Zahlen, bitte!
„Sehr geehrte Fahrgäste, zwischen Peking und Guangzhou fahren Sie gut zweitausend Kilometer am Stück, in acht Stunden statt in zwanzig.“
Wie lang ist die Schnellfahrstrecke Peking–Guangzhou?
→ Eine Schnellfahrstrecke in Zahlen.
Lesezeit: 8 Minuten · Schalter: Zahlen, bitte!
Kurz gesagt
Die Schnellfahrstrecke Peking–Guangzhou misst rund 2100 Kilometer und ist damit nach der Strecke Shanghai–Kunming die zweitlängste Hochgeschwindigkeitsstrecke der Welt. Züge mit bis zu 350 Kilometern in der Stunde verkürzen die Reise von einst zwanzig auf gut acht Stunden.
Wer in Peking in den Zug steigt und erst in Guangzhou wieder aussteigt, durchquert das halbe Land.
Diese Verbindung gehört zu den längsten Hochgeschwindigkeitsstrecken, die je gebaut wurden.
Ihre Länge lässt sich genau beziffern, und die Zahl erklärt, warum China als Vorreiter des schnellen Zugverkehrs gilt.

Die wichtigsten Zahlen
2105 km
Länge der Strecke
von Peking bis Guangzhou
350 km/h
Höchsttempo
im Regelbetrieb
≈ 8 Std.
Reisezeit
früher rund zwanzig Stunden
Quelle: deutschsprachige Wikipedia zur Schnellfahrstrecke Peking–Guangzhou; Zahlen gerundet.
Die Länge in einer Zahl
Die Schnellfahrstrecke zwischen Peking und Guangzhou ist rund 2105 Kilometer lang.
Damit ist sie nach der Strecke Shanghai–Kunming die zweitlängste Eisenbahn-Schnellfahrstrecke der Welt.
Sie verbindet die Hauptstadt im Norden mit der Wirtschaftsmetropole am Perlfluss im Süden.
Zum Vergleich: Die Luftlinie zwischen beiden Städten misst etwa neunzehnhundert Kilometer.

Von zwanzig auf acht Stunden
Vor dem Bau der Schnellfahrstrecke dauerte die Fahrt auf der alten Linie rund zwanzig Stunden.
Mit den neuen Zügen sank die Reisezeit auf etwa acht Stunden.
Möglich macht das ein Tempo von bis zu 350 Kilometern in der Stunde.
Der Zug ist damit auf dieser Strecke oft schneller als das Flugzeug, wenn man Anfahrt und Wartezeiten mitrechnet.
Gut zu wissen
Die längste durchgehende Eisenbahn-Schnellfahrstrecke der Welt ist die Verbindung Shanghai–Kunming; Peking–Guangzhou folgt auf dem zweiten Platz.
Die alte, langsamere Bahnstrecke zwischen beiden Städten besteht weiter und dient heute vor allem dem Güter- und Nahverkehr.
In Abschnitten gebaut
Die Strecke entstand nicht auf einmal, sondern in mehreren Bauabschnitten.
Der große Teil zwischen Wuhan und Guangzhou ging Ende 2009 in Betrieb.
Der nördliche Teil bis Peking folgte in den Jahren danach.
Seit Ende 2012 lässt sich die gesamte Strecke ohne Umstieg befahren.
Anschluss bis Hongkong
In Guangzhou endet die Strecke nicht am Rand des Netzes.
Über den 142 Kilometer langen Anschluss nach Shenzhen und Hongkong ist auch die Sonderverwaltungsregion angebunden.
So kann man von Peking bis an die Grenze zu Hongkong durchfahren.
Das Netz reicht damit weit über die reine Strecke hinaus.
Teil eines riesigen Netzes
Die Verbindung ist nur eine Achse in einem der größten Schnellbahnnetze der Welt.
China hat in wenigen Jahrzehnten ein Netz von zehntausenden Kilometern aufgebaut.
