Zahlen, bitte!
„Der grüne Zug Richtung Palau verlässt Sassari, vor ihm liegen gut 150 Kilometer durch die Hügel der Gallura.“
Wie lang ist die Bahnstrecke Sassari–Palau?
→ Eine Strecke in Zahlen.
Lesezeit: 8 Minuten · Schalter: Zahlen, bitte!
Kurz gesagt
Die Bahnstrecke Sassari–Palau ist rund 150,2 Kilometer lang und verband den Nordwesten Sardiniens mit der Nordküste.
Im Norden Sardiniens zieht sich eine Schmalspurbahn von der Stadt Sassari bis zum Fährhafen Palau.
Sie ist so lang, dass sie fast quer durch den gesamten Norden der Insel reicht.
Die genaue Länge erklärt, warum diese Linie einst eine wichtige Lebensader war.

Die wichtigsten Zahlen
150,2 km
Streckenlänge
nach Wikipedia
950 mm
Spurweite
Schmalspur
1931/32
Eröffnung
in zwei Abschnitten
Die Längenangabe stammt aus der Streckentabelle der deutschen Wikipedia.
Die kurze Antwort
Die Bahnstrecke Sassari–Palau ist nach den Angaben der deutschen Wikipedia rund 150,2 Kilometer lang.
Damit gehört sie zu den längsten Schmalspurstrecken Sardiniens.
Sie verbindet den Nordwesten der Insel rund um Sassari mit dem Fährhafen Palau im Nordosten.
Die Zahl steht in der Streckentabelle des Wikipedia-Artikels.
Sie beschreibt die gesamte ursprüngliche Verbindung, nicht nur den heute genutzten Rest.

Der Verlauf durch den Norden
Die Strecke beginnt in Sassari, der zweitgrößten Stadt Sardiniens.
Von dort führt sie über Tempio Pausania ins Innere der Region Gallura.
Weiter geht es über Luras bis hinunter an die Nordküste nach Palau.
Unterwegs durchquert die Bahn hügeliges Land mit Korkeichen und Granitfelsen.
Palau ist zugleich Ausgangspunkt der Fähren zur vorgelagerten Insel La Maddalena.
Gut zu wissen
Palau ist Fährhafen für die Insel La Maddalena, was die Strecke früher auch für Reisende dorthin wichtig machte.
Der touristische Trenino Verde fährt nur saisonal und nur auf dem verbliebenen kurzen Abschnitt.
Eröffnung in zwei Etappen
Die Gesellschaft der sardischen Nordbahnen baute die Strecke in zwei Teilabschnitten.
Am 16. November 1931 ging der 91 Kilometer lange Abschnitt von Tempio Pausania nach Sassari in Betrieb.
Am 18. Januar 1932 folgten die 46 Kilometer von Luras nach Palau.
Zusammen ergibt sich daraus die lange Gesamtverbindung.
Sie gehört damit zu den jüngeren Schmalspurstrecken der Insel.
Was 950 Millimeter Spurweite bedeuten
Wie fast alle sardischen Nebenbahnen ist auch diese Linie in 950 Millimetern Spurweite gebaut.
Das ist die klassische italienische Schmalspur und deutlich schmaler als die Normalspur.
Die enge Spur erlaubte einen günstigen Bau in hügeligem Gelände.
Dafür fahren die Züge langsamer und in engeren Kurven als auf einer Hauptstrecke.
Gerade in der zerklüfteten Gallura war das ein praktischer Vorteil.
Nur noch ein kurzer Rest
Von den gut 150 Kilometern wird heute nur noch ein kleiner Teil befahren.
Nach Angaben der Wikipedia ist lediglich ein rund 11 Kilometer langer Abschnitt in Betrieb.
Dort rollt der touristische Zug mit dem Namen Trenino Verde.
Der weitaus größte Teil der Strecke ist dagegen außer Betrieb.
So ist aus einer langen Verkehrslinie eine kurze Ausflugsbahn geworden.
Der Trenino Verde
Der Trenino Verde ist ein saisonales touristisches Angebot auf den sardischen Schmalspurgleisen.
