des Deutschen Ordens.
Aus dieser Zeit stammt das große Deutschordensschloss, das bis heute das Bild der Stadt prägt.
Im Schloss ist heute ein Museum untergebracht, das die Geschichte des Ordens erzählt.
Noch heute wird Bad Mergentheim oft als frühere Residenz des Deutschen Ordens beschrieben.

Kurstadt an der Tauber
Im 19. Jahrhundert wurden bei Mergentheim Heilquellen entdeckt.
Aus dem Ort wurde ein Kurbad, und dazu passte der Zusatz Bad im Namen.
Bis heute prägen ein Kurpark und Kureinrichtungen das Leben der Stadt.
Wer aus dem Zug steigt, ist rasch mitten in dieser ruhigen Kurstadt.

Was man in der Altstadt sieht
Der Marktplatz von Bad Mergentheim ist von schönen alten Häusern umgeben.
In der Stadt stehen mehrere Kirchen, darunter die Marienkirche und die Schlosskirche.
Zwischen Fachwerk und Steinbauten lässt sich die lange Geschichte der Stadt ablesen.
Von der Tauber sind es nur wenige Schritte in die Gassen der Altstadt.

Ankommen in Bad Mergentheim
Wer in Bad Mergentheim ankommt, steht an einem Bahnhof, der von Grenzen und von Kurgästen erzählt.
Vom Reisezentrum sind es nur wenige Minuten bis zum Marktplatz.
Von dort führt der Weg zum Deutschordensschloss und weiter in den Kurpark.
So wird aus der Fahrt an die Tauber ein Ausflug in eine der ältesten Kurstädte des Landes.

Häufige Fragen
Wann wurde der Bahnhof Bad Mergentheim eröffnet?
Warum war es ein Grenzbahnhof?
Was hat es mit den Kurwagen auf sich?
Zu welcher Bahn gehört der Bahnhof heute?
Was kann man vom Bahnhof aus sehen?
Weiterfahrt
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