Wie lang ist das Schienennetz Brasiliens?

Zahlen, bitte!

„Sehr geehrte Fahrgäste, Sie reisen durch ein riesiges Land, dessen Schiene fast nur Güter kennt.“

Wie lang ist das Schienennetz Brasiliens?

→ Ein Netz in Zahlen.

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Kurz gesagt

Das brasilianische Schienennetz ist nach dem CIA World Factbook rund 29.850 Kilometer lang (Stand 2014). Es dient fast nur dem Güterverkehr, ist kaum elektrifiziert und hat gleich mehrere Spurweiten.

Brasilien ist eines der größten Länder der Erde.

Sein Schienennetz ist lang, aber ganz anders genutzt als in Europa.

Wer hier Bahn denkt, denkt an Güterzüge, nicht an Fahrgäste.

Sao Paulo Railway
Foto: Silvio Tanaka, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Die wichtigsten Zahlen

29.850 km

Gesamtlänge des Netzes

nach CIA World Factbook, Stand 2014

522 km

davon elektrifiziert

nur rund zwei Prozent

5 Spurweiten

auf einem Netz

von 600 bis 1600 Millimeter

3,5 m/km²

Netzdichte

sehr dünn für ein Riesenland

1000 mm

häufigste Spur

Meterspur überwiegt

Quelle: CIA World Factbook, wiedergegeben in der Liste der Länder nach Eisenbahnnetz. Zahlen gerundet.

Die große Zahl

Das brasilianische Schienennetz ist nach dem CIA World Factbook rund 29.850 Kilometer lang.

Der Wert stammt aus dem Jahr 2014.

Das klingt viel, verteilt sich aber über ein riesiges Land.

Deshalb ist das Netz, auf die Fläche bezogen, sehr dünn.

Carica 15, São Paulo Downtown, Brazil
Foto: Wilfredor, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Fast nur für Güter

Das brasilianische Netz dient heute vor allem dem Güterverkehr.

Langstrecken für Fahrgäste gibt es kaum noch.

Besonders die großen Bergbaukonzerne sind auf die Eisenbahn angewiesen.

Über die Gleise rollen vor allem Eisenerz, Getreide und andere Rohstoffe.

Gut zu wissen

Brasilien ist flächenmäßig fast so groß wie ganz Europa. Ein Netz von rund 29.850 Kilometern wirkt dort sofort viel dünner als dieselbe Länge in einem kleinen Land.

Die Erzbahn aus den Carajás-Minen gilt als eine der leistungsstärksten Güterstrecken der Welt. Ihre Züge gehören zu den längsten überhaupt.

Ein Wirrwarr der Spurweiten

Auf dem Netz kommen gleich mehrere Spurweiten vor.

Es gibt Strecken mit 600, 760, 1000, 1435 und 1600 Millimeter.

Am häufigsten ist die Meterspur von 1000 Millimeter.

Diese Vielfalt macht durchgehende Fahrten schwierig.

Kaum unter Fahrdraht

Nur rund 522 Kilometer des Netzes sind elektrifiziert.

Das sind weniger als zwei Prozent.

Fast alle Züge fahren mit Dieselloks.

Darin unterscheidet sich Brasilien stark von Europa.

Die großen Erzbahnen

Zu den wichtigsten Strecken zählen die Erzbahnen im Osten und Norden.

Die Strecke von den Carajás-Minen zur Küste transportiert riesige Mengen Eisenerz.

Auch die Verbindung zwischen Vitória und dem Bergland von Minas Gerais ist eine schwere Güterstrecke.

Auf ihnen fahren einige der längsten und schwersten Güterzüge der Welt.

Warum der Fernverkehr verschwand

Früher gab es mehr Personenzüge über lange Strecken.

Mit dem Ausbau der Straßen und Flüge verloren sie an Bedeutung.

Viele Linien wurden eingestellt oder nur noch für Güter genutzt.

Personenverkehr gibt es heute vor allem in den Städten und auf wenigen Touristenstrecken.

Wer das Netz betreibt

Die alte Staatsbahn wurde in den 1990er Jahren aufgeteilt und an private Betreiber vergeben.

Heute fahren mehrere Konzessionäre auf verschiedenen Teilen des Netzes.

Bergbaukonzerne betreiben eigene Erzbahnen.

