Zahlen, bitte!
„Auf Gleis eins die Brünigbahn nach Interlaken Ost, bitte einsteigen, es geht über den Pass.“
Wie lang ist die Brünigbahn?
→ Eine Strecke in Zahlen.
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Kurz gesagt
Die Brünigbahn von Luzern nach Interlaken Ost ist 74 Kilometer lang. Sie ist eine Schmalspurbahn mit einem Meter Spurweite und überwindet den Brünigpass mit einer Zahnstange.
Die Brünigbahn gehört zu den schönsten Bergstrecken der Schweiz.
Sie verbindet Luzern über den Brünigpass mit Interlaken am Fuß der Berner Alpen.
Doch wie viele Kilometer legt dieser Panoramazug dabei zurück?

Die wichtigsten Zahlen
74 km
Luzern–Interlaken Ost
Meterspur
1000 mm
Spurweite
mit Zahnstange
1888
erster Abschnitt eröffnet
Brienz–Alpnachstad
Von Luzern bis Interlaken Ost sind es 74 Kilometer, dazwischen liegt der Brünigpass.
74 Kilometer durch die Zentralschweiz
Die Brünigbahn ist genau 74 Kilometer lang.
Sie führt von Luzern bis nach Interlaken Ost in der Zentralschweiz.
Dabei überquert sie den Brünigpass zwischen zwei großen Seen.
Die Strecke ist eine Schmalspurbahn mit einem Meter Spurweite.
Für eine reine Gebirgsbahn ist diese Länge recht stattlich.

Von Luzern an den Brienzersee
Die Bahn beginnt im Bahnhof Luzern direkt neben den normalspurigen Gleisen.
Von dort führt sie über Alpnachstad und Giswil hinauf in die Berge.
Nach dem Brünigpass geht es über Meiringen wieder hinab nach Brienz.
Am Ufer des Brienzersees erreicht sie schließlich Interlaken Ost.
So verbindet sie zwei bekannte Urlaubsregionen auf einer einzigen Linie.
Gut zu wissen
Auf der Brünigbahn gehen Zahnradabschnitte und gewöhnliche Reibungsstrecke nahtlos ineinander über, was in der Schweiz selten ist.
Als Teil der Golden-Pass-Line verbindet sie heute Luzern mit dem Berner Oberland und reicht im Verbund bis zum Genfersee.
Ein Meter zwischen den Schienen
Anders als die großen Schweizer Bahnen fährt die Brünigbahn auf Meterspur.
Zwischen den Schienen liegt also genau ein Meter.
Das macht die Strecke schlanker und passt besser in die engen Täler.
Viele Schweizer Bergbahnen nutzen diese schmale Spur.
Die Brünigbahn ist eine der bekanntesten unter ihnen.
Zahnstange für die Steigung
Der steile Bergabschnitt zwischen Meiringen und Giswil war für reine Reibung zu steil.
Deshalb liegt dort abschnittsweise eine Zahnstange im Gleis.
Sie arbeitet nach dem bewährten System von Niklaus Riggenbach.
In diese Zahnstange greift ein Zahnrad der Lokomotive ein.
So kommen die Züge sicher über die steilsten Rampen.
Über den Brünigpass
Ihren höchsten Punkt erreicht die Bahn am Brünigpass.
Der Bahnhof Brünig-Hasliberg liegt dort auf gut 1000 Metern.
Früher musste am Scheitel die Lokomotive gewechselt oder gedreht werden.
Dafür gab es in Brünig-Hasliberg eine eigene Drehscheibe.
Diese Drehscheibe ist heute allerdings nicht mehr vorhanden.
Gebaut von der Jura-Bern-Luzern-Bahn
Gebaut wurde die Strecke von der Bahngesellschaft Jura–Bern–Luzern.
Am 14. Juni 1888 eröffnete sie den Abschnitt von Brienz über den Brünigpass nach Alpnachstad.
Genau ein Jahr später folgte das Stück von Alpnachstad nach Luzern.
Damit war die Bahn von Luzern bis Brienz durchgehend befahrbar.
