Zahlen, bitte!
„Bergfahrt zum Wendelstein: die Zahnradbahn ab Brannenburg steigt mit bis zu 237 Promille an.“
Wie steil ist die Wendelsteinbahn?
→ Eine Bergbahn in Zahlen.
Lesezeit: 8 Minuten · Schalter: Zahlen, bitte!
Kurz gesagt
Die Wendelsteinbahn überwindet auf dem Zahnstangenabschnitt eine Steigung von bis zu 237 Promille. Das sind rund 24 Höhenmeter auf je 100 Meter Strecke.
Die Wendelsteinbahn ist eine elektrische Zahnradbahn in Oberbayern.
Sie führt von Brannenburg im Inntal hinauf auf den Wendelstein.
Die auffällige Zahl steckt in ihrer Steigung.

Die wichtigsten Zahlen
237 ‰
Größte Steigung
Zahnstange, nach Wikipedia
1217 m
Höhenunterschied
bis zum Berg
1000 mm
Spurweite
Meterspur
Auf dem Zahnstangenabschnitt erreicht die Wendelsteinbahn bis zu 237 Promille und gehört damit zu den steilsten Bahnen Deutschlands.
Die Antwort in einer Zahl
Die größte Steigung der Wendelsteinbahn liegt nach Angaben in der Wikipedia bei 237 Promille.
Dieser Wert gilt für den Zahnstangenabschnitt der Strecke.
237 Promille bedeuten einen Anstieg von 237 Metern auf 1000 Meter Länge.
Das sind rund 24 Höhenmeter auf jeweils 100 Meter Weg.
Für eine Bahn ist das ein sehr steiler Wert.

Zahnrad und Adhäsion
Die Wendelsteinbahn fährt nicht auf der ganzen Länge mit Zahnstange.
Im unteren, flacheren Teil rollt sie als normale Bahn allein auf den Rädern.
Dieser sogenannte Adhäsionsabschnitt ist mit bis zu 36 Promille deutlich flacher.
Erst im steilen oberen Teil kommt die Zahnstange hinzu.
Die große Zahl von 237 Promille gehört also klar zum Zahnstangenabschnitt.
Gut zu wissen
Die Wendelsteinbahn verbindet einen flacheren Adhäsionsabschnitt mit einem steilen Zahnstangenabschnitt, auf dem die 237 Promille erreicht werden.
Promille gibt die Höhenänderung je 1000 Meter Strecke an und ist das übliche Maß für Bahnsteigungen.
Was 237 Promille bedeuten
Eine normale Eisenbahn in der Ebene hat nur wenige Promille Steigung.
Selbst steile Hauptbahnen bleiben meist unter 40 Promille.
Mit 237 Promille liegt die Wendelsteinbahn weit darüber.
Ohne Zahnstange würden die Räder auf dieser Rampe durchdrehen.
Das Zahnrad greift darum in eine Zahnstange zwischen den Schienen und hält den Zug sicher.
Von Brannenburg auf den Wendelstein
Die Bahn beginnt im Ort Brannenburg im Inntal.
Von dort führt sie hinauf auf den Wendelstein im Mangfallgebirge.
Der Gipfel liegt nach Wikipedia auf 1838 Metern über Normalnull.
Dabei überwindet die Bahn einen Höhenunterschied von 1217 Metern.
Die Spurweite beträgt 1000 Millimeter, also Meterspur.
Eine Strecke mit zwei Längen
Die Länge der Strecke hat sich im Lauf der Zeit verändert.
Heute ist die Wendelsteinbahn rund 7,66 Kilometer lang.
Bis 1961 war sie mit etwa 9,95 Kilometern deutlich länger.
Der Grund war die Verlegung des Talbahnhofs.
Beide Werte dürfen also nicht zusammengezählt werden, sie gehören zu unterschiedlichen Zeiten.
Die Geschichte der Bahn
Die Pläne für eine Zahnradbahn auf den Wendelstein wurden 1908 veröffentlicht.