Der Staat gibt die Rahmenbedingungen vor, die Strecken werden privat genutzt.

Der Vergleich mit Deutschland

Das deutsche Netz ist mit rund 39.773 Kilometern länger, obwohl Deutschland viel kleiner ist.

Brasilien ist fast so groß wie ganz Europa.

Auf einen Quadratkilometer kommen nur rund 3,5 Meter Strecke.

Das ist eine sehr geringe Netzdichte.

Wie es dazu kam

Im Jahr 1980 war das Netz mit knapp 30.000 Kilometern ähnlich lang wie heute.

Davon waren damals rund 19.000 Kilometer tatsächlich in Betrieb.

Viele Strecken litten unter schwankenden Rohstoffpreisen und Geldmangel.

Statt zu wachsen, konzentrierte sich die Bahn auf das, was sich rechnete: den Güterverkehr.

Woher die Zahl kommt

Die Gesamtlänge geht auf das amerikanische CIA World Factbook zurück.

Die deutschsprachige Wikipedia fasst die Werte in der Liste der Länder nach Eisenbahnnetz zusammen.

Der jüngste belastbare Stand ist dort das Jahr 2014.

Wegen der vielen Spurweiten und Betreiber sind brasilianische Zahlen besonders schwer zu vereinheitlichen.

Die Bahn und der Klimaschutz

Kaum ein Verkehrsmittel ist so klimafreundlich wie die Bahn.

Sie fährt in Deutschland zu einem großen Teil mit Strom aus erneuerbaren Quellen.

Ein voll besetzter Zug verbraucht je Reisenden viel weniger Energie als das Auto.

Wer von der Straße auf die Schiene wechselt, spart spürbar Treibhausgase.

Deshalb gilt die Bahn als ein wichtiger Baustein der Verkehrswende.

Jede zusätzliche Fahrt mit dem Zug ist damit auch ein kleiner Beitrag fürs Klima.

Was die Fahrgäste davon haben

Am Ende zählt für den Fahrgast vor allem eines: sicher und pünktlich anzukommen.

Jede kleine Verbesserung im Betrieb macht seine Reise ein wenig angenehmer.

Ein sauberer Zug und eine klare Anzeige nehmen ihm Sorge und Hektik.

Ein freundlicher Halt bleibt oft länger in Erinnerung als die Fahrt selbst.

So entsteht aus vielen Einzelheiten am Ende ein rundes Reiseerlebnis.

Und wer sich gut aufgehoben fühlt, steigt beim nächsten Mal gern wieder ein.

Warum die Länge täuscht

Auf der Landkarte wirkt ein Netz von rund 29.850 Kilometern groß.

Verteilt über ein Land von der Größe eines halben Kontinents ist es jedoch dünn.

Viele Regionen Brasiliens haben gar keinen Bahnanschluss.

Wo Gleise liegen, führen sie meist von den Minen und Feldern zu den Häfen.

Die Eisenbahn folgt in Brasilien dem Export, nicht den Menschen.

Häufige Fragen

Wie lang ist das Schienennetz Brasiliens?
Nach dem CIA World Factbook rund 29.850 Kilometer (Stand 2014). Davon sind nur etwa 522 Kilometer elektrifiziert.
Warum fahren kaum Personenzüge?
Langstrecken für Fahrgäste wurden mit dem Ausbau von Straßen und Flügen weitgehend eingestellt. Das Netz dient heute vor allem dem Güterverkehr.
Warum gibt es mehrere Spurweiten?
Historisch wurden Strecken in verschiedenen Weiten gebaut, von 600 bis 1600 Millimeter. Am häufigsten ist die Meterspur. Das erschwert durchgehende Fahrten.
Was transportiert die brasilianische Bahn?
Vor allem Rohstoffe wie Eisenerz und Getreide. Die großen Bergbaukonzerne sind auf eigene, schwere Erzbahnen angewiesen.
Warum ist das Netz so dünn?
Weil Brasilien riesig ist. Auf einen Quadratkilometer kommen nur rund 3,5 Meter Strecke, eine sehr geringe Netzdichte.

Weiterfahrt

→ Wie lang ist das Netz der Metro São Paulo? – Bahn in der Megastadt

→ Wie lang ist das Schienennetz Russlands? – ein anderes Riesenland

→ Welches Land hat das längste Schienennetz? – die Rangliste der Welt

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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