Zahlen, bitte!
„Sehr geehrte Fahrgäste, dieser Dampfzug nimmt 19 Kilometer unter die Räder und schraubt sich dabei spiralförmig auf den Brocken.“
Wie lang ist die Brockenbahn?
→ Eine Bergstrecke in Zahlen.
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Kurz gesagt
Die Brockenbahn ist 19,0 Kilometer lang und führt von Drei Annen Hohne über Schierke hinauf auf den Brocken. Sie ist meterspurig, nicht elektrifiziert und steigt mit bis zu 33 Promille an. Kurz vor dem Gipfel umrundet sie den Berg eineinhalbmal in einer Spirale. Bis heute ziehen Dampflokomotiven die Züge auf den zweithöchsten Bahnhof Deutschlands.
Es gibt wenige Bahnfahrten in Deutschland, die so enden wie diese.
Am Ende steht man auf dem Brocken, dem höchsten Berg Norddeutschlands.
Und der Weg dorthin ist genau 19 Kilometer lang.

Die wichtigsten Zahlen
19,0 km
Streckenlänge
Drei Annen Hohne–Brocken, Meterspur
33 ‰
größte Steigung
ohne Zahnstange, reine Adhäsion
1,5 Runden
Gipfelspirale
die Bahn umrundet den Brocken eineinhalbmal
≈ 0,5 Mio.
Fahrgäste pro Jahr
fahren mit den historischen Zügen hinauf
Die Streckenlänge und die größte Steigung stammen aus den Angaben zur meterspurigen Strecke Drei Annen Hohne–Brocken.
Von Drei Annen Hohne auf den Gipfel
Die Brockenbahn beginnt im Bahnhof Drei Annen Hohne, wo sie von der Harzquerbahn abzweigt.
Von dort führt sie über Schierke hinauf bis zum Bahnhof Brocken.
Die ganze Strecke ist 19,0 Kilometer lang und in Meterspur gebaut.
Elektrischen Strom gibt es nicht, hier arbeiten Dampf und Diesel.
Betrieben wird die Strecke von den Harzer Schmalspurbahnen.

Wie die Zahl zustande kommt
Die 19,0 Kilometer messen den Weg von Drei Annen Hohne bis zum Gipfelbahnhof.
Ein gutes Stück davon steckt allein in der Schleife um den Brocken.
Die Brockenbahn ist Teil des 140,4 Kilometer langen HSB-Netzes.
Ohne die Harzquerbahn als Zubringer wäre sie gar nicht erreichbar.
So kurz die Strecke klingt, so viel Höhe liegt in ihr.
Gut zu wissen
Die Brockenbahn gehört zum 140,4 Kilometer langen Netz der Harzer Schmalspurbahnen und ist über die Harzquerbahn in Drei Annen Hohne erreichbar.
Der Bahnhof Brocken ist der zweithöchste Bahnhof Deutschlands; nur die Zugspitze liegt höher.
Die Spirale um den Berg
Kurz vor dem Ziel passiert etwas Ungewöhnliches.
Die Bahn umrundet den Brocken eineinhalbmal in einer großen Spirale.
Dabei quert sie mehrfach die Brockenstraße.
Nur so lässt sich die Höhe des Gipfels sanft genug erklimmen.
Diese Schleife macht einen Teil der 19 Kilometer aus.
Ein steiler Anstieg ohne Zahnstange
Die Brockenbahn steigt mit bis zu 33 Promille an.
Das bedeutet 33 Meter Höhengewinn auf 1000 Meter Strecke.
Trotzdem fährt sie ganz ohne Zahnstange, allein über die Reibung der Räder.
Der Bahnhof Schierke liegt deshalb rund 80 Meter höher als der Ort selbst.
Für eine reine Adhäsionsbahn ist dieser Anstieg bemerkenswert.
Der zweithöchste Bahnhof Deutschlands
Am Ende der 19 Kilometer liegt der Bahnhof Brocken.
Er ist der zweithöchste Bahnhof Deutschlands, nur die Zugspitze liegt höher.
Der Brocken selbst ist mit 1141 Metern der höchste Berg Norddeutschlands.
Von unten bis oben überwindet die Bahn mehrere hundert Höhenmeter.
Oben weht fast immer ein scharfer Wind, selbst im Sommer.
Eine halbe Million Fahrgäste im Jahr
Etwa eine halbe Million Menschen fahren jedes Jahr mit der Brockenbahn hinauf.
Damit ist sie eine der meistbesuchten Dampfstrecken Europas.
Viele verbinden die Fahrt mit einer Wanderung rund um den Gipfel.
Im Sommer sind die Züge an schönen Tagen gut gefüllt.
Die kurze Strecke trägt so einen großen Teil des Harztourismus.