Im Februar 1910 unterschrieb Prinzregent Luitpold die Konzessionsurkunde.
1912 wurde die Wendelsteinbahn schließlich eingeweiht.
Seither bringt sie Ausflügler auf den Berg.
Seit 1970 führt zusätzlich eine Seilbahn hinauf.
Eine von nur vier in Deutschland
Zahnradbahnen sind in Deutschland selten geworden.
Nach Angaben in der Wikipedia ist die Wendelsteinbahn eine von nur noch vier im Betrieb.
Dazu zählen außerdem die Bayerische Zugspitzbahn, die Drachenfelsbahn und die Zahnradbahn Stuttgart.
Diese kleine Gruppe macht die Wendelsteinbahn besonders.
Ihre 237 Promille gehören dabei zu den steilsten Werten.
Elektrisch auf den Berg
Die Wendelsteinbahn fährt elektrisch.
Der gleichmäßige Antrieb passt gut zu der steilen und empfindlichen Bergstrecke.
Er arbeitet ohne Rauch und schont so die Landschaft.
Auf dem Zahnstangenabschnitt überträgt das Zahnrad die nötige Kraft.
So gelingt der Anstieg auch bei schwierigen Verhältnissen.
Im Vergleich mit anderen Zahnradbahnen
237 Promille sind sehr steil, aber kein Weltrekord.
Die steilste Zahnradbahn der Welt ist die Pilatusbahn mit bis zu 480 Promille.
Innerhalb Deutschlands gehört die Wendelsteinbahn jedoch zu den steilsten Strecken.
Sie liegt in einer Reihe mit den wenigen anderen deutschen Zahnradbahnen.
Die Zahl 237 ordnet sie klar in die Spitzengruppe ein.
Technik der Steilfahrt
Eine so steile Strecke verlangt sichere Bremsen und einen verlässlichen Antrieb.
Das Zahnrad hält den Zug auch bei der Talfahrt in Zaum.
Gefahren wird bewusst langsam, damit alles sicher bleibt.
So wird die Bergfahrt zu einem ruhigen Erlebnis.
Nicht Tempo, sondern Sicherheit steht im Vordergrund.
Warum die Zahl beeindruckt
Die 237 Promille erklären, warum die Fahrt auf den Wendelstein so eindrucksvoll ist.
Sie zeigen, wie viel Höhe die Bahn auf kurzer Strecke gewinnt.
Zusammen mit dem Höhenunterschied von 1217 Metern wird das Ausmaß sichtbar.
Ohne Zahnstange wäre dieser Anstieg nicht möglich.
Die Zahl macht aus der Bergbahn eine echte technische Leistung.
Warum die Bahn für das ganze Land zählt
Die Bahn bringt Tag für Tag sehr viele Menschen sicher ans Ziel.
Sie verbindet große Städte mit kleinen Dörfern und hält so das Land zusammen.
Bei Wind und Wetter fährt sie, wenn andere Verkehrsmittel längst stehen.
Ein gut gefüllter Zug ersetzt viele Autos und entlastet damit die Straßen.
Zugleich schont die Schiene die Umwelt, weil sie je Reisenden wenig Energie braucht.
So ist die Bahn weit mehr als ein Verkehrsmittel, sie ist ein Stück Daseinsvorsorge.
Die Bahn und der Klimaschutz
Kaum ein Verkehrsmittel ist so klimafreundlich wie die Bahn.
Sie fährt in Deutschland zu einem großen Teil mit Strom aus erneuerbaren Quellen.
Ein voll besetzter Zug verbraucht je Reisenden viel weniger Energie als das Auto.
Wer von der Straße auf die Schiene wechselt, spart spürbar Treibhausgase.
Deshalb gilt die Bahn als ein wichtiger Baustein der Verkehrswende.
Jede zusätzliche Fahrt mit dem Zug ist damit auch ein kleiner Beitrag fürs Klima.