Die schwierige Bergstrecke war für die damalige Zeit eine große Leistung.
28 Jahre mit dem Schiff
Zunächst endete die Brünigbahn am Bahnhof Brienz.
Wer weiter nach Interlaken wollte, musste dort aufs Schiff umsteigen.
Über den Brienzersee ging es dann mit dem Dampfer weiter.
Erst 1916 wurde die Bahn bis Interlaken Ost verlängert.
Ganze 28 Jahre lang war der Umstieg aufs Schiff also nötig.
Teil der Golden-Pass-Line
Heute ist die Brünigbahn ein Teil der berühmten Golden-Pass-Line.
Diese Route verbindet Luzern über das Berner Oberland mit dem Genfersee.
Reisende erleben dabei Seen, Pässe und Berge auf einer durchgehenden Strecke.
Die Brünigbahn steuert den Abschnitt über den Brünigpass bei.
So gehört sie zu den beliebtesten Panoramastrecken der Schweiz.
Seit 2005 bei der Zentralbahn
Lange gehörte die Brünigbahn zur Schweizerischen Bundesbahn und war deren einzige Strecke auf Schmalspur.
Im Jahr 2005 ging sie an die neu gebildete Zentralbahn über.
Die Zentralbahn wird oft mit dem Kürzel zb bezeichnet.
Sie bündelt mehrere Schmalspurstrecken rund um Luzern.
Seither tragen moderne Panoramazüge die Fahrgäste über den Pass.
Gemeinsame Gleise und Anschlüsse
Zwischen Hergiswil und Luzern teilt sich die Brünigbahn die Gleise mit einer zweiten Linie.
Seit 1964 fährt dort auch die Bahn von Luzern über Stans nach Engelberg.
Beide Strecken gehören heute zur Zentralbahn.
Im Bahnhof Meiringen beginnt zudem die Meiringen-Innertkirchen-Bahn.
Seit einem Umbau im Jahr 2010 nutzen beide denselben Bahnhof.
Für Pendler und Touristen zugleich
Die Brünigbahn ist weit mehr als eine reine Ausflugsstrecke.
Tag für Tag bringt sie Pendler und Schüler in die Orte der Region.
Zugleich lockt sie unzählige Touristen auf die Panoramafahrt.
Die großen Fenster der Züge geben den Blick auf Seen und Berge frei.
So trifft Alltag auf Urlaubsstimmung im selben Wagen.
Was die 74 Kilometer bedeuten
Auf den ersten Blick sind 74 Kilometer eine überschaubare Strecke.
Doch dazwischen liegen ein hoher Pass und zwei tiefe Seetäler.
Die Bahn klettert mit der Zahnstange hinauf und rollt auf der anderen Seite wieder hinab.
Jeder Kilometer verbindet dabei Landschaften, die ganz verschieden sind.
Gerade das macht die kurze Strecke so abwechslungsreich.
Kleine Dinge, große Wirkung
Im Bahnbetrieb entscheiden oft die kleinen Dinge über den großen Ablauf.
Eine klare Ansage, ein sauberer Bahnsteig, ein pünktlicher Anschluss.
Für sich genommen wirken diese Dinge unscheinbar und beinahe nebensächlich.
In der Summe machen sie den Unterschied zwischen Ärger und Freude.
Wer sie beachtet, macht das Reisen für alle ein Stück angenehmer.
So zeigt sich Qualität bei der Bahn gerade im scheinbar Nebensächlichen.
Von der Dampflok bis heute
Die Eisenbahn hat sich in fast zwei Jahrhunderten enorm verändert.
Am Anfang stand die schnaubende Dampflok, langsam und rußig, aber revolutionär.
Später kamen der elektrische Antrieb und immer schnellere Züge hinzu.
Aus einfachen Holzbänken wurden bequeme Sitze mit Steckdose und Klimaanlage.
Vieles, was heute selbstverständlich wirkt, war früher undenkbarer Luxus.
Dieser lange Weg zeigt, wie sehr die Bahn mit der Zeit gegangen ist.
