Zahlen, bitte!
„Bitte festhalten: Zweihundertacht Kurven liegen zwischen dem Tal und der Bergstadt Ooty.“
Wie viele Kurven hat die Nilgiri-Bergbahn?
→ Eine Bergstrecke in Zahlen.
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Kurz gesagt
Die Nilgiri-Bergbahn windet sich auf ihrem Weg bergauf durch 208 Kurven. Dazu kommen 16 Tunnel und 250 Brücken.
Manche Bahnstrecken verlaufen schnurgerade, andere schlängeln sich mühsam den Berg hinauf.
Die Nilgiri-Bergbahn in Südindien gehört klar zur zweiten Sorte.
Auf nur 46 Kilometern reiht sie eine Kurve an die nächste.

Die wichtigsten Zahlen
208
Kurven
auf der ganzen Strecke
46 km
Länge
Mettupalayam bis Ooty
1899
fertiggestellt
nach Plänen Riggenbachs
Zweihundertacht Mal legt sich die Strecke in eine Kurve, bevor der Zug oben ankommt.
Die Zahl im Überblick
Die Nilgiri-Bergbahn durchfährt auf ihrem Weg bergauf 208 Kurven.
Diese Zahl steht so im Wikipedia-Artikel zur Strecke.
Dazu kommen 16 Tunnel und 250 Brücken.
Alle drei Zahlen zusammen ergeben ein Bild von der aufwendigen Linienführung.
Auf 46 Kilometern ist das eine erstaunliche Dichte an Kurven.
Im Schnitt liegt also etwa alle zweihundert Meter eine neue Biegung.

Wo die Bahn fährt
Die Nilgiri-Bergbahn klettert im Süden Indiens von Mettupalayam hinauf in die Nilgiri-Berge.
Ihr Ziel ist die alte britische Höhenstadt Udagamandalam, die fast alle nur Ooty nennen.
Unterwegs hält sie in Coonoor, wo der steilste Teil der Strecke beginnt.
Die Linie ist rund 46 Kilometer lang und überwindet dabei etwa 1900 Höhenmeter.
Sie gehört zu den berühmten Bergbahnen in den Westghats, einer Gebirgskette am Rand des Dekkan-Hochlands.
Gut zu wissen
Die Nilgiri-Bergbahn fährt mit Meterspur, also schmaler als eine normale Hauptbahn.
Auf dem Steilabschnitt zwischen Mettupalayam und Coonoor ziehen bis heute Dampfloks die Wagen bergauf.
Warum so viele Kurven
Die Nilgiri-Berge steigen steil aus der heißen Ebene auf.
Eine gerade Strecke wäre viel zu steil für einen Zug gewesen.
Darum legten die Erbauer die Trasse in lange Schleifen und enge Bögen.
So gewinnt die Bahn langsam an Höhe, ohne zu rutschen.
Jede Kurve kostet Platz, aber sie macht den Anstieg erst möglich.
Die vielen Biegungen sind also kein Zufall, sondern das Ergebnis sorgfältiger Planung.
Der lange Weg zum Bau
Geplant wurde eine Bahn in die Nilgiris schon seit 1845, doch der Bau zog sich über Jahrzehnte.
Fertiggestellt wurde die Strecke 1899, nach Plänen des Schweizer Ingenieurs Niklaus Riggenbach.
Betrieben wurde sie zuerst von der Madras Railway, ab 1908 von der South Indian Railway.
Der steile Abschnitt nutzt eine Zahnstange, damit die Züge sicher bergauf und bergab kommen.
Die Spur ist schmal, und bis heute ziehen zum Teil Dampflokomotiven die Wagen den Berg hinauf.
Technik am Berg
Auf dem steilsten Stück arbeitet die Bahn mit einer Zahnstange.
Ein Zahnrad an der Lok greift in diese Stange und hält den Zug sicher.
Die normale Reibung zwischen Rad und Schiene würde hier nicht ausreichen.
Dieses System geht auf Entwürfe aus der Schweiz zurück.
Es hat sich an vielen Bergbahnen der Welt bewährt.
Auch deshalb fährt die Nilgiri-Bergbahn bis heute zuverlässig.
Kurven, Tunnel und Brücken
Die 208 Kurven stehen nicht allein.
