Zahlen, bitte!
„Nächster Halt Marienplatz, bitte zur Zacke hinauf auf die Filder umsteigen.“
Wie lang ist die Zahnradbahn Stuttgart?
→ Eine Strecke in Zahlen.
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Kurz gesagt
Die Stuttgarter Zahnradbahn misst 2,23 Kilometer vom Marienplatz hinauf nach Degerloch. Seit 1884 klettert sie meterspurig über den Rand des Talkessels.
Die Zahnradbahn Stuttgart gehört zu den bekanntesten Wahrzeichen der Stadt.
Ihre Strecke ist kurz, doch sie überwindet den steilen Sprung vom Talkessel auf die Filderebene.
Hinter der runden Zahl von gut zwei Kilometern steckt ein Stück lebendige Verkehrsgeschichte.

Die wichtigsten Zahlen
2,23 km
Streckenlänge
Marienplatz–Degerloch
1884
Eröffnung
am 23. August
1000 mm
Spurweite
Meterspur, System Riggenbach
Gut zwei Kilometer Zahnstange verbinden den Stuttgarter Talkessel mit der Höhe von Degerloch.
Die Zahl im Überblick
Die Zahnradbahn Stuttgart ist nach den Angaben der Wikipedia-Infobox 2,23 Kilometer lang.
Auf dieser kurzen Strecke verbindet sie den Marienplatz im Stadtbezirk Süd mit dem Albplatz in Degerloch.
Damit überbrückt sie den Höhenunterschied zwischen dem Stuttgarter Talkessel und der Filderebene.
Die Länge wirkt bescheiden, doch jeder Meter davon führt spürbar bergauf.

Vom Marienplatz nach Degerloch
Der Talbahnhof der Zacke liegt am Marienplatz, einem belebten Platz im Stuttgarter Süden.
Von dort führt die Strecke stetig ansteigend hinauf in den Stadtteil Degerloch.
Oben erreicht die Bahn den Albplatz, wo das Netz der Stadtbahn wieder anschließt.
So wird aus einer kurzen Linie eine wichtige Verbindung zwischen zwei Ebenen der Stadt.
Gut zu wissen
Die Zahnradbahn Stuttgart verläuft meterspurig nach dem System Riggenbach und ist heute als Linie 10 unterwegs.
Sie ist die einzige der vier deutschen Zahnradbahnen, die vorwiegend dem öffentlichen Personennahverkehr dient.
Warum überhaupt eine Zahnradbahn?
Für den steilen Anstieg reicht die Reibung zwischen glattem Rad und glatter Schiene nicht aus.
Deshalb ist die Bahn nach dem System Riggenbach mit einer Zahnstange in der Gleismitte ausgerüstet.
Ein Zahnrad am Triebwagen greift in diese Stange und zieht den Wagen sicher den Berg hinauf.
In Stuttgart liegt die Zahnstange besonders tief auf Höhe der Schienenoberkante, weil die Strecke teils im Straßenplanum verläuft.
Eröffnung im Jahr 1884
Am 23. August 1884 nahm die Zahnradbahn Stuttgart ihren Betrieb auf.
Sie entstand in einer Zeit, in der die wachsende Stadt dringend Verbindungen auf die Höhen brauchte.
Seither prägt sie das Bild des südlichen Stuttgart über viele Generationen hinweg.
Dass sie bis heute fährt, macht sie zu einem seltenen technischen Denkmal im täglichen Einsatz.
Nur vier ihrer Art in Deutschland
Die Zacke ist eine von nur noch vier Zahnradbahnen in Deutschland.
Die anderen drei sind die Zugspitzbahn, die Wendelsteinbahn und die Drachenfelsbahn.
Diese drei dienen jedoch vor allem dem Ausflugs- und Bergverkehr.
Die Stuttgarter Bahn hebt sich damit deutlich von den touristischen Schwestern ab.
Die einzige im Alltagsverkehr
Anders als die übrigen deutschen Zahnradbahnen dient die Zacke dem regulären Nahverkehr.
