Zahlen, bitte!
„Auf einem eigens vorbereiteten Gleis in Frankreich schoss 2007 ein Zug dahin, der schneller war als ein startendes Flugzeug.“
Wie schnell fuhr der TGV beim Weltrekord 2007?
→ Ein Rekordlauf in Zahlen.
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Kurz gesagt
Der französische Rekord-TGV erreichte am 3. April 2007 rund 574,8 Kilometer pro Stunde. Das ist bis heute der Weltrekord für Schienenfahrzeuge auf Rädern.
Schnellzüge fahren im Alltag selten schneller als dreihundert Kilometer pro Stunde.
An einem Frühlingstag im Jahr 2007 aber fuhr ein französischer TGV fast doppelt so schnell.
Sein Wert von rund 575 Kilometern pro Stunde ist bis heute der Rekord für Züge auf Rädern.

Die wichtigsten Zahlen
574,8 km/h
Rekordfahrt am 3. April 2007
Zug auf Rädern, kein Magnetschwebezug
515,3 km/h
alter Rekord aus dem Jahr 1990
ebenfalls von einem TGV
2007
Jahr der Rekordfahrt
auf einer Neubaustrecke bei Paris
Alle Angaben stammen aus der deutschsprachigen Wikipedia zu den Geschwindigkeitsrekorden auf Schienen.
Der Rekord in einem Satz
Am 3. April 2007 erreichte ein besonders vorbereiteter TGV rund 574,8 Kilometer pro Stunde.
Damit stellte er einen Weltrekord für Schienenfahrzeuge auf Rädern auf.
Der bisherige Rekord aus dem Jahr 1990 wurde deutlich übertroffen.
Bis heute ist kein normaler Zug auf Schienen schneller gefahren.
Nur Magnetschwebebahnen ohne Räder erreichen noch höhere Werte.

Fast wie ein Flugzeug
575 Kilometer pro Stunde sind schneller als die Startgeschwindigkeit vieler Flugzeuge.
Auf der Autobahn wäre der Zug in wenigen Sekunden außer Sicht.
Bei diesem Tempo legt der Zug in jeder Sekunde rund 160 Meter zurück.
Das ist etwa die Länge von anderthalb Fußballfeldern pro Sekunde.
Für einen Zug auf gewöhnlichen Schienen ist das eine enorme Leistung.
Gut zu wissen
Die Abkürzung TGV steht für den französischen Hochgeschwindigkeitszug. Im normalen Betrieb verbindet er große Städte mit rund dreihundert Kilometern pro Stunde.
Ein Triebkopf ist das angetriebene Fahrzeug an der Spitze eines Zuges. Beim Rekordzug zogen und schoben zwei solcher Triebköpfe die wenigen Wagen dazwischen.
Ein Zug nur für den Rekord
Der Rekordzug war kein gewöhnlicher TGV aus dem Fahrplan.
Er bestand aus zwei kräftigen Triebköpfen und wenigen Wagen dazwischen.
Diese kurze Zusammenstellung war leichter und ließ sich stärker beschleunigen.
Die Technik wurde eigens für den Versuch angepasst und verstärkt.
So wurde aus einem Serienzug eine reine Rekordmaschine.
Die Bedeutung des Namens V150
Der Rekordzug trug den Beinamen V150.
Die Zahl 150 steht für 150 Meter pro Sekunde als Ziel der Fahrt.
150 Meter pro Sekunde entsprechen umgerechnet 540 Kilometern pro Stunde.
Am Ende lag der erreichte Wert sogar noch über dieser Marke.
Der Name verriet also schon vorab, wie hoch die Ziele gesteckt waren.
Die Strecke bei Paris
Gefahren wurde der Rekord auf einer Neubaustrecke zwischen Paris und Straßburg.
Ein besonderes Stück dieser Strecke war eigens für den Versuch ausgebaut worden.
Solche Strecken sind sehr gerade und für hohe Geschwindigkeiten gebaut.
Für den Rekord wurden Gleis und Oberleitung zusätzlich vorbereitet.