Gebaut 1898 und 1899
Der erste Abschnitt der Brockenbahn ging 1898 in Betrieb.
Schon beim Bau war die Weiterführung bis zum Gipfel vorgesehen.
Deshalb liegt der Bahnhof Schierke etwas abseits und höher als der Ort.
1899 erreichten die Gleise schließlich den Brocken.
Seitdem führt eine Eisenbahn auf den höchsten Harzgipfel.
Kohle, Öl und Grenztruppen
In der DDR lag der Brocken mitten im Sperrgebiet an der innerdeutschen Grenze.
Der Gipfel war für normale Besucher gesperrt.
Die Züge brachten vor allem Kohle, Öl und Baumaterial für die stationierten Truppen hinauf.
Selbst für Schierke war ein Passierschein nötig.
Der öffentliche Verkehr zum Gipfel ruhte über viele Jahre.
Die Wiedereröffnung 1991
Nach der Wiedervereinigung wurde die Strecke saniert.
Am 15. September 1991 fuhren wieder öffentliche Züge auf den Brocken.
Zwei dampflokbespannte Züge eröffneten die Strecke feierlich.
Damit war der Gipfel erstmals seit Jahrzehnten wieder frei erreichbar.
Seitdem rollt der Verkehr ohne Unterbrechung.
Dampf auf den Brocken
Die Brockenbahn ist bis heute eine echte Dampfbahn.
Planmäßig ziehen schwere Dampflokomotiven die Wagen den Berg hinauf.
Das macht die Fahrt zu einem Erlebnis aus einer anderen Zeit.
Für viele Gäste ist genau dieser Dampf der eigentliche Grund der Reise.
In Europa ist ein solcher Alltagsbetrieb mit Dampf selten geworden.
Wenn der Wald trocken ist
Nach der Trockenheit und einem Waldbrand bei Schierke im Sommer 2022 gelten neue Regeln.
Bei hoher Waldbrandwarnstufe ruht der Dampfbetrieb auf dem oberen Abschnitt.
Dann übernehmen Dieselloks oder die Fahrten fallen aus.
So soll ein Funkenflug in den trockenen Wäldern verhindert werden.
Der Schutz des Harzwaldes geht hier vor dem Dampf.
Warum Schmalspur bis nach oben
Eine normalspurige Bahn hätte den Brocken kaum erklimmen können.
Die Meterspur erlaubt engere Kurven und die enge Gipfelspirale.
Dadurch kommt die Bahn ohne teure Tunnel und ohne Zahnstange aus.
Kleinere Fahrzeuge bedeuten auch weniger Gewicht am Berg.
So wurde die Strecke überhaupt erst bezahlbar.
Teil eines großen Netzes
Die Brockenbahn steht nicht für sich allein.
Zusammen mit Harzquerbahn und Selketalbahn bildet sie das HSB-Netz.
Dieses Netz ist 140,4 Kilometer lang und hat 44 Bahnhöfe und Haltepunkte.
In Drei Annen Hohne gehen die Strecken ineinander über.
Die 19 Kilometer auf den Brocken sind davon das steilste und bekannteste Stück.
Was 19 Kilometer bergauf bedeuten
19 Kilometer sind mit dem Auto in wenigen Minuten erledigt.
Mit der Brockenbahn werden sie zu einer kleinen Expedition.
Jeder Kilometer gewinnt an Höhe, an Aussicht und an Wetter.
Am Ende steht man dort, wo Sagen und Geschichte zu Hause sind.
Deshalb zählt bei dieser Strecke nicht die Länge, sondern der Weg nach oben.
Warum Verlässlichkeit so wichtig ist
Nichts schätzen Fahrgäste an der Bahn so sehr wie Verlässlichkeit.
Wer sich auf seinen Zug verlassen kann, plant seinen Tag mit ruhigem Gewissen.
Schon eine einzige Verspätung kann eine ganze Reisekette stören.
Deshalb arbeitet die Bahn mit großem Aufwand an einem stabilen Betrieb.
Pünktlichkeit entsteht aus dem Zusammenspiel vieler einzelner Schritte.
Am Ende ist Verlässlichkeit das wertvollste Versprechen der Bahn.
Der Zug als umweltfreundliche Wahl
Wer mit dem Zug fährt, entscheidet sich fast immer für die grünere Variante.
Die Schiene führt viele Menschen gleichzeitig mit wenig Energie ans Ziel.
Sie braucht weniger Fläche als eine Autobahn und zerschneidet die Landschaft weniger.
Auch in der Stadt hält die Bahn die Luft sauberer und die Straßen freier.
Jeder Umstieg vom Auto in den Zug ist ein Gewinn für die Umwelt.
So verbindet die Bahn das Reisen mit einem guten Gewissen.
