Zahlen, bitte!
„Nächster Halt Bochum Hauptbahnhof, es fährt die BOGESTRA durch das Revier.“
Wie lang ist das Straßenbahnnetz von Bochum und Gelsenkirchen?
→ Ein Straßenbahnnetz in Zahlen.
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Kurz gesagt
Das Streckennetz der BOGESTRA in Bochum und Gelsenkirchen ist 86,2 Kilometer lang und trägt zehn Linien. Zählt man die Wege aller Linien zusammen, ergeben sich sogar 111,7 Kilometer.
Zwischen Bochum und Gelsenkirchen fährt eine Bahn, die zwei große Städte wie eine behandelt.
Mal rollt sie über die Straße, mal verschwindet sie in einem Tunnel.
Dahinter steckt ein Netz mit einer erstaunlich genauen Länge.

Die wichtigsten Zahlen
86,2 km
Streckennetz
zehn Linien, Stand seit 2019
111,7 km
Linienlänge
Summe der Wege aller Linien
1894
seit
Bochum; Gelsenkirchen ab 1895
1000 mm
Spurweite
Meterspur
Die 86,2 Kilometer meinen das eigentliche Streckennetz; die größere Zahl von 111,7 Kilometern entsteht, weil mehrere Linien dieselben Gleise nutzen.
Eine Bahn für zwei Städte
Die Straßenbahn Bochum/Gelsenkirchen verbindet zwei Großstädte in einem einzigen Netz.
Betrieben wird sie von der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG, kurz BOGESTRA.
Das Netz reicht über die Stadtgrenzen hinaus bis nach Hattingen, Herne und Witten.
Die BOGESTRA gehört zum Verkehrsverbund Rhein-Ruhr.
Für die Fahrgäste bildet das Ganze ein zusammenhängendes System.

Die genaue Länge
Das Streckennetz ist 86,2 Kilometer lang.
Darauf verkehren seit dem Jahr 2019 zehn Linien.
Rechnet man die Wege aller Linien zusammen, ergeben sich 111,7 Kilometer Linienlänge.
Beide Zahlen beschreiben dasselbe Netz aus zwei Blickwinkeln.
Für den Vergleich mit anderen Städten zählt vor allem die Streckenlänge.
Gut zu wissen
Die 86,2 Kilometer sind das Streckennetz; die Linienlänge liegt wegen gemeinsam genutzter Gleise mit 111,7 Kilometern höher.
Zwei einst meterspurige Strecken wurden durch die normalspurigen Stadtbahnlinien U35 und U11 ersetzt, die übrigen Tunnel nutzt weiterhin die Straßenbahn.
Streckennetz und Linienlänge
Das Streckennetz misst jede Trasse nur ein einziges Mal.
Die Linienlänge summiert dagegen die Fahrwege aller Linien.
Wo sich mehrere Linien ein Gleis teilen, taucht dieses mehrfach auf.
Deshalb ist die Linienlänge mit 111,7 Kilometern deutlich größer als die 86,2 Kilometer Netz.
Beide Angaben sind richtig, meinen aber nicht dasselbe.
Elf Kilometer im Tunnel
Ein Teil des Netzes liegt tief unter der Erde.
In Bochum und Gelsenkirchen verlaufen 11,7 Kilometer im Tunnel.
Dort fährt die Straßenbahn wie eine kleine U-Bahn unter der Innenstadt.
An den Rändern kommt sie wieder ans Tageslicht und rollt über die Straße.
Diese Mischung aus Tunnel und Straße ist typisch für das Ruhrgebiet.
Seit 1894 elektrisch
In Bochum fährt die Straßenbahn seit 1894, in Gelsenkirchen seit 1895.
Von Beginn an war sie elektrisch unterwegs.
Das war für die damalige Zeit durchaus fortschrittlich.
Schnell wuchs das Netz mit den boomenden Industriestädten.
Die Bahn wurde zum Rückgrat des Nahverkehrs im mittleren Revier.
Krieg und Wiederaufbau
In beiden Weltkriegen konnte der Betrieb nur eingeschränkt aufrechterhalten werden.
Im Jahr 1945 ruhte der Verkehr für gut einen Monat ganz.
Nach dem Neustart erreichte das Netz nicht mehr seinen früheren Umfang.
Den größten Ausbau hatte es in den 1930er Jahren erlebt.
Spätere Jahrzehnte brachten eher Rückbau als Wachstum.