Nur unter diesen Bedingungen war das extreme Tempo überhaupt möglich.
Der alte Rekord von 1990
Schon 1990 hatte ein TGV einen viel beachteten Rekord aufgestellt.
Damals wurden 515,3 Kilometer pro Stunde gemessen.
Dieser Wert galt lange als kaum zu überbieten.
Im Frühjahr 2007 fuhr der Rekordzug bei Tests aber schon mehrfach darüber hinweg.
Die eigentliche Rekordfahrt setzte dann die neue Bestmarke.
Warum Räder eine Grenze haben
Ein Zug auf Rädern rollt fest auf zwei Schienen.
Bei sehr hohem Tempo drehen sich die Räder extrem schnell.
Auch der Kontakt zwischen Rad und Schiene wird dabei stark belastet.
Zusätzlich muss die Oberleitung den Strom sauber an den Zug abgeben.
Diese Grenzen machen Werte über 575 Kilometer pro Stunde sehr schwierig.
Der Unterschied zum Magnetschwebezug
Magnetschwebebahnen fahren nicht auf Rädern, sondern schweben über einer Bahn.
Ohne Räder entfällt ein Teil der Reibung, der Züge sonst bremst.
Solche Bahnen haben deshalb noch höhere Rekorde aufgestellt.
Der TGV-Rekord zählt aber ausdrücklich für Fahrzeuge auf Rädern.
In dieser Klasse ist er bis heute die Nummer eins.
Aufwand und Folgen
Eine solche Rekordfahrt kostet viel Vorbereitung und Geld.
Fachleute vermuteten, dass der Zug nach der Belastung stark verschlissen war.
Für den täglichen Betrieb wäre ein solches Tempo weder sinnvoll noch bezahlbar.
Im Fahrplan bleibt der TGV deshalb bei rund dreihundert Kilometern pro Stunde.
Der Rekord diente vor allem als Beweis des technisch Möglichen.
Was der Rekord brachte
Der Rekord zeigte, wie weit die Bahntechnik entwickelt war.
Er brachte den beteiligten Firmen weltweit Aufmerksamkeit.
Auch für den Verkauf schneller Züge war das ein starkes Argument.
Zugleich lieferte der Versuch wertvolle Daten für neue Fahrzeuge.
So war der Rekord nicht nur Show, sondern auch Forschung.
Eine Marke, die bleibt
Seit 2007 hat kein Zug auf Rädern den Wert übertroffen.
Der Rekord steht damit schon seit vielen Jahren.
Für neue Bestmarken müsste der Aufwand noch einmal deutlich steigen.
Bis dahin bleibt der französische TGV die schnellste Radbahn der Welt.
Seine 574,8 Kilometer pro Stunde sind eine runde, einprägsame Zahl.
Die Bahn und der Klimaschutz
Kaum ein Verkehrsmittel ist so klimafreundlich wie die Bahn.
Sie fährt in Deutschland zu einem großen Teil mit Strom aus erneuerbaren Quellen.
Ein voll besetzter Zug verbraucht je Reisenden viel weniger Energie als das Auto.
Wer von der Straße auf die Schiene wechselt, spart spürbar Treibhausgase.
Deshalb gilt die Bahn als ein wichtiger Baustein der Verkehrswende.
Jede zusätzliche Fahrt mit dem Zug ist damit auch ein kleiner Beitrag fürs Klima.
Warum Verlässlichkeit so wichtig ist
Nichts schätzen Fahrgäste an der Bahn so sehr wie Verlässlichkeit.
Wer sich auf seinen Zug verlassen kann, plant seinen Tag mit ruhigem Gewissen.
Schon eine einzige Verspätung kann eine ganze Reisekette stören.
Deshalb arbeitet die Bahn mit großem Aufwand an einem stabilen Betrieb.
Pünktlichkeit entsteht aus dem Zusammenspiel vieler einzelner Schritte.
Am Ende ist Verlässlichkeit das wertvollste Versprechen der Bahn.
