Zahlen, bitte!
„Sehr geehrte Fahrgäste, willkommen in der šalina, wie die Brünner ihre Straßenbahn nennen.“
Wie lang ist das Brünner Straßenbahnnetz?
→ Ein Netz in Zahlen.
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Kurz gesagt
Das Straßenbahnnetz von Brünn hatte 2008, vor der letzten Streckenverlängerung, eine Länge von 69,7 Kilometern. Damit ist es nach Prag das zweitgrößte Straßenbahnnetz Tschechiens.
Brünn ist die zweitgrößte Stadt Tschechiens und ein traditionsreicher Tram-Ort.
Die Einheimischen nennen ihre Straßenbahn liebevoll šalina.
Hinter dem Spitznamen steckt ein überraschend großes Netz.

Das Brünner Netz in Zahlen
69,7 km
Streckennetz (2008)
vor der letzten Streckenverlängerung
139 km
Linienlänge (2007)
auf 13 Tageslinien
1869
erste Pferdetram
die erste im heutigen Tschechien
Platz 2
in Tschechien
größtes Tram-Netz nach Prag
Die 69,7 Kilometer sind die Streckenlänge vor der Erweiterung 2008; heute liegt sie etwas höher.
Rund 70 Kilometer Gleis
Vor der letzten Streckenverlängerung im Jahr 2008 maß das Brünner Netz 69,7 Kilometer.
Damit liegt es heute bei rund 70 Kilometern.
Für eine Stadt dieser Größe ist das ein ausgedehntes Netz.
Die Strecken ziehen sich quer durch Brünn und darüber hinaus.
Die Zahl zeigt, wie stark die Stadt auf die Tram setzt.

Nach Prag die Nummer zwei
Brünn hat das zweitgrößte Straßenbahnnetz Tschechiens.
Nur die Hauptstadt Prag besitzt ein noch größeres Netz.
Für eine Stadt abseits der Hauptstadt ist das bemerkenswert.
Die Tram ist hier das Rückgrat des öffentlichen Verkehrs.
Viele Wege im Alltag führen über die Schiene.
Gut zu wissen
Die Angaben stammen aus der Darstellung der Straßenbahn Brünn; die Netzlänge von 69,7 Kilometern gilt für die Zeit vor der Erweiterung 2008.
Die 139 Kilometer von 2007 sind die Summe aller Linienwege, nicht die reine Streckenlänge.
13 Linien, 139 Kilometer
Im Jahr 2007 waren 13 Tageslinien in Betrieb.
Zusammen kamen sie auf eine Länge von 139 Kilometern.
Diese Zahl ist größer als die Streckenlänge, weil sich Linien überlagern.
Mehrere Linien nutzen oft dieselben Gleise.
Netzlänge und Linienlänge sind deshalb zwei verschiedene Dinge.
Die erste Tram im Land
Im August 1869 nahm Brünn seine erste Pferdestraßenbahn in Betrieb.
Es war die erste Straßenbahn auf dem Gebiet des heutigen Tschechien.
In Österreich-Ungarn war Brünn damit die fünfte Stadt mit einer Tram.
Vorher hatten nur Wien, Pest, Buda und Timișoara eine Straßenbahn.
Die Stadt gehörte also zu den Pionieren des Nahverkehrs.
Von der Pferdebahn zur Dampftram
Die erste Pferdebahn von 1869 war nur der Anfang.
Im Juni 1876 kam eine zweite Strecke vom Hauptbahnhof nach Pisárky dazu.
1886 nahm eine Gesellschaft die erste Dampfstraßenbahn in Betrieb.
Pferd, Dampf und später Strom lösten einander ab.
So wuchs die Brünner Tram über mehrere Technikstufen.
šalina, der Spitzname
In Brünn heißt die Straßenbahn im Volksmund šalina.
Der Name gehört fest zum Lebensgefühl der Stadt.
Er zeigt, wie selbstverständlich die Tram zum Alltag gehört.
Kaum ein Brünner sagt im Gespräch Straßenbahn.
Der Spitzname ist ein Stück Stadtkultur.
Bis vor die Stadt
Das Netz endet nicht an der Stadtgrenze.
Einzelne Strecken führen bis in die südlich gelegene Ortschaft Modřice.
So verbindet die Tram auch das Umland mit der Innenstadt.
Für Pendler aus den Vororten ist das ein großer Vorteil.
Das erklärt einen Teil der ansehnlichen Netzlänge.
Wer die Tram betreibt
Betrieben wird die Brünner Straßenbahn vom städtischen Verkehrsbetrieb.
Er heißt Dopravní podnik města Brna, kurz DPMB.
Das Unternehmen führt Tram, Bus und weitere Verkehrsmittel der Stadt.
So liegt der Nahverkehr in einer Hand.
Das erleichtert die Abstimmung von Linien und Fahrplänen.
Netzlänge gegen Linienlänge
Die 69,7 Kilometer beschreiben die reinen Gleisstrecken.
Die 139 Kilometer von 2007 zählen dagegen die Wege aller Linien.
Weil viele Linien dieselben Gleise teilen, ist diese Summe größer.
Beide Zahlen sind richtig, meinen aber Verschiedenes.
Wer sie vergleicht, sollte den Unterschied kennen.
Im Vergleich mit Graz
Das österreichische Graz hat ein Netz von 67,2 Kilometern.
Brünn liegt mit rund 70 Kilometern knapp darüber.
Beide Städte sind ähnlich groß und tram-begeistert.
Ein Blick über die Grenze zeigt also viele Parallelen.
Mitteleuropa bleibt eine Hochburg der Straßenbahn.
Ein altes Netz, gut gepflegt
Seit 1869 ist die Brünner Tram fast ohne Unterbrechung in Betrieb.
Immer wieder kamen neue Strecken hinzu, zuletzt eine Erweiterung 2008.
Alte Linien wurden modernisiert und an neue Stadtteile angebunden.
So blieb das Netz über mehr als 150 Jahre lebendig.
Die Zahl von rund 70 Kilometern ist das Ergebnis dieser langen Pflege.
Was die Zahl erzählt
Die rund 70 Kilometer stehen für eine der ältesten Trams Mitteleuropas.
Sie verbinden Pioniergeist, Alltag und ein Stück Stadtkultur.
13 Linien, der Spitzname šalina und die Fahrt bis Modřice stecken darin.
Wer die Zahl kennt, versteht Brünn ein wenig besser.
Und die nächste Fahrt mit der šalina bekommt einen Sinn für Geschichte.
Ein Blick in die Zukunft
Die Bahn von morgen soll noch pünktlicher, digitaler und bequemer werden.
Neue Stellwerke steuern den Verkehr aus der Ferne und in Echtzeit.
Moderne Züge fahren leiser, sparsamer und mit mehr Platz für Rad und Gepäck.
Das Netz wird an vielen Stellen ausgebaut, damit mehr Züge fahren können.
Auch die Bahnhöfe werden Schritt für Schritt barrierefrei und freundlicher.
So entsteht nach und nach die Bahn, die sich viele Fahrgäste wünschen.
Warum die Bahn für das ganze Land zählt
Die Bahn bringt Tag für Tag sehr viele Menschen sicher ans