Die Nord-Süd-Achse Peking–Guangzhou zählt dabei zu den wichtigsten Magistralen.
Sie bündelt einen großen Teil des Verkehrs zwischen Nord und Süd.
Was die Länge bedeutet
Zweitausend Kilometer am Stück sind schwer vorstellbar.
Von Hamburg bis nach Rom ist es auf der Straße ungefähr ebenso weit.
Eine solche Strecke in acht Stunden zu fahren, war vor wenigen Jahrzehnten undenkbar.
Die Zahl zeigt, wie sehr der schnelle Zug große Entfernungen schrumpfen lässt.
Warum so schnell gebaut wurde
China setzte früh und mit großem Aufwand auf den Ausbau schneller Strecken.
Der Staat wollte die weit auseinanderliegenden Regionen enger verbinden.
Auch die überfüllten alten Strecken und Flughäfen sprachen für den Neubau.
Das Ergebnis ist ein Tempo beim Streckenbau, das weltweit kaum ein Land erreicht.
Der Vergleich mit Europa
In Europa sind die längsten durchgehenden Schnellfahrstrecken deutlich kürzer.
Die spanische Achse ans Mittelmeer oder die französische Südlinie messen einige hundert Kilometer.
Eine einzelne Strecke von über zweitausend Kilometern gibt es in Europa nicht.
Das liegt auch an der kleinteiligen Landschaft und den vielen Grenzen.
Was Fahrgäste davon haben
Für Reisende bedeutet die Strecke vor allem Zeitgewinn.
Wer morgens in Peking startet, ist am Nachmittag im Süden.
Der Zug fährt mitten in die Städte hinein, nicht an ihren Rand wie ein Flughafen.
Das macht die Bahn auf dieser Distanz zu einer echten Alternative zum Flug.
Eine Zahl mit Signalwirkung
Die Länge der Strecke ist mehr als eine technische Angabe.
Sie steht für den Anspruch, ein ganzes Land mit schnellen Zügen zu durchziehen.
Andere Länder schauen auf dieses Vorbild, wenn sie eigene Strecken planen.
Die Zahl von gut zweitausend Kilometern markiert damit einen Meilenstein der Bahngeschichte.
Bahn statt Kurzstreckenflug
Auf vielen Abschnitten hat der Zug dem Flugzeug Fahrgäste abgenommen.
Der Grund ist einfach: Von Bahnhof zu Bahnhof geht es ohne langes Ein- und Auschecken.
Zugleich entlastet das die Straßen und die alten, langsameren Gleise.
So wird aus einer langen Strecke ein Gewinn für den ganzen Verkehr.
Ein Blick in die Zukunft
Die Bahn von morgen soll noch pünktlicher, digitaler und bequemer werden.
Neue Stellwerke steuern den Verkehr aus der Ferne und in Echtzeit.
Moderne Züge fahren leiser, sparsamer und mit mehr Platz für Rad und Gepäck.
Das Netz wird an vielen Stellen ausgebaut, damit mehr Züge fahren können.
Auch die Bahnhöfe werden Schritt für Schritt barrierefrei und freundlicher.
So entsteht nach und nach die Bahn, die sich viele Fahrgäste wünschen.
Warum sich der Blick aufs Detail lohnt
Der Bahnbetrieb steckt voller kleiner Dinge, die kaum jemand bewusst wahrnimmt.
Und doch hängt der reibungslose Ablauf oft genau an diesen Kleinigkeiten.
Ein einziges Bauteil kann darüber entscheiden, ob ein Zug rollt oder steht.
Wer genauer hinschaut, entdeckt hinter dem Alltag eine erstaunlich feine Technik.
Dieses Zusammenspiel unzähliger Teile ist die eigentliche Leistung der Bahn.
Es lohnt sich, dem scheinbar Selbstverständlichen einmal Beachtung zu schenken.
