Zahlen, bitte!
„Einfahrt in den Finnetunnel: knapp sieben Kilometer durch den Berg, dann kehrt das Tageslicht zurück.“
Wie lang ist der Finnetunnel?
→ Ein Tunnel in Zahlen.
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Kurz gesagt
Der Finnetunnel ist 6965 Meter lang und damit der längste Tunnel der Neubaustrecke Erfurt–Leipzig/Halle. 6965 Meter führen in zwei getrennten Röhren durch den Höhenzug Finne an der Grenze von Thüringen und Sachsen-Anhalt.
Mitten in Mitteldeutschland verschwindet die schnellste Bahnstrecke der Region für einige Minuten im Berg.
Zwischen Erfurt und Leipzig durchquert sie den Höhenzug Finne in einem langen Tunnel.
Der Finnetunnel zeigt, wie viel Aufwand hinter einer geraden, schnellen Trasse steckt.

Die wichtigsten Zahlen
6965 m
Länge des Tunnels
längster Tunnel der Strecke Erfurt–Leipzig/Halle
2
eingleisige Röhren
Achsabstand rund 25 Meter
65 m
größte Überdeckung
Gestein über der Röhre
Der Rohbau wurde nach Angaben der Bahn mit rund 249 Millionen Euro veranschlagt und vom Bund finanziert.
Knapp sieben Kilometer durch den Berg
Der Finnetunnel misst 6965 Meter von Portal zu Portal.
Damit zieht sich das Bauwerk über fast sieben Kilometer durch festen Fels.
Ein Zug mit Tempo 300 braucht für diese Strecke nur etwa anderthalb Minuten.
Von außen ist davon kaum etwas zu sehen, denn die Gleise liegen tief im Höhenzug.

Zwei getrennte Röhren
Der Finnetunnel besteht nicht aus einer großen Röhre, sondern aus zwei parallelen Röhren.
In jeder Röhre liegt nur ein Gleis, die Züge beider Richtungen sind also getrennt.
Der Abstand zwischen den Achsen der beiden Röhren beträgt rund 25 Meter.
Jede Röhre hat einen kreisrunden Querschnitt mit einem inneren Radius von 4,65 Metern.
Gut zu wissen
Der Finnetunnel ist eines von mehreren großen Bauwerken, mit denen die Strecke die Höhenzüge Mitteldeutschlands überwindet.
Weil die Strecke für hohes Tempo gebaut ist, verlaufen ihre Tunnel möglichst gerade und mit geringer Neigung.
Unter dem Höhenzug Finne
Seinen Namen hat der Tunnel vom Höhenzug Finne, den er unterquert.
Über der Röhre liegen an der höchsten Stelle bis zu 65 Meter Gestein.
Unter anderem unterfährt der Tunnel den 306 Meter hohen Wurmberg.
Die Finne bildet hier zugleich die Grenze zwischen Thüringen und Sachsen-Anhalt.
Der längste Tunnel der neuen Strecke
Auf der Neubaustrecke Erfurt–Leipzig/Halle ist der Finnetunnel der längste Tunnel.
Die Strecke quert auf ihrem Weg mehrere Höhenzüge Mitteldeutschlands.
Wegen seiner Länge war für den Finnetunnel ein besonders aufwendiger Bau nötig.
Die übrigen Tunnel der Strecke fallen deutlich kürzer aus.
Teil des Verkehrsprojekts Deutsche Einheit
Der Tunnel gehört zur Neubaustrecke Erfurt–Leipzig/Halle.
Diese ist Teil des Verkehrsprojekts Deutsche Einheit Nummer 8.
Mit diesem Projekt entstand nach 1990 eine schnelle Nord-Süd-Achse durch Deutschland.
Sie reicht von Nürnberg über Erfurt bis nach Berlin.
Wie der Tunnel gebaut wurde
Die Bauarbeiten wurden im Mai 2006 ausgeschrieben und im Dezember 2006 vergeben.
Am 5. Mai 2008 begann der eigentliche Vortrieb im Berg.
Ende 2011 war der Rohbau des Tunnels weitgehend fertiggestellt.
Aus geologischen Gründen entschied man sich für die Ausführung in zwei getrennten Röhren.
