Wie lang ist die Thüringerwaldbahn?

Zahlen, bitte!

„Linie vier nach Bad Tabarz steht am Hauptbahnhof Gotha bereit, bitte einsteigen in die Thüringerwaldbahn.“

Wie lang ist die Thüringerwaldbahn?

→ Eine Überlandstraßenbahn in Zahlen.

Lesezeit: 8 Minuten · Schalter: Zahlen, bitte!

Kurz gesagt

Die Thüringerwaldbahn ist eine meterspurige Überlandstraßenbahn und führt auf 21,7 Kilometern von Gotha nach Bad Tabarz. Dazu kommt eine 2,4 Kilometer lange Zweigstrecke nach Waltershausen.

Am Nordrand des Thüringer Waldes fährt eine Straßenbahn weit über die Stadtgrenze hinaus.

Die Thüringerwaldbahn verbindet Gotha mit dem Kurort Bad Tabarz.

Ihre Länge macht sie zu einer der auffälligsten Überlandstraßenbahnen in Deutschland.

Thüringerwaldbahn 2016 08
Foto: Smiley.toerist, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Die Thüringerwaldbahn in Zahlen

21,7 km

Hauptstrecke

Gotha–Bad Tabarz

2,4 km

Zweigstrecke

nach Waltershausen Bahnhof

1929

Eröffnung

Einweihung im Juli

1000 mm

Spurweite

Meterspur

Die Strecke wird von der Thüringer Waldbahn und Straßenbahn Gotha GmbH als Linie vier betrieben.

Die wichtigste Zahl

Die Hauptstrecke der Thüringerwaldbahn ist 21,7 Kilometer lang.

Sie beginnt am Hauptbahnhof Gotha und endet in Bad Tabarz.

Bad Tabarz liegt am Fuße des Thüringer Waldes.

Damit reicht die Straßenbahn weit in das Umland hinaus.

Thüringerwaldbahn 2016 09
Foto: Smiley.toerist, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Was eine Überlandstraßenbahn ist

Eine Überlandstraßenbahn ist eine Straßenbahn, die zwei Orte über Land verbindet.

Sie fährt also nicht nur im Stadtgebiet, sondern auch durch freie Landschaft.

Solche Bahnen waren früher häufiger als heute.

Die Thüringerwaldbahn ist ein bekanntes erhaltenes Beispiel dafür.

Gut zu wissen

Die Thüringerwaldbahn ist bei Ausflüglern beliebt, weil sie direkt an den Rand des Thüringer Waldes führt.

Mit Haltestellen wie Marienglashöhle oder Reinhardsbrunn verbindet sie Stadt und Natur in einer Fahrt.

Von Gotha nach Bad Tabarz

Die Fahrt beginnt am Bahnhof Gotha, von der Gesellschaft als Hauptbahnhof bezeichnet.

Von dort geht es in Richtung Süden an den Nordrand des Thüringer Waldes.

Ziel ist das 21,7 Kilometer entfernte Bad Tabarz.

Unterwegs verändert sich die Landschaft von der Stadt zum Mittelgebirge.

Die Zweigstrecke nach Waltershausen

An der Zwischenstation Waltershausen Gleisdreieck zweigt eine weitere Strecke ab.

Diese Zweigstrecke ist 2,4 Kilometer lang und führt zum Bahnhof Waltershausen.

An ihr liegen weitere vier Stationen.

So entsteht aus Haupt- und Zweigstrecke ein kleines Netz.

Meterspur auf der Schiene

Die Thüringerwaldbahn ist meterspurig und hat 1000 Millimeter Spurweite.

Diese Spurweite ist bei vielen Straßenbahnen üblich.

Sie erlaubt enge Kurven und passt gut in Straßen und enge Täler.

Damit unterscheidet sich die Bahn vom normalspurigen Eisenbahnnetz.

Stationen entlang der Strecke

Zu den Haltestellen gehören unter anderem Inselsbergstraße und Boxberg.

In Boxberg gibt es eine Wendeschleife für die Wagen.

Weitere Stationen sind Reinhardsbrunn Bahnhof und Marienglashöhle.

Die Namen spiegeln die Orte und Ziele am Thüringer Wald wider.

Eingleisig mit Ausweichen

Ein Teil der Strecke ist nur eingleisig ausgebaut.

An mehreren Haltestellen bestehen deshalb Ausweichmöglichkeiten.

Dort können sich entgegenkommende Bahnen begegnen.

In Bad Tabarz sorgt eine Wendeschleife für das Drehen der Wagen.

Vorgeschichte und AEG-Vertrag

Im November 1911 schlossen das damalige Herzogtum und die AEG einen Vertrag.

Darin ging es um ein Elektrizitätswerk und zugleich um den Bau der Thüringerwaldbahn.

