Zahlen, bitte!
„Auf Gleis eins der Glacier-Express Richtung Zermatt, bitte einsteigen, die Alpenfahrt beginnt.“
Wie lang ist das Netz der Matterhorn-Gotthard-Bahn?
→ Ein Netz in Zahlen.
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Kurz gesagt
Das Netz der Matterhorn-Gotthard-Bahn ist rund 144 Kilometer lang. Es ist durchgehend schmalspurig und verbindet mit Zahnstangenabschnitten die Kantone Wallis, Uri und Graubünden.
Die Matterhorn-Gotthard-Bahn gehört zu den bekanntesten Schmalspurbahnen der Alpen.
Auf ihren Gleisen rollt unter anderem der berühmte Glacier-Express.
Doch wie lang ist das Netz dieser Bahn eigentlich?

Die wichtigsten Zahlen
144 km
Streckennetz
Meterspur, drei Kantone
28,8 km
mit Zahnstange
rund ein Fünftel des Netzes
2003
Gründung durch Fusion
aus BVZ und FO
Das Netz misst rund 144 Kilometer, davon liegen 28,8 Kilometer in Zahnstangenabschnitten.
144 Kilometer durch drei Kantone
Das Netz der Matterhorn-Gotthard-Bahn ist rund 144 Kilometer lang.
Es erstreckt sich über die Schweizer Kantone Wallis, Uri und Graubünden.
Die ganze Strecke ist schmalspurig mit einem Meter Spurweite.
Auf ihr fahren Nahverkehr, Güterzüge und auf Teilstrecken auch ein Autoverlad.
Für ein reines Schmalspurnetz ist diese Ausdehnung beachtlich.

Von Disentis bis Zermatt
Das Netz reicht von Disentis in Graubünden bis nach Zermatt im Wallis.
Dazwischen liegt der hohe Oberalppass auf dem Weg nach Andermatt.
Von Andermatt zweigt eine kurze Stichstrecke hinab nach Göschenen ab.
Im Westen führt die Bahn durch das Wallis bis an den Fuß des Matterhorns.
So verbindet sie gleich mehrere berühmte Alpentäler.
Gut zu wissen
Die Matterhorn-Gotthard-Bahn und die Rhätische Bahn betreiben den Glacier-Express gemeinsam und nutzen in Disentis dasselbe Stromsystem.
Zwischen Realp und Oberwald erinnert die als Museumsbahn erhaltene Furka-Bergstrecke an die Zeit vor dem Basistunnel.
Schmalspur mit Zahnstange
Auf vielen Abschnitten ist die Steigung zu groß für reine Reibung.
Deshalb liegt dort eine Zahnstange nach dem System Abt im Gleis.
Insgesamt sind 13 solcher Zahnstangenabschnitte vorhanden.
Sie messen zusammen 28,8 Kilometer, also rund ein Fünftel des Netzes.
Die übrigen gut 116 Kilometer werden ohne Zahnstange befahren.
Über den Oberalppass
Ihren höchsten Punkt erreicht die Bahn am Oberalppass.
Dieser liegt auf mehr als 2000 Metern über dem Meer.
Während die Passstraße im Winter gesperrt ist, verkehrt die Bahn ganzjährig.
So bleibt Andermatt auch bei viel Schnee mit Graubünden verbunden.
Der Aufstieg zum Pass gehört zu den spektakulärsten Abschnitten des Netzes.
Zwei Bahnen werden eins
Die Matterhorn-Gotthard-Bahn entstand erst im Frühsommer 2003.
Damals schlossen sich zwei ältere Bahnen zusammen.
Die eine war die Brig-Visp-Zermatt-Bahn, kurz BVZ.
Die andere war die Furka-Oberalp-Bahn, kurz FO.
Rückwirkend zum 1. Januar 2003 wurden sie ein Unternehmen.
Der Glacier-Express
Das bekannteste Angebot der Bahn ist der Glacier-Express.
Er wird gemeinsam mit der Rhätischen Bahn betrieben.
Gern wird er als langsamster Schnellzug der Welt bezeichnet.
Auf seiner Fahrt quert er unzählige Brücken und Tunnel.
