Zahlen, bitte!
„Sehr geehrte Fahrgäste, Sie reisen durch ein riesiges Land, dessen Schiene fast nur Güter kennt.“
Wie lang ist das Schienennetz Brasiliens?
→ Ein Netz in Zahlen.
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Kurz gesagt
Das brasilianische Schienennetz ist nach dem CIA World Factbook rund 29.850 Kilometer lang (Stand 2014). Es dient fast nur dem Güterverkehr, ist kaum elektrifiziert und hat gleich mehrere Spurweiten.
Brasilien ist eines der größten Länder der Erde.
Sein Schienennetz ist lang, aber ganz anders genutzt als in Europa.
Wer hier Bahn denkt, denkt an Güterzüge, nicht an Fahrgäste.

Die wichtigsten Zahlen
29.850 km
Gesamtlänge des Netzes
nach CIA World Factbook, Stand 2014
522 km
davon elektrifiziert
nur rund zwei Prozent
5 Spurweiten
auf einem Netz
von 600 bis 1600 Millimeter
3,5 m/km²
Netzdichte
sehr dünn für ein Riesenland
1000 mm
häufigste Spur
Meterspur überwiegt
Quelle: CIA World Factbook, wiedergegeben in der Liste der Länder nach Eisenbahnnetz. Zahlen gerundet.
Die große Zahl
Das brasilianische Schienennetz ist nach dem CIA World Factbook rund 29.850 Kilometer lang.
Der Wert stammt aus dem Jahr 2014.
Das klingt viel, verteilt sich aber über ein riesiges Land.
Deshalb ist das Netz, auf die Fläche bezogen, sehr dünn.

Fast nur für Güter
Das brasilianische Netz dient heute vor allem dem Güterverkehr.
Langstrecken für Fahrgäste gibt es kaum noch.
Besonders die großen Bergbaukonzerne sind auf die Eisenbahn angewiesen.
Über die Gleise rollen vor allem Eisenerz, Getreide und andere Rohstoffe.
Gut zu wissen
Brasilien ist flächenmäßig fast so groß wie ganz Europa. Ein Netz von rund 29.850 Kilometern wirkt dort sofort viel dünner als dieselbe Länge in einem kleinen Land.
Die Erzbahn aus den Carajás-Minen gilt als eine der leistungsstärksten Güterstrecken der Welt. Ihre Züge gehören zu den längsten überhaupt.
Ein Wirrwarr der Spurweiten
Auf dem Netz kommen gleich mehrere Spurweiten vor.
Es gibt Strecken mit 600, 760, 1000, 1435 und 1600 Millimeter.
Am häufigsten ist die Meterspur von 1000 Millimeter.
Diese Vielfalt macht durchgehende Fahrten schwierig.
Kaum unter Fahrdraht
Nur rund 522 Kilometer des Netzes sind elektrifiziert.
Das sind weniger als zwei Prozent.
Fast alle Züge fahren mit Dieselloks.
Darin unterscheidet sich Brasilien stark von Europa.
Die großen Erzbahnen
Zu den wichtigsten Strecken zählen die Erzbahnen im Osten und Norden.
Die Strecke von den Carajás-Minen zur Küste transportiert riesige Mengen Eisenerz.
Auch die Verbindung zwischen Vitória und dem Bergland von Minas Gerais ist eine schwere Güterstrecke.
Auf ihnen fahren einige der längsten und schwersten Güterzüge der Welt.
Warum der Fernverkehr verschwand
Früher gab es mehr Personenzüge über lange Strecken.
Mit dem Ausbau der Straßen und Flüge verloren sie an Bedeutung.
Viele Linien wurden eingestellt oder nur noch für Güter genutzt.
Personenverkehr gibt es heute vor allem in den Städten und auf wenigen Touristenstrecken.
Wer das Netz betreibt
Die alte Staatsbahn wurde in den 1990er Jahren aufgeteilt und an private Betreiber vergeben.
Heute fahren mehrere Konzessionäre auf verschiedenen Teilen des Netzes.
Bergbaukonzerne betreiben eigene Erzbahnen.
Der Staat gibt die Rahmenbedingungen vor, die Strecken werden privat genutzt.
Der Vergleich mit Deutschland
Das deutsche Netz ist mit rund 39.773 Kilometern länger, obwohl Deutschland viel kleiner ist.
Brasilien ist fast so groß wie ganz Europa.
Auf einen Quadratkilometer kommen nur rund 3,5 Meter Strecke.
Das ist eine sehr geringe Netzdichte.
Wie es dazu kam
Im Jahr 1980 war das Netz mit knapp 30.000 Kilometern ähnlich lang wie heute.
Davon waren damals rund 19.000 Kilometer tatsächlich in Betrieb.
Viele Strecken litten unter schwankenden Rohstoffpreisen und Geldmangel.
Statt zu wachsen, konzentrierte sich die Bahn auf das, was sich rechnete: den Güterverkehr.
Woher die Zahl kommt
Die Gesamtlänge geht auf das amerikanische CIA World Factbook zurück.
Die deutschsprachige Wikipedia fasst die Werte in der Liste der Länder nach Eisenbahnnetz zusammen.
Der jüngste belastbare Stand ist dort das Jahr 2014.
Wegen der vielen Spurweiten und Betreiber sind brasilianische Zahlen besonders schwer zu vereinheitlichen.
Die Bahn und der Klimaschutz
Kaum ein Verkehrsmittel ist so klimafreundlich wie die Bahn.
Sie fährt in Deutschland zu einem großen Teil mit Strom aus erneuerbaren Quellen.
Ein voll besetzter Zug verbraucht je Reisenden viel weniger Energie als das Auto.
Wer von der Straße auf die Schiene wechselt, spart spürbar Treibhausgase.
Deshalb gilt die Bahn als ein wichtiger Baustein der Verkehrswende.
Jede zusätzliche Fahrt mit dem Zug ist damit auch ein kleiner Beitrag fürs Klima.
Was die Fahrgäste davon haben
Am Ende zählt für den Fahrgast vor allem eines: sicher und pünktlich anzukommen.
Jede kleine Verbesserung im Betrieb macht seine Reise ein wenig angenehmer.
Ein sauberer Zug und eine klare Anzeige nehmen ihm Sorge und Hektik.
Ein freundlicher Halt bleibt oft länger in Erinnerung als die Fahrt selbst.
So entsteht aus vielen Einzelheiten am Ende ein rundes Reiseerlebnis.
Und wer sich gut aufgehoben fühlt, steigt beim nächsten Mal gern wieder ein.
Warum die Länge täuscht
Auf der Landkarte wirkt ein Netz von rund 29.850 Kilometern groß.
Verteilt über ein Land von der Größe eines halben Kontinents ist es jedoch dünn.
Viele Regionen Brasiliens haben gar keinen Bahnanschluss.
Wo Gleise liegen, führen sie meist von den Minen und Feldern zu den Häfen.
Die Eisenbahn folgt in Brasilien dem Export, nicht den Menschen.
Häufige Fragen
Wie lang ist das Schienennetz Brasiliens?
Warum fahren kaum Personenzüge?
Warum gibt es mehrere Spurweiten?
Was transportiert die brasilianische Bahn?
Warum ist das Netz so dünn?
Weiterfahrt
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