Was der Bau gekostet hat
Die Kosten für den Rohbau wurden mit rund 249 Millionen Euro veranschlagt.
Aufgebracht wurde dieses Geld vom Bund.
Solche Summen zeigen, wie teuer ein einziger langer Tunnel sein kann.
Der Preis verteilt sich allerdings auf viele Jahrzehnte der Nutzung.
Tempo 300 im Regelbetrieb
Die Neubaustrecke Erfurt–Leipzig/Halle ist für bis zu 300 Kilometer pro Stunde ausgelegt.
Seit Dezember 2015 fahren dort planmäßig schnelle Fernzüge.
Auch im Tunnel können die Züge mit hohem Tempo unterwegs sein.
Die gerade und ruhige Trasse macht diese Geschwindigkeit erst möglich.
Sicherheit in zwei Röhren
Die Aufteilung in zwei Röhren dient auch der Sicherheit.
Im Notfall kann die jeweils andere Röhre als geschützter Bereich dienen.
Vor der Inbetriebnahme wurde im Oktober 2015 eine große Rettungsübung durchgeführt.
Dabei wurde der Ernstfall unter möglichst realen Bedingungen geprobt.
Warum nicht eine einzige Röhre
Bei sehr langen Tunneln stellt sich oft die Frage nach der Zahl der Röhren.
Beim Finnetunnel sprachen vor allem geologische Gründe für zwei getrennte Bauwerke.
Zwei kleinere Röhren lassen sich im Gestein leichter sicher auffahren als eine sehr große.
Zugleich bietet diese Bauweise Vorteile für Rettung und Betrieb.
Der Tunnel im Streckenverlauf
Der Finnetunnel liegt zwischen den Streckenkilometern 229 und 236.
An seinen Enden liegen die Orte Eßleben-Teutleben und Bad Bibra.
Die beiden Röhren verlaufen von Südwesten nach Nordosten.
Kurz hinter den Portalen setzt sich die Strecke oberirdisch fort.
Schneller durch Mitteldeutschland
Vor dem Bau der Neubaustrecke mussten Züge hier Umwege und Steigungen bewältigen.
Der Tunnel erlaubt nun einen geraden und flachen Weg durch den Höhenzug.
Dadurch verkürzt sich die Fahrzeit zwischen Erfurt und dem Raum Leipzig und Halle spürbar.
Die Strecke ist ein wichtiges Verbindungsstück im deutschen Fernverkehr.
Ein Berg als Hindernis
Höhenzüge wie die Finne sind für eine schnelle Bahnstrecke ein echtes Hindernis.
Eine Trasse über den Berg hätte starke Steigungen und enge Kurven bedeutet.
Beides verträgt sich schlecht mit hohem Tempo.
Ein langer Tunnel durch den Berg ist daher oft die bessere Lösung.
Das Fazit
Der Finnetunnel ist mit 6965 Metern der längste Tunnel der Strecke Erfurt–Leipzig/Halle.
Zwei getrennte Röhren führen die Gleise durch den Höhenzug Finne.
So entstand ein schneller und sicherer Weg durch einen Berg, der früher ein Umweg war.
Die Bahn als Teil des Alltags
Für Millionen Menschen gehört die Bahn ganz selbstverständlich zum Tag dazu.
Sie bringt Pendler zur Arbeit, Schüler zur Schule und Familien zu Ausflügen.
Am Bahnsteig treffen sich für einen Moment die unterschiedlichsten Lebenswege.
Der eine liest, die andere telefoniert, ein Dritter döst vor sich hin.
So ist der Zug nicht nur ein Fahrzeug, sondern ein Stück gelebter Alltag.
Und genau das macht die Bahn zu einem so besonderen öffentlichen Ort.
Was ein Bahnhof für eine Stadt bedeutet
Ein Bahnhof ist für viele Städte weit mehr als nur ein Verkehrsbauwerk.
Er ist oft das Erste, was Reisende von einem Ort zu sehen bekommen.
Rund um den Bahnhof entstehen Geschäfte, Cafés und ein reges Treiben.
Er verbindet die Stadt mit der weiten Welt und die Welt mit der Stadt.
Ein gepflegter Bahnhof ist deshalb auch eine Visitenkarte des Ortes.
So prägt er das Bild einer Stadt weit über die Gleise hinaus.
