Ortstermin
„Willkommen in Aberdeen, Endstation der Züge aus dem Süden, bitte umsteigen in Richtung Inverness.“
Der Bahnhof Aberdeen, Granitbahnhof an der Nordsee
→ Ein Ortstermin im Nordosten Schottlands.
Lesezeit: 9 Minuten · Schalter: Ortstermin
Kurz gesagt
Der Bahnhof Aberdeen wurde 1867 als gemeinsamer Bahnhof zweier Gesellschaften eröffnet und ab 1912 aus Granit neu gebaut. Heute ist er mit sechs Bahnsteigen der verkehrsreichste Bahnhof Schottlands nördlich von Edinburgh und Glasgow.
Aberdeen ist nach Glasgow und Edinburgh die drittgrößte Stadt Schottlands und liegt an der Nordsee.
Wegen ihrer vielen Bauten aus grauem Granit trägt sie den Beinamen Granitstadt.
Ihr Bahnhof ist der wichtigste im Nordosten Schottlands.

Ein gemeinsamer Bahnhof von 1867
Der Bahnhof Aberdeen wurde am 4. November 1867 als gemeinsamer Bahnhof eröffnet.
Er ersetzte die beiden älteren Bahnhöfe Guild Street und Waterloo.
Hier trafen die Caledonian Railway aus dem Süden und die Great North of Scotland Railway aus dem Norden zusammen.
Beide Gesellschaften teilten sich den Bahnhof, daher der Name Aberdeen Joint.
Erst 1952 wurde er einfach in Aberdeen umbenannt.

Umbau aus Granit
Ab 1912 wurde der Bahnhof für rund 180.000 Pfund völlig neu gebaut.
Schon 1913 hatten fünf Bahnsteige ein Dach.
Der Umbau zog sich bis gegen 1920 hin und gilt als einer der letzten großen Bahnhofsneubauten Schottlands.
In seiner größten Zeit hatte der Bahnhof dreizehn Bahnsteige.
Das Gebäude und die Straßenbrücke stehen heute als Baudenkmal der höchsten Stufe unter Schutz.

Gut zu wissen
Der Bahnhof Aberdeen wurde am 4. November 1867 als Aberdeen Joint eröffnet und ab 1912 neu gebaut. Heute hat er sechs Bahnsteige.
Er ist Endpunkt der Strecken aus Dundee und aus Inverness und der verkehrsreichste Bahnhof Schottlands nördlich von Edinburgh und Glasgow. Das Gebäude steht als Baudenkmal unter Schutz.
Von dreizehn auf sechs Bahnsteige
Mit dem Rückgang des Verkehrs wurde der Bahnhof nach und nach kleiner.
Bis 1973 sank die Zahl der Bahnsteige auf sieben.
Eine neue Signaltechnik in den 1980er Jahren ließ nur noch fünf regelmäßig genutzte Bahnsteige übrig.
Heute hat der Bahnhof sechs Bahnsteige, die von zwei bis sieben nummeriert sind.

Endpunkt zweier Strecken
Aberdeen ist der Endpunkt der Strecke von Dundee und der Strecke von Inverness.
Damit ist der Bahnhof das Scharnier zwischen dem Süden und dem Norden Schottlands.
Er gilt als der verkehrsreichste Bahnhof Schottlands nördlich von Edinburgh und Glasgow.
Im Jahr 2024/25 zählte er rund 2,4 Millionen Reisende.

Vier Bahngesellschaften
Heute halten in Aberdeen Züge von vier Gesellschaften.
ScotRail fährt nach Edinburgh über Dundee, nach Glasgow und nach Inverness.
Die Gesellschaft LNER verbindet die Stadt mehrmals täglich mit London King’s Cross.
Nachts fährt der Caledonian Sleeper als Schlafwagenzug nach London Euston.
CrossCountry verbindet Aberdeen über weite Strecken bis ins südenglische Plymouth.

Weit im Norden
Von Carlisle an der englischen Grenze sind es über Perth rund 388 Kilometer bis Aberdeen.
Die Fahrt von London dauert mit dem schnellsten Zug mehrere Stunden.
Viele Reisende nehmen daher den Nachtzug.
Für den Norden Schottlands ist Aberdeen das Tor zu den Highlands und zur Küste.

Hafen und Ölstadt
Aberdeen ist seit langem eine bedeutende Hafenstadt an der Nordsee.
Seit den 1970er Jahren ist sie das Zentrum der britischen Ölförderung in der Nordsee.
Viele Menschen kommen mit der Bahn zur Arbeit in die Stadt.
Der Bahnhof liegt zentral neben dem Hafen und einem großen Einkaufszentrum.

Die Granitstadt
Ihren Beinamen verdankt Aberdeen dem hellgrauen Granit, aus dem viele Häuser gebaut sind.
Bei Sonne glitzert das Gestein, weil es feine Kristalle enthält.
Die breite Union Street ist die bekannteste Straße der Stadt.
An ihr stehen zahlreiche Bauten aus dem 19. Jahrhundert.

Ankommen in Aberdeen
Vom Bahnhof führt der Weg direkt auf die lange Union Street.
Nicht weit entfernt steht das Marischal College, einer der größten Granitbauten der Welt.
Im Hafen legen Fähren zu den Orkney- und Shetlandinseln ab.
Im Stadtteil Old Aberdeen stehen die mittelalterliche Kathedrale und die alte Universität.
Entlang der Küste zieht sich ein langer Sandstrand fast bis zur Flussmündung.

Von der Dampflok bis heute
Die Eisenbahn hat sich in fast zwei Jahrhunderten enorm verändert.
Am Anfang stand die schnaubende Dampflok, langsam und rußig, aber revolutionär.
Später kamen der elektrische Antrieb und immer schnellere Züge hinzu.
Aus einfachen Holzbänken wurden bequeme Sitze mit Steckdose und Klimaanlage.
Vieles, was heute selbstverständlich wirkt, war früher undenkbarer Luxus.
Dieser lange Weg zeigt, wie sehr die Bahn mit der Zeit gegangen ist.
Was ein Bahnhof für eine Stadt bedeutet
Ein Bahnhof ist für viele Städte weit mehr als nur ein Verkehrsbauwerk.
Er ist oft das Erste, was Reisende von einem Ort zu sehen bekommen.
Rund um den Bahnhof entstehen Geschäfte, Cafés und ein reges Treiben.
Er verbindet die Stadt mit der weiten Welt und die Welt mit der Stadt.
Ein gepflegter Bahnhof ist deshalb auch eine Visitenkarte des Ortes.
So prägt er das Bild einer Stadt weit über die Gleise hinaus.
Häufige Fragen
Seit wann hat Aberdeen einen Bahnhof?
Warum hieß er Aberdeen Joint?
Wie viele Bahnsteige hat der Bahnhof?
Wohin fahren Züge von Aberdeen?
Was kann man in Aberdeen besichtigen?
Weiterfahrt