Sechzehn Tunnel führen durch den harten Fels der Berge.
Zweihundertfünfzig Brücken überspannen Täler, Bäche und Schluchten.
Zusammen zeigen diese Zahlen, wie schwierig das Gelände ist.
Jedes dieser Bauwerke musste von Hand geplant und errichtet werden.
Für die damalige Zeit war das eine gewaltige Leistung.
Ein Welterbe auf Schienen
Seit 2005 gehört die Nilgiri-Bergbahn zum Weltkulturerbe der UNESCO.
Sie ist dort unter dem Titel „Mountain Railways of India“ eingetragen, zusammen mit anderen indischen Bergbahnen.
Diese Auszeichnung schützt die alte Technik und die aufwendige Linienführung.
Für viele Reisende ist die langsame Fahrt selbst schon das eigentliche Ziel.
Die Bahn gilt als eines der eindrucksvollsten Beispiele für den Bergbahnbau der Kolonialzeit.
Langsam, aber lohnend
Schnell ist die Nilgiri-Bergbahn nicht, und das ist hier kein Nachteil.
Die Züge kriechen mit wenigen Stundenkilometern durch Wald, Teeplantagen und Felsen.
Für die gesamte Strecke braucht ein Zug mehrere Stunden.
Gerade dieses gemächliche Tempo macht die Fahrt zum Erlebnis.
Wer oben in Ooty ankommt, hat eine der schönsten Bahnstrecken Südasiens hinter sich.
Das Ziel: Ooty
Am oberen Ende der Strecke liegt die Stadt Ooty.
Die Briten bauten sie einst als kühlen Rückzugsort in der Höhe aus.
Rundherum wachsen Teeplantagen bis an die Hänge heran.
Die Bahn brachte früher Beamte, Waren und Post in die Berge.
Heute sind es vor allem Reisende, die den Weg nach oben suchen.
Die Kurvenfahrt ist für sie ein Höhepunkt der Reise.
Im Vergleich mit anderen Bergbahnen
Indien hat mehrere berühmte Bergbahnen, die alle mit engen Kurven kämpfen.
Die Darjeeling-Bahn im Norden nutzt dafür sogar Schleifen und Spitzkehren.
Die Nilgiri-Bahn setzt stattdessen auf die Zahnstange im Steilstück.
So löst jede Strecke das gleiche Problem auf ihre Weise.
Gemeinsam ist ihnen der Kampf gegen die Schwerkraft.
Die 208 Kurven sind die Antwort der Nilgiri-Bahn darauf.
Was die Zahl erzählt
Eine einzelne Zahl wie 208 wirkt zunächst nüchtern.
Doch hinter ihr steckt eine ganze Ingenieursgeschichte.
Sie erzählt von steilen Hängen, dichtem Wald und viel Geduld.
Sie erklärt, warum die Fahrt so lange dauert.
Und sie macht verständlich, warum die Strecke als Welterbe gilt.
Zweihundertacht Kurven sind der rote Faden dieser Bergreise.
Warum die Bahn für das ganze Land zählt
Die Bahn bringt Tag für Tag sehr viele Menschen sicher ans Ziel.
Sie verbindet große Städte mit kleinen Dörfern und hält so das Land zusammen.
Bei Wind und Wetter fährt sie, wenn andere Verkehrsmittel längst stehen.
Ein gut gefüllter Zug ersetzt viele Autos und entlastet damit die Straßen.
Zugleich schont die Schiene die Umwelt, weil sie je Reisenden wenig Energie braucht.
So ist die Bahn weit mehr als ein Verkehrsmittel, sie ist ein Stück Daseinsvorsorge.
Was ein Bahnhof für eine Stadt bedeutet
Ein Bahnhof ist für viele Städte weit mehr als nur ein Verkehrsbauwerk.
Er ist oft das Erste, was Reisende von einem Ort zu sehen bekommen.
Rund um den Bahnhof entstehen Geschäfte, Cafés und ein reges Treiben.
Er verbindet die Stadt mit der weiten Welt und die Welt mit der Stadt.
Ein gepflegter Bahnhof ist deshalb auch eine Visitenkarte des Ortes.
So prägt er das Bild einer Stadt weit über die Gleise hinaus.