Sein Name bedeutet schlicht kleiner grüner Zug.
Er bringt Reisende durch Landschaften, die mit dem Auto kaum zugänglich sind.
Auf der Strecke nach Palau nutzt er den noch befahrbaren Abschnitt in der Gallura.
Die Fahrt ist heute reines Erlebnis und nicht mehr Teil des Alltagsverkehrs.
Wie sich 150 Kilometer anfühlen
Auf einer modernen Hauptbahn wären 150 Kilometer in gut einer halben Stunde zurückgelegt.
Auf der kurvenreichen Schmalspur dauerte die volle Fahrt ungleich länger.
Die Bahn folgte den Hügeln, statt sie mit großen Bauwerken zu durchschneiden.
Dadurch wurde die Strecke lang, aber auch landschaftlich reizvoll.
Geschwindigkeit war hier nie das wichtigste Ziel.
Warum die Bahn gebaut wurde
Die Gallura war lange eine abgelegene und dünn besiedelte Region.
Eine Bahn sollte die Dörfer des Inneren mit der Küste und mit Sassari verbinden.
Der Hafen Palau war das natürliche Tor nach Norden und zu den Inseln.
So verband die Strecke Landwirtschaft, Handel und Verkehr in einer Linie.
Für viele Orte war sie die erste moderne Verkehrsanbindung überhaupt.
Landschaft der Gallura
Die Region Gallura ist bekannt für ihre bizarren Granitformationen.
Zwischen den Felsen wachsen ausgedehnte Korkeichenwälder.
Die Bahn durchquert dieses Land in weiten Schleifen.
Immer wieder öffnen sich Blicke auf Hügel, Täler und in der Ferne das Meer.
Diese Kulisse macht den touristischen Restbetrieb bis heute attraktiv.
Heutiger Betreiber
Zuständig für das sardische Schmalspurnetz ist das Verkehrsunternehmen ARST.
Es betreibt sowohl den verbliebenen Regelverkehr auf der Insel als auch die touristischen Angebote.
Auf Sassari–Palau beschränkt sich der Betrieb auf den kurzen befahrbaren Abschnitt.
Der Rest der Strecke liegt still.
Ob und wann Teile reaktiviert werden, ist offen.
Was die Zahl erzählt
Die 150,2 Kilometer stehen für den Ehrgeiz, auch den Norden Sardiniens an die Schiene zu bringen.
Sie erzählen von einer Zeit, in der die Bahn das wichtigste Landverkehrsmittel war.
Dass heute nur ein Elftel davon befahren wird, zeigt den Wandel des Verkehrs.
Was blieb, ist ein touristischer Faden durch eine schöne Landschaft.
Die Länge der einstigen Strecke bleibt dabei ein stilles Denkmal.
Was die Fahrgäste davon haben
Am Ende zählt für den Fahrgast vor allem eines: sicher und pünktlich anzukommen.
Jede kleine Verbesserung im Betrieb macht seine Reise ein wenig angenehmer.
Ein sauberer Zug und eine klare Anzeige nehmen ihm Sorge und Hektik.
Ein freundlicher Halt bleibt oft länger in Erinnerung als die Fahrt selbst.
So entsteht aus vielen Einzelheiten am Ende ein rundes Reiseerlebnis.
Und wer sich gut aufgehoben fühlt, steigt beim nächsten Mal gern wieder ein.
Warum die Bahn für das ganze Land zählt
Die Bahn bringt Tag für Tag sehr viele Menschen sicher ans Ziel.
Sie verbindet große Städte mit kleinen Dörfern und hält so das Land zusammen.
Bei Wind und Wetter fährt sie, wenn andere Verkehrsmittel längst stehen.
Ein gut gefüllter Zug ersetzt viele Autos und entlastet damit die Straßen.
Zugleich schont die Schiene die Umwelt, weil sie je Reisenden wenig Energie braucht.
So ist die Bahn weit mehr als ein Verkehrsmittel, sie ist ein Stück Daseinsvorsorge.