Seit dem 31. Mai 1959 ist sie in das Liniennummernsystem der Stuttgarter Straßenbahnen eingebunden.
Zunächst fuhr sie als Linie 30, seit dem 1. Oktober 1978 trägt sie die Liniennummer 10.
So steht sie Tag für Tag im Dienst der Menschen, die zur Arbeit oder nach Hause wollen.
Rechtlich eine Straßenbahn
Formal gilt die Zahnradbahn heute als Straßenbahn nach der Straßenbahn-Bau- und Betriebsordnung.
Das liegt daran, dass sie abschnittsweise direkt im Straßenraum verläuft.
Diese rechtliche Einordnung unterscheidet sie von klassischen Eisenbahnen.
Für die Fahrgäste ändert das nichts am Erlebnis der steilen Bergfahrt.
Die Fahrzeuge der Zacke
Betrieben wird die Linie von der Stuttgarter Straßenbahnen AG.
Im Einsatz stehen Triebwagen des Typs ZT 4.2, die eigens für die steile Strecke gebaut wurden.
Sie sind so gestaltet, dass die Fahrgäste auch in der Steigung bequem und sicher sitzen.
Eine Besonderheit ist der angehängte Vorstellwagen, mit dem sich Fahrräder bergauf befördern lassen.
Woher der Spitzname kommt
Im Volksmund heißt die Bahn schlicht Zacke oder auch Zacketse.
Der Name spielt auf die gezackte Zahnstange an, die den Wagen den Berg hinaufzieht.
Über die Jahrzehnte ist dieser Spitzname zu einem festen Teil der Stuttgarter Alltagssprache geworden.
Er zeigt, wie sehr die Menschen die kleine Bergbahn ins Herz geschlossen haben.
Teil des Nahverkehrsnetzes
An beiden Endstationen besteht ein Übergang zur Stadtbahn Stuttgart.
Damit ist die Zacke fest in den Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart eingebunden.
Wer unten am Marienplatz einsteigt, erreicht oben bequem die weiterführenden Linien.
So fügt sich die historische Strecke nahtlos in ein modernes Nahverkehrsnetz ein.
Was die Länge bedeutet
Mit 2,23 Kilometern gehört die Zacke zu den kürzeren Bahnstrecken im deutschen Netz.
Doch ihre Bedeutung misst sich nicht an der Länge, sondern an der überwundenen Höhe.
Jeder Meter dieser Strecke ersetzt einen mühsamen Anstieg zu Fuß oder eine Umfahrung über weite Umwege.
So wird aus einer kurzen Linie ein großer Gewinn für den Alltag in Stuttgart.
Warum sich der Blick aufs Detail lohnt
Der Bahnbetrieb steckt voller kleiner Dinge, die kaum jemand bewusst wahrnimmt.
Und doch hängt der reibungslose Ablauf oft genau an diesen Kleinigkeiten.
Ein einziges Bauteil kann darüber entscheiden, ob ein Zug rollt oder steht.
Wer genauer hinschaut, entdeckt hinter dem Alltag eine erstaunlich feine Technik.
Dieses Zusammenspiel unzähliger Teile ist die eigentliche Leistung der Bahn.
Es lohnt sich, dem scheinbar Selbstverständlichen einmal Beachtung zu schenken.
Die Bahn und der Klimaschutz
Kaum ein Verkehrsmittel ist so klimafreundlich wie die Bahn.
Sie fährt in Deutschland zu einem großen Teil mit Strom aus erneuerbaren Quellen.
Ein voll besetzter Zug verbraucht je Reisenden viel weniger Energie als das Auto.
Wer von der Straße auf die Schiene wechselt, spart spürbar Treibhausgase.
Deshalb gilt die Bahn als ein wichtiger Baustein der Verkehrswende.
Jede zusätzliche Fahrt mit dem Zug ist damit auch ein kleiner Beitrag fürs Klima.