1912 übernahm eine Tochtergesellschaft der AEG die Aufgabe.

So war die neue Bahn von Anfang an mit der Stromversorgung verbunden.

Bau mit Unterbrechung

Im Juni 1914 begannen die eigentlichen Bauarbeiten.

Der Erste Weltkrieg unterbrach das Vorhaben für viele Jahre.

Erst im Juni 1928 wurde der Bau fortgesetzt.

Bis zur Fertigstellung vergingen also mehr als anderthalb Jahrzehnte.

Die Eröffnung 1929

Im Juli 1929 wurde die Strecke feierlich eingeweiht.

Damit konnte der Betrieb zwischen Gotha und dem Thüringer Wald beginnen.

Durchgehend befahrbar war die Strecke erst kurz darauf vollständig.

Seitdem prägt die Bahn den Verkehr am Nordrand des Gebirges.

Die Fahrzeuge zur Eröffnung

Zum Einweihungstag 1929 gehörten zehn Triebwagen zum Bestand.

Dazu kamen sieben Beiwagen und ein Gepäckwagen.

Diese Zahlen zeigen, wie groß der Betrieb von Beginn an angelegt war.

Beiwagen erlauben es, mehr Fahrgäste an einen Triebwagen anzuhängen.

Der Betreiber heute

Betrieben wird die Bahn von der Thüringer Waldbahn und Straßenbahn Gotha GmbH.

Diese Gesellschaft kürzt man mit TWSB ab.

Im Liniennetz trägt die Thüringerwaldbahn die Nummer vier.

Sie ist damit fest in das Gothaer Straßenbahnnetz eingebunden.

Eine seltene Bahnform

Echte Überlandstraßenbahnen sind in Deutschland selten geworden.

Viele vergleichbare Strecken wurden im Lauf der Zeit eingestellt.

Die Thüringerwaldbahn blieb dagegen erhalten.

Ihre Länge von über 21 Kilometern macht sie besonders auffällig.

Zahlen zum Mitnehmen

Die Thüringerwaldbahn fährt 21,7 Kilometer von Gotha nach Bad Tabarz.

Eine 2,4 Kilometer lange Zweigstrecke führt zum Bahnhof Waltershausen.

Eröffnet wurde die meterspurige Strecke im Juli 1929.

Betrieben wird sie heute als Linie vier der TWSB.

Was die Fahrgäste davon haben

Am Ende zählt für den Fahrgast vor allem eines: sicher und pünktlich anzukommen.

Jede kleine Verbesserung im Betrieb macht seine Reise ein wenig angenehmer.

Ein sauberer Zug und eine klare Anzeige nehmen ihm Sorge und Hektik.

Ein freundlicher Halt bleibt oft länger in Erinnerung als die Fahrt selbst.

So entsteht aus vielen Einzelheiten am Ende ein rundes Reiseerlebnis.

Und wer sich gut aufgehoben fühlt, steigt beim nächsten Mal gern wieder ein.

Warum sich der Blick aufs Detail lohnt

Der Bahnbetrieb steckt voller kleiner Dinge, die kaum jemand bewusst wahrnimmt.

Und doch hängt der reibungslose Ablauf oft genau an diesen Kleinigkeiten.

Ein einziges Bauteil kann darüber entscheiden, ob ein Zug rollt oder steht.

Wer genauer hinschaut, entdeckt hinter dem Alltag eine erstaunlich feine Technik.

Dieses Zusammenspiel unzähliger Teile ist die eigentliche Leistung der Bahn.

Es lohnt sich, dem scheinbar Selbstverständlichen einmal Beachtung zu schenken.

Häufige Fragen

Wie lang ist die Thüringerwaldbahn?
Die Hauptstrecke von Gotha nach Bad Tabarz ist 21,7 Kilometer lang, dazu kommt eine 2,4 Kilometer lange Zweigstrecke nach Waltershausen.
Was ist das Besondere an der Bahn?
Sie ist eine Überlandstraßenbahn, fährt also als Straßenbahn weit über das Stadtgebiet hinaus bis an den Thüringer Wald.
Welche Spurweite hat die Thüringerwaldbahn?
Die Bahn ist meterspurig und hat damit 1000 Millimeter Spurweite.
Wann wurde die Thüringerwaldbahn eröffnet?
Die Strecke wurde im Juli 1929 feierlich eingeweiht, nachdem der Bau seit 1914 mehrfach unterbrochen worden war.
Wer betreibt die Thüringerwaldbahn?
Betreiber ist die Thüringer Waldbahn und Straßenbahn Gotha GmbH, kurz TWSB, die Strecke ist die Linie vier.

Weiterfahrt

→ Alle Schalter – zurück zur Übersicht

→ Zurück zum Finder

Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

Zeige alle Beiträge von BahnSlam →