Zahlen, bitte!
„Sehr geehrte Fahrgäste, diese Normalspurbahn war einst 30,5 Kilometer lang und trägt bis heute den Kalk aus dem Harz ins Tal.“
Wie lang ist die Rübelandbahn?
→ Eine Strecke in Zahlen.
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Kurz gesagt
Die Rübelandbahn im Harz war ursprünglich 30,5 Kilometer lang und führte von Blankenburg über Rübeland bis Tanne. Anders als die Harzer Schmalspurbahnen ist sie eine Normalspurbahn. Heute wird vor allem der untere Abschnitt bis zu den Kalkwerken bei Rübeland und Elbingerode noch im Güterverkehr befahren. Planmäßige Personenzüge gibt es seit 2005 nicht mehr.
Im Harz denkt man bei Bahnen meist an schmale Dampfzüge.
Die Rübelandbahn ist anders, sie ist eine normalspurige Güterstrecke.
Und sie war einmal gut 30 Kilometer lang.

Die wichtigsten Zahlen
30,5 km
ursprüngliche Länge
Blankenburg–Tanne
1435 mm
Spurweite
Normalspur, keine Schmalspur
25 kV
frühere Fahrdrahtspannung
ungewöhnliche 50 Hz, ab 1965
1886
Eröffnung
gebaut von der HBE
Die ursprüngliche Streckenlänge betrug 30,5 Kilometer (ohne die kurze Stichstrecke nach Drei Annen Hohne); mehrere Abschnitte sind heute stillgelegt.
Eine Normalspurbahn im Harz
Die Rübelandbahn verläuft im Harz von Blankenburg aus nach Süden.
Anders als die berühmten Harzer Schmalspurbahnen ist sie normalspurig.
Ihre Spurweite beträgt also die üblichen 1435 Millimeter.
Ursprünglich war die Strecke 30,5 Kilometer lang.
Gebaut wurde sie vor allem für schwere Güter.

Wie die Zahl zustande kommt
Die 30,5 Kilometer gelten für die ursprüngliche Strecke.
Sie führte von Blankenburg über Rübeland und Königshütte bis Tanne.
Eine kurze Stichstrecke nach Drei Annen Hohne ist dabei nicht mitgezählt.
Das war die volle Ausdehnung der Bahn.
Von dieser Länge ist heute nur noch ein Teil in Betrieb.
Gut zu wissen
Die Rübelandbahn ist eine Normalspurbahn und damit ein Sonderfall neben den meterspurigen Harzer Schmalspurbahnen.
Von der ursprünglich 30,5 Kilometer langen Strecke wird heute vor allem der untere Abschnitt bei Rübeland und Elbingerode im Güterverkehr befahren.
Was heute noch fährt
Planmäßige Personenzüge gibt es auf der Rübelandbahn seit 2005 nicht mehr.
Befahren wird heute vor allem der untere Abschnitt bei Rübeland und Elbingerode.
Dort rollt weiterhin regelmäßig Güterverkehr.
Gelegentlich fahren noch einzelne Sonderzüge mit Fahrgästen.
Der Rest der alten Strecke ist stillgelegt.
Warum die Strecke schrumpfte
Der obere Abschnitt Königshütte–Tanne wurde schon 1969 stillgelegt.
Grund war ein geplanter Talsperrenbau, der dann doch nicht kam.
Später verlor auch Elbingerode–Königshütte den Verkehr.
Zum Jahr 2000 wurde dieser Abschnitt ebenfalls aufgegeben.
So blieb vom langen Strang nur der untere Teil übrig.
Gebaut 1886 für Erz und Kalk
Fertiggestellt wurde die Bahn 1886 von der Halberstadt-Blankenburger Eisenbahn.
Ihr Zweck war von Anfang an der Transport schwerer Rohstoffe.
Große Mengen Erz und Kalk waren nur mit der Bahn zu bewegen.
Trotz des schwierigen Geländes entschied man sich für den Bau.
So wurde aus einer Idee eine wichtige Güterstrecke.
Einst eine Zahnradbahn
Die steilsten Abschnitte waren zu Beginn mit einer Zahnstange ausgerüstet.
Verwendet wurde das dreilamellige System Abt.
Im Zahnstangenbetrieb fuhren die Züge nur sehr langsam.
Bergwärts waren es 15, talwärts nur 7,5 Kilometer pro Stunde.
Diese Engstelle begrenzte lange die Leistung der Bahn.
Das Ende der Zahnstange
In den 1920er Jahren kamen starke, fünffach gekuppelte Lokomotiven.
Mit ihnen ließ sich der Zahnstangenbetrieb aufgeben.
Die Strecke wurde zur reinen Adhäsionsbahn.
Dafür dachte man über eine teilweise Neutrassierung nach.
So wurde die alte Bergbahn Schritt für Schritt leistungsfähiger.
Strom mit 25 Kilovolt
Zwischen 1960 und 1965 wurde die Rübelandbahn elektrifiziert.
So sollte der Kalk aus den Brüchen in größeren Mengen abfahren.
Die sonst üblichen 15 Kilovolt kamen in der DDR aber nicht infrage.
Dafür fehlten die nötigen Frequenzumformer.
Man entschied sich für die ungewöhnliche Spannung von 25 Kilovolt mit 50 Hertz.
Ein elektrischer Inselbetrieb
Die Strecke war elektrisch, aber vom übrigen Netz abgeschnitten.
Jahrzehntelang blieb sie ein elektrischer Inselbetrieb.
Nur hier fuhren Loks mit dieser besonderen Spannung.
Später wurde die Oberleitung wieder abgebaut.
Heute rollen auf der Strecke Diesellokomotiven.
Kalk aus den Bergen
Der eigentliche Grund für die Bahn ist der Kalk.
Rund um Rübeland liegen große Kalkwerke.
Von dort wird der Rohstoff auf der Schiene abtransportiert.
Dieser Güterverkehr hält die Strecke bis heute am Leben.
Ohne die Kalkwerke gäbe es die Bahn womöglich nicht mehr.
Steiler als die meisten Hauptbahnen
Die Rübelandbahn gilt als sehr steile Normalspurstrecke.
Schon ihr früher Zahnstangenbetrieb zeigt die schwierigen Steigungen.
Für normale Züge sind solche Rampen eine echte Herausforderung.
Schwere Güterzüge brauchen hier starke Lokomotiven.
Das macht die Strecke technisch bis heute anspruchsvoll.
Nur noch selten Personenzüge
Wer heute mitfahren will, braucht Geduld.
Regelmäßige Personenzüge gibt es nicht mehr.
Nur zu besonderen Anlässen rollen Sonderzüge über die Strecke.
Für Eisenbahnfreunde sind diese Fahrten ein Höhepunkt.
Im Alltag aber gehört die Bahn dem Güterverkehr.
Warum Normalspur im Harz
Die schmalen Harzer Bahnen sollten vor allem Menschen befördern.
Die Rübelandbahn dagegen war für schwere Lasten gedacht.
Für Erz und Kalk lohnte sich die kräftigere Normalspur.
So steht sie als Sonderfall neben den Schmalspurbahnen.
Beide Welten liegen im selben Gebirge dicht beieinander.
Was 30,5 Kilometer bedeuten
30,5 Kilometer klingen nach einer überschaubaren Strecke.
Für eine steile Güterbahn im Harz waren sie eine große Aufgabe.
Die Strecke verband Täler, Kalkwerke und kleine Orte.
Heute ist davon vor allem der arbeitsreiche untere Teil geblieben.
Deshalb erzählt diese Zahl auch von Aufstieg und Rückzug einer Bahn.
Warum Verlässlichkeit so wichtig ist
Nichts schätzen Fahrgäste an der Bahn so sehr wie Verlässlichkeit.
Wer sich auf seinen Zug verlassen kann, plant seinen Tag mit ruhigem Gewissen.
Schon eine einzige Verspätung kann eine ganze Reisekette stören.
Deshalb arbeitet die Bahn mit großem Aufwand an einem stabilen Betrieb.
Pünktlichkeit entsteht aus dem Zusammenspiel vieler einzelner Schritte.
Am Ende ist Verlässlichkeit das wertvollste Versprechen der Bahn.
Warum die Bahn für das ganze Land zählt
Die Bahn bringt Tag für Tag sehr viele Menschen sicher ans Ziel.
Sie verbindet große Städte mit kleinen Dörfern und hält so das Land zusammen.
Bei Wind und Wetter fährt sie, wenn andere Verkehrsmittel längst stehen.
Ein gut gefüllter Zug ersetzt viele Autos und entlastet damit die Straßen.
Zugleich schont die Schiene die Umwelt, weil sie je Reisenden wenig Energie braucht.
So ist die Bahn weit mehr als ein Verkehrsmittel, sie ist ein Stück Daseinsvorsorge.