Für viele Gäste ist diese Reise der Höhepunkt eines Schweizbesuchs.
Autos durch den Furka-Tunnel
Auf der Strecke gibt es auch einen Autoverlad durch den Furka-Basistunnel.
Autofahrer verladen ihr Fahrzeug und lassen sich durch den Berg transportieren.
So sparen sie sich die lange Fahrt über den hohen Furkapass.
Oberhalb verläuft noch die alte Furka-Bergstrecke als Museumsbahn.
Von ihr aus fällt der Blick auf den mächtigen Rhonegletscher.
Die Bahn nach Zermatt
Der weltberühmte Ort Zermatt am Fuß des Matterhorns ist autofrei.
Deshalb erschließt die Matterhorn-Gotthard-Bahn den Ort mit der Schiene.
Ohne sie wäre Zermatt nur schwer zu erreichen.
Täglich bringt die Bahn Einheimische, Pendler und Touristen ins Dorf.
In Zermatt beginnt außerdem die bekannte Gornergratbahn.
Drei Gesellschaften unter einem Dach
Die Matterhorn-Gotthard-Bahn ist in mehrere Teilgesellschaften gegliedert.
Die Matterhorn Gotthard Verkehrs AG kümmert sich um den Zugbetrieb.
Die Matterhorn Gotthard Infrastruktur AG verwaltet die Gleise und Bauwerke.
Diese Aufteilung entstand bei der Fusion der beiden alten Bahnen.
So bleibt die Technik hinter dem bekannten Namen klar geordnet.
Gemeinsamer Strom mit der Rhätischen Bahn
In Disentis trifft das Netz auf die Rhätische Bahn.
Beide Bahnen nutzen dort dasselbe Stromsystem.
Dadurch können Züge wie der Glacier-Express ohne Umspannen durchfahren.
Auch die Spurweite von einem Meter stimmt bei beiden überein.
So entsteht ein durchgehender Schmalspurweg quer durch die Alpen.
Wenn das Wetter zuschlägt
Eine Gebirgsbahn ist immer auch dem Wetter ausgesetzt.
Die schweren Unwetter des Sommers 2024 beschädigten die Strecke zwischen Visp und Zermatt.
An mehreren Stellen mussten Gleise und Dämme wiederhergestellt werden.
Solche Ereignisse zeigen, wie anspruchsvoll der Betrieb im Hochgebirge ist.
Dennoch bleibt die Bahn das Rückgrat der Region.
Was die 144 Kilometer bedeuten
Rund 144 Kilometer klingen nach einer mittleren Strecke.
Doch auf Schmalspur und mit Zahnstange ist das eine große Leistung.
Die Bahn überwindet hohe Pässe und erschließt abgelegene Täler.
Jeder Kilometer verbindet Orte, die sonst kaum zu erreichen wären.
Gerade das macht das kleine Netz so bedeutend.
Zwischen Technik und Menschen
Die Bahn ist ein Zusammenspiel aus ausgefeilter Technik und vielen Händen.
Hinter jedem pünktlichen Zug stehen Lokführer, Fahrdienstleiter und Werkstätten.
Sie sorgen dafür, dass Signale stehen, Weichen greifen und Türen schließen.
Die beste Technik nützt wenig ohne die Menschen, die sie bedienen und warten.
Umgekehrt entlastet moderne Technik die Beschäftigten bei ihrer schweren Arbeit.
Erst beide zusammen bringen den Verkehr Tag für Tag sicher ans Ziel.
Warum sich der Blick aufs Detail lohnt
Der Bahnbetrieb steckt voller kleiner Dinge, die kaum jemand bewusst wahrnimmt.
Und doch hängt der reibungslose Ablauf oft genau an diesen Kleinigkeiten.
Ein einziges Bauteil kann darüber entscheiden, ob ein Zug rollt oder steht.
Wer genauer hinschaut, entdeckt hinter dem Alltag eine erstaunlich feine Technik.
Dieses Zusammenspiel unzähliger Teile ist die eigentliche Leistung der Bahn.
Es lohnt sich, dem scheinbar Selbstverständlichen einmal Beachtung zu schenken.
