Zahlen, bitte!
„Bitte gut festhalten, es geht mit bis zu 87,8 Prozent hinauf zum Ritomsee.“
Wie steil ist die Standseilbahn Piotta–Ritom?
→ Ein steiler Rekordhang in Zahlen.
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Kurz gesagt
Die Standseilbahn Piotta–Ritom im Tessin erreicht eine maximale Steigung von 87,8 Prozent. Damit zählt die 1369 Meter lange Bahn zu den steilsten der Welt.
Im Tessiner Bergtal Leventina liegt hoch oben der Ritomsee.
Zu ihm hinauf führt eine Standseilbahn, die fast senkrecht wirkt.
Die naheliegende Frage lautet: Wie steil ist diese Bahn wirklich?

Die wichtigsten Zahlen
87,8 %
größte Steigung
eine der steilsten der Welt
1369 m
Streckenlänge
Schrägaufzug mit Meterspur
1917
erbaut von den SBB
für das Kraftwerk Ritom
1921
öffentlich zugänglich
bis heute in Betrieb
Alle Werte nach der deutschsprachigen Wikipedia zur Standseilbahn Ritom.
Ein Hang wie eine Wand
Die Standseilbahn Piotta–Ritom erreicht eine maximale Steigung von 87,8 Prozent.
Das ist ein Wert, der fast an eine senkrechte Wand erinnert.
Mit dieser Steigung zählt sie zu den steilsten Standseilbahnen der Welt.
Sie führt im Tessin hinauf zum Ritomsee.
Schon der Anblick der Trasse lässt viele Gäste staunen.

Was 87,8 Prozent bedeuten
Eine Steigung von 87,8 Prozent heißt: Auf 100 Metern geht es fast 88 Meter in die Höhe.
Damit ist die Strecke beinahe so hoch wie lang.
Zum Vergleich: Eine steile Bergstraße hat selten mehr als 15 Prozent.
Die Ritom-Bahn ist also um ein Vielfaches steiler.
Nur wenige Bahnen der Welt trauen sich an solche Hänge.
Gut zu wissen
Eine Steigung in Prozent gibt an, wie viele Meter eine Strecke auf 100 Metern ansteigt.
87,8 Prozent bedeuten also fast 88 Höhenmeter auf 100 Metern Weg.
Standseilbahnen schaffen solche Werte, weil ein Seil die Wagen sicher führt.
1369 Meter bis zum See
Die Bahn ist 1369 Meter lang.
Auf dieser Strecke klettert sie den steilen Berghang hinauf.
Oben erreicht sie das Gebiet des Ritomsees.
Der See liegt hoch über dem Haupttal der Leventina.
Die kurze, steile Fahrt spart einen langen und mühsamen Fußweg.
Gebaut für ein Kraftwerk
Die Bahn wurde 1917 von den Schweizerischen Bundesbahnen erbaut.
Der Grund war der Bau und Betrieb des Kraftwerks Ritom.
Das Kraftwerk nutzt das Wasser des hoch gelegenen Ritomsees.
Die Standseilbahn brachte zunächst Material und Personal den Hang hinauf.
So war sie von Anfang an ein Werkzeug der Energiegewinnung.
Seit 1921 für alle
Seit 1921 ist die Bahn der Öffentlichkeit zugänglich.
Seitdem können auch Ausflügler und Wanderer mitfahren.
Oben am See beginnen beliebte Wanderwege.
Die Bahn verbindet damit die Energiewirtschaft mit dem Tourismus.
Beide Aufgaben erfüllt sie bis heute.
Warum sie am Rohr entlangführt
Die Bahn verläuft parallel zur Druckrohrleitung des Kraftwerks.
Durch dieses Rohr stürzt das Wasser vom See zum Kraftwerk hinab.
Die steile Trasse der Bahn folgt genau diesem Gefälle.
So konnten Rohr und Bahn gemeinsam geplant und gebaut werden.
Beide nutzen denselben steilen Weg den Berg hinauf.
Ein Schrägaufzug, keine normale Bahn
Fachleute nennen die Anlage einen Schrägaufzug mit Meterspur.
