Zahlen, bitte!
„Bergstation Mendelpass, bitte beim Aussteigen auf die starke Neigung achten.“
Wie steil ist die Mendelbahn?
→ Eine Standseilbahn in Zahlen.
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Kurz gesagt
Die Mendelbahn klettert mit einer maximalen Steigung von 64 Prozent auf den Mendelpass. Im Schnitt liegt die Neigung bei 39 Prozent.
Die Mendelbahn ist eine der steilsten Standseilbahnen im Alpenraum.
Sie verbindet den Ort Kaltern mit dem hoch gelegenen Mendelpass in Südtirol.
Hinter ihrer Steigung steckt eine der eindrucksvollsten Zahlen des alpinen Bahnbaus.

Die wichtigsten Zahlen
64 %
maximale Steigung
im steilsten Abschnitt
854 m
Höhenunterschied
auf 2370 m Länge
39 %
durchschnittliche Steigung
über die ganze Strecke
Auf nur 2370 Metern Länge schiebt die Mendelbahn ihre Wagen 854 Höhenmeter nach oben.
Die Zahl im Überblick
Die Mendelbahn erreicht nach der Wikipedia-Infobox eine maximale Steigung von 64 Prozent.
Im Durchschnitt liegt die Neigung über die gesamte Strecke bei 39 Prozent.
Damit zählt sie zu den steilsten Standseilbahnen des Alpenraums.
Diese Zahlen machen jede Fahrt zu einem spürbaren Erlebnis.

Von Kaltern auf den Mendelpass
Die Talstation liegt bei St. Anton im Südtiroler Ort Kaltern auf 510 Metern Höhe.
Von dort zieht die Bahn hinauf zur Bergstation auf dem Mendelpass in 1364 Metern Höhe.
Auf diesem Weg öffnet sich nach und nach der Blick über das Etschtal.
Die kurze, steile Strecke verbindet so zwei sehr unterschiedliche Höhenwelten.
Gut zu wissen
Die Mendelbahn ist meterspurig und beginnt auf 510 Metern Höhe an der Talstation in Kaltern.
Die Bergstation liegt auf 1364 Metern, der Höhenunterschied beträgt 854 Meter.
854 Meter in zwölf Minuten
Die Mendelbahn überwindet auf 2370 Metern Streckenlänge einen Höhenunterschied von 854 Metern.
Für diese Bergfahrt benötigt sie rund zwölf Minuten.
Das ist für die große Höhendifferenz eine bemerkenswert kurze Zeit.
Der steile Anstieg lässt sich an diesen Zahlen gut ablesen.
Wie eine Standseilbahn arbeitet
Eine Standseilbahn zieht ihre Wagen an einem Seil den Berg hinauf.
In der Regel sind zwei Wagen so verbunden, dass der abwärts fahrende den aufwärts fahrenden ausgleicht.
Dieses Gegengewichtsprinzip spart Energie und macht steile Strecken erst möglich.
Die Mendelbahn nutzt diese Technik seit ihren Anfängen.
Eröffnung im Jahr 1903
Am 19. Oktober 1903 ging die Mendelbahn offiziell in Betrieb.
Sie entstand in einer Zeit, in der der Mendelpass als vornehmer Luftkurort galt.
Gäste aus den höheren Gesellschaftskreisen reisten damals eigens an.
So war die Bahn von Beginn an eng mit dem frühen Fremdenverkehr verbunden.
Ein kaiserlicher Gast
Zu den berühmtesten Fahrgästen zählte Kaiser Franz Josef.
Er nutzte die Bahn im Jahr 1905 auf dem Weg zu großen Militärmanövern im Nonstal.
Dieser Besuch unterstreicht, welchen Rang die Mendel damals besaß.
Die Episode gehört bis heute zu den gern erzählten Geschichten der Bahn.
Zwischen den Kriegen
Ab 1916 wurde die Mendelbahn ausschließlich für militärische Zwecke genutzt.
Nach der Angliederung Südtirols an Italien blieben viele österreichische Gäste aus.
Dadurch verlor die Mendel als Luftkurort der höheren Kreise an Bedeutung.
Die Bahn musste sich in einer veränderten Welt neu behaupten.
Umstieg aufs Nonstal
Bis zum Jahr 1934 gab es oben auf der Passhöhe eine Anschlussverbindung.
Dort konnten Reisende in die Lokalbahn Dermulo–Mendel umsteigen.
Diese führte weiter in Richtung Nonstal und Trient.
So war die Mendelbahn einst Teil einer größeren Reisekette durch die Region.
Überlebt, wo andere endeten
Bemerkenswert ist, dass sich die Mendelbahn gegen die Konkurrenz der Straße behauptete.
Die als Zubringer von Bozen dienende Überetscher Bahn wurde 1963 aufgelassen.
Die Standseilbahn hingegen blieb weiter in Betrieb.
Damit überdauerte sie eine Zeit, in der viele kleine Bahnen verschwanden.
Stillstand und Sanierung
1983 musste der Betrieb wegen gravierender sicherheitstechnischer Mängel eingestellt werden.
Erst 1988 nahm die Bahn den Verkehr nach einer vollständigen Sanierung wieder auf.
Dabei kamen zwei neue Wagen zum Einsatz.
Seither ist die Mendelbahn Teil des Verkehrsverbunds Südtirol.
Was die Steigung bedeutet
Eine Steigung von bis zu 64 Prozent gehört zu den extremen Werten im Bahnbau.
Normale Eisenbahnen bewegen sich meist weit unter zehn Prozent Neigung.
Nur Standseil- und Zahnradbahnen erreichen solche steilen Werte überhaupt.
Die Mendelbahn zeigt damit, wozu diese besondere Technik fähig ist.
Kleine Dinge, große Wirkung
Im Bahnbetrieb entscheiden oft die kleinen Dinge über den großen Ablauf.
Eine klare Ansage, ein sauberer Bahnsteig, ein pünktlicher Anschluss.
Für sich genommen wirken diese Dinge unscheinbar und beinahe nebensächlich.
In der Summe machen sie den Unterschied zwischen Ärger und Freude.
Wer sie beachtet, macht das Reisen für alle ein Stück angenehmer.
So zeigt sich Qualität bei der Bahn gerade im scheinbar Nebensächlichen.
Die Bahn als Teil des Alltags
Für Millionen Menschen gehört die Bahn ganz selbstverständlich zum Tag dazu.
Sie bringt Pendler zur Arbeit, Schüler zur Schule und Familien zu Ausflügen.
Am Bahnsteig treffen sich für einen Moment die unterschiedlichsten Lebenswege.
Der eine liest, die andere telefoniert, ein Dritter döst vor sich hin.
So ist der Zug nicht nur ein Fahrzeug, sondern ein Stück gelebter Alltag.
Und genau das macht die Bahn zu einem so besonderen öffentlichen Ort.
Die Bahn und der Klimaschutz
Kaum ein Verkehrsmittel ist so klimafreundlich wie die Bahn.
Sie fährt in Deutschland zu einem großen Teil mit Strom aus erneuerbaren Quellen.
Ein voll besetzter Zug verbraucht je Reisenden viel weniger Energie als das Auto.
Wer von der Straße auf die Schiene wechselt, spart spürbar Treibhausgase.
Deshalb gilt die Bahn als ein wichtiger Baustein der Verkehrswende.
Jede zusätzliche Fahrt mit dem Zug ist damit auch ein kleiner Beitrag fürs Klima.
