Zahlen, bitte!
„Einsteigen zur Bergfahrt: Die Mühleggbahn bringt Sie in anderthalb Minuten durch den Tunnel hinauf nach St. Georgen.“
Wie steil ist die Mühleggbahn in St. Gallen?
→ Eine Bergbahn in Zahlen.
Lesezeit: 8 Minuten · Schalter: Zahlen, bitte!
Kurz gesagt
Die Mühleggbahn in St. Gallen steigt mit 208 bis 228 Promille an, das sind rund 21 bis 23 Prozent. Auf 316 Metern überwindet sie 69 Höhenmeter.
St. Gallen liegt in einem Tal, und seine Hausberge beginnen gleich hinter der Altstadt.
Die Mühleggbahn verbindet seit 1893 die Altstadt mit dem Hügel darüber.
Ein Großteil ihrer Strecke verläuft dabei im Tunnel.

Die wichtigsten Zahlen
208–228 ‰
Steigung
rund 21 bis 23 Prozent
316 m
Streckenlänge
großteils im Tunnel
69 m
Höhenunterschied
in etwa 90 Sekunden
Eine einzige Kabine pendelt vollautomatisch im Fünf-Minuten-Takt zwischen den beiden Stationen.
Eine Bahn im Berg
Die Mühleggbahn ist eine Standseilbahn in St. Gallen.
Der größte Teil ihrer Strecke führt durch einen Tunnel.
Wer einsteigt, sieht also weniger Landschaft als Tunnelwand.
Dafür ist die Bahn vor Wetter und Jahreszeit geschützt.

208 bis 228 Promille Steigung
Im Tunnel steigt die Strecke mit 208 bis 228 Promille an.
Das entspricht rund 21 bis 23 Prozent.
Die Steigung ist also nicht überall gleich, sondern schwankt leicht.
Für eine kurze Stadtbahn ist das ein kräftiger Anstieg.
Gut zu wissen
Die Drei Weieren oberhalb der Bergstation sind drei Weiher, die im Sommer zum Baden und im Winter zum Blick über die Stadt einladen.
Dass eine Bahn nacheinander als Wasserballastbahn, Zahnradbahn und Schräglift fuhr, ist selbst unter Bergbahnen eine Seltenheit.
316 Meter und 69 Höhenmeter
Die Strecke der Mühleggbahn ist 316 Meter lang.
Auf dieser kurzen Distanz überwindet sie 69 Höhenmeter.
Unten liegt die Altstadt auf 676 Metern über Meer.
Oben erreicht die Bahn rund 747 Meter über Meer.
In 90 Sekunden hinauf
Die reine Fahrt dauert etwa 90 Sekunden.
In dieser anderthalben Minute ist der Höhenunterschied geschafft.
Die Kabine fasst maximal 38 Fahrgäste.
Damit ist die Bahn klein, aber zügig.
Von der Altstadt zu den Weieren
Unten steht die Talstation am Rand der Altstadt.
Oben erschließt die Bahn den Ortsteil St. Georgen.
Ganz in der Nähe liegen die Drei Weieren, ein beliebtes Naherholungsgebiet.
So bringt die Bahn die Menschen von der Stadt direkt ins Grüne.
Eine Kabine, voll automatisch
Die Mühleggbahn fährt mit einer einzigen Kabine.
Sie verkehrt vollautomatisch, also ohne Fahrpersonal an Bord.
Der Takt liegt bei fünf Minuten.
So steht fast immer bald die nächste Fahrt bereit.
Drei Bahnen in einer Geschichte
Die Mühleggbahn hat im Lauf der Zeit ganz unterschiedlich funktioniert.
1893 startete sie als Wasserballast-Seilbahn.
1950 baute man sie zu einer Zahnradbahn um.
Seit 1975 fährt sie als Schräglift.
Der Wasserballast von 1893
In ihrer ersten Form kam die Bahn ohne Motor aus.
Der obere Wagen wurde mit Wasser beschwert und zog den unteren hinauf.
Diese Technik nutzte allein die Schwerkraft.
Gebaut wurde die Bahn in nur einem Jahr.
Umbau zur Zahnradbahn 1950
Zunächst fuhr die Bahn nur im Sommerhalbjahr.
Zwischen 1949 und 1950 wurde sie zu einer Zahnradbahn umgebaut.
Danach konnte sie das ganze Jahr über verkehren.
Damit wurde aus der Ausflugsbahn ein ganzjähriges Verkehrsmittel.
Der Schräglift seit 1975
1975 erhielt die Bahn ihre heutige Form als Schräglift.
Die Kabine fährt seither automatisch auf der schrägen Strecke.
Technisch bleibt sie eine seilgezogene Bergbahn.
Für die Fahrgäste änderte sich vor allem der Komfort.
Wer die Bahn betreibt
Die Bahn gehört der Mühleggbahn AG.
Diese hieß ursprünglich Drahtseilbahn St. Gallen-Mühlegg.
Seit 1953 führen die städtischen Verkehrsbetriebe den Betrieb.
So ist die kleine Bahn fest in den Nahverkehr eingebunden.
Kunst im Tunnel
Seit November 2022 wird ein Abschnitt des Tunnels künstlerisch gestaltet.
Auf rund 30 Metern entstehen Graffiti- und Street-Art-Werke junger Künstler.
Das Projekt läuft während der jährlichen Revision Anfang November.
Zur Eröffnung wird der Tunnel kurz für die Öffentlichkeit zugänglich.
Ein Name, der verwirrte
1997 wurde die Talstation im Rahmen einer Kunstaktion mit dem Schriftzug Bangor versehen.
Dieser Name sorgte immer wieder für Verwirrung bei Fahrgästen.
2011 entfernte die Bahn die Beschriftung wieder.
Seither heißt die Station schlicht wieder Mühleggbahn.
Klein, aber unverzichtbar
Die Mühleggbahn gehört zu den kürzeren Bergbahnen der Schweiz.
Für St. Gallen ist sie trotzdem ein wichtiges Verkehrsmittel.
Sie spart den steilen Fußweg aus der Altstadt auf den Hügel.
So verbindet sie Alltag, Ausflug und ein Stück Technikgeschichte.
Der Zug als umweltfreundliche Wahl
Wer mit dem Zug fährt, entscheidet sich fast immer für die grünere Variante.
Die Schiene führt viele Menschen gleichzeitig mit wenig Energie ans Ziel.
Sie braucht weniger Fläche als eine Autobahn und zerschneidet die Landschaft weniger.
Auch in der Stadt hält die Bahn die Luft sauberer und die Straßen freier.
Jeder Umstieg vom Auto in den Zug ist ein Gewinn für die Umwelt.
So verbindet die Bahn das Reisen mit einem guten Gewissen.
Die Bahn als Teil des Alltags
Für Millionen Menschen gehört die Bahn ganz selbstverständlich zum Tag dazu.
Sie bringt Pendler zur Arbeit, Schüler zur Schule und Familien zu Ausflügen.
Am Bahnsteig treffen sich für einen Moment die unterschiedlichsten Lebenswege.
Der eine liest, die andere telefoniert, ein Dritter döst vor sich hin.
So ist der Zug nicht nur ein Fahrzeug, sondern ein Stück gelebter Alltag.
Und genau das macht die Bahn zu einem so besonderen öffentlichen Ort.