Das Grundprinzip ist aber das einer Standseilbahn.
Zwei Wagen hängen am Seil und gleichen sich im Gewicht aus.
Die extreme Steigung macht die Anlage zu einem Sonderfall.
Trotzdem fährt sie nach denselben Regeln wie andere Standseilbahnen.
Wie eine so steile Bahn hält
Bei 87,8 Prozent Steigung ist die Sicherheit besonders wichtig.
Ein starkes Zugseil hält die beiden Wagen fest in der Spur.
Mehrere unabhängige Bremsen sichern die Fahrt zusätzlich ab.
Fällt der Antrieb aus, greifen diese Bremsen sofort.
So bleibt auch der steilste Hang beherrschbar.
Die steilsten Bahnen der Welt
Die Schweiz ist ein Land der besonders steilen Bergbahnen.
Als steilste Standseilbahn der Welt gilt heute die Bahn auf den Stoos.
Sie wurde 2017 eröffnet und ist noch steiler als die Ritom-Bahn.
Doch auch 87,8 Prozent sind ein Spitzenwert unter den älteren Bahnen.
Die Ritom-Bahn gehört damit in eine exklusive Gruppe.
Das Tessin und seine Stauseen
Der Ritomsee ist ein hoch gelegener Bergsee im Tessin.
Er dient zugleich als Speicher für das Kraftwerk Ritom.
In den Alpen gibt es viele solcher Stauseen für die Stromerzeugung.
Oft gehört zu ihnen eine Bahn oder Seilbahn für den Betrieb.
Die Ritom-Bahn ist ein frühes und eindrucksvolles Beispiel.
Kulturgut von regionaler Bedeutung
Die Standseilbahn Ritom gilt als Kulturgut von regionaler Bedeutung.
Das bedeutet, dass sie als erhaltenswert eingestuft ist.
Ihre Technik und Geschichte machen sie zu einem Denkmal.
Zugleich bleibt sie eine ganz normale Verkehrsanlage.
Geschichte und Alltag treffen hier unmittelbar aufeinander.
Technik aus den Bergen
Standseilbahnen wie diese zeigen das Können der Schweizer Ingenieure.
Sie trotzen Steigungen, an denen jede Straße aufgeben würde.
Dabei arbeiten sie mit einfachen und robusten Prinzipien.
Seil, Gegengewicht und Bremse genügen für sichere Fahrten.
Diese Technik hat sich über mehr als hundert Jahre bewährt.
87,8 Prozent im Vergleich
Mit 87,8 Prozent ist die Ritom-Bahn außergewöhnlich steil.
Die Gurtenbahn in Bern erreicht höchstens rund 34 Prozent.
Die Drahtseilbahn nach Augustusburg kommt auf gut 20 Prozent.
Die Standseilbahn von Cossonay bleibt bei etwa 13 Prozent.
Die Ritom-Bahn übertrifft sie alle um ein Vielfaches.
Warum Verlässlichkeit so wichtig ist
Nichts schätzen Fahrgäste an der Bahn so sehr wie Verlässlichkeit.
Wer sich auf seinen Zug verlassen kann, plant seinen Tag mit ruhigem Gewissen.
Schon eine einzige Verspätung kann eine ganze Reisekette stören.
Deshalb arbeitet die Bahn mit großem Aufwand an einem stabilen Betrieb.
Pünktlichkeit entsteht aus dem Zusammenspiel vieler einzelner Schritte.
Am Ende ist Verlässlichkeit das wertvollste Versprechen der Bahn.
Warum die Bahn für das ganze Land zählt
Die Bahn bringt Tag für Tag sehr viele Menschen sicher ans Ziel.
Sie verbindet große Städte mit kleinen Dörfern und hält so das Land zusammen.
Bei Wind und Wetter fährt sie, wenn andere Verkehrsmittel längst stehen.
Ein gut gefüllter Zug ersetzt viele Autos und entlastet damit die Straßen.
Zugleich schont die Schiene die Umwelt, weil sie je Reisenden wenig Energie braucht.
So ist die Bahn weit mehr als ein Verkehrsmittel, sie ist ein Stück Daseinsvorsorge.