Meterspur im Revier
Die BOGESTRA fährt in Meterspur, die Schienen liegen also einen Meter auseinander.
Viele alte Straßenbahnnetze im Ruhrgebiet wählten diese schmale Spur.
Sie braucht weniger Platz und kommt gut durch enge Straßen.
Für klassische Straßenbahnen ist das bis heute ein praktisches Maß.
Die meisten Strecken der BOGESTRA sind deshalb meterspurig.
Straßenbahn trifft Stadtbahn
Lange war geplant, die Straßenbahn durch eine moderne Stadtbahn zu ersetzen.
Umgesetzt wurde dieser Plan jedoch nur in Teilen.
Zwei meterspurige Strecken wichen einer normalspurigen Stadtbahn, die Linien U35 und U11.
Die U35 verbindet Bochum mit Herne, die U11 erschließt Gelsenkirchen-Horst.
Die übrigen Tunnel werden dauerhaft von der Straßenbahn genutzt.
Zehn Linien durch das Revier
Auf dem Netz verkehren heute zehn Straßenbahnlinien.
Sie verbinden die Zentren von Bochum und Gelsenkirchen miteinander.
Dazu kommen Äste in die Nachbarstädte Hattingen, Herne und Witten.
So entsteht ein dichtes Geflecht quer durch das mittlere Ruhrgebiet.
Einzelne Linien fahren am Wochenende auch nachts im Stundentakt.
Wenden am Gleisende
An den meisten Endhaltestellen wendet die Bahn in einem Stumpfgleis.
Der Fahrer wechselt dort einfach ans andere Ende des Wagens.
Das spart den Platz für eine große Wendeschleife.
Nur am Wanne-Eickeler Hauptbahnhof gibt es eine solche Schleife.
Solche Details prägen den Alltag eines gewachsenen Netzes.
Teil eines größeren Geflechts
Das Ruhrgebiet ist dicht mit Straßen- und Stadtbahnen überzogen.
Viele Städte haben eigene Netze, die ineinandergreifen.
Die BOGESTRA ist eines der größeren dieser Netze.
Über den Verkehrsverbund gelten einheitliche Tarife und Anschlüsse.
So wird aus vielen Stadtbahnen ein gemeinsamer Verkehrsraum.
Was die Länge über das Revier sagt
Mit 86,2 Kilometern gehört die BOGESTRA zu den größeren Netzen in Deutschland.
Das passt zu einer Region mit vielen dicht beieinanderliegenden Zentren.
Keine einzelne Stadt dominiert, der Verkehr fließt in alle Richtungen.
Ein solches Netz muss daher weit verzweigt sein.
Die Länge spiegelt die besondere Struktur des Ruhrgebiets wider.
Was die 86,2 Kilometer bedeuten
Die Zahl 86,2 Kilometer steht für ein altes und weit gespanntes Netz.
Es verbindet seit über 130 Jahren zwei Großstädte und ihre Nachbarn.
Tunnel, Straße und Überlandstrecken greifen dabei ineinander.
Die Linienlänge von 111,7 Kilometern zeigt, wie intensiv das Netz genutzt wird.
Die BOGESTRA ist damit ein Musterbeispiel für den Nahverkehr im Revier.
Ein Blick in die Zukunft
Die Bahn von morgen soll noch pünktlicher, digitaler und bequemer werden.
Neue Stellwerke steuern den Verkehr aus der Ferne und in Echtzeit.
Moderne Züge fahren leiser, sparsamer und mit mehr Platz für Rad und Gepäck.
Das Netz wird an vielen Stellen ausgebaut, damit mehr Züge fahren können.
Auch die Bahnhöfe werden Schritt für Schritt barrierefrei und freundlicher.
So entsteht nach und nach die Bahn, die sich viele Fahrgäste wünschen.
Die Bahn und der Klimaschutz
Kaum ein Verkehrsmittel ist so klimafreundlich wie die Bahn.
Sie fährt in Deutschland zu einem großen Teil mit Strom aus erneuerbaren Quellen.
Ein voll besetzter Zug verbraucht je Reisenden viel weniger Energie als das Auto.
Wer von der Straße auf die Schiene wechselt, spart spürbar Treibhausgase.
Deshalb gilt die Bahn als ein wichtiger Baustein der Verkehrswende.
Jede zusätzliche Fahrt mit dem Zug ist damit auch ein kleiner Beitrag fürs Klima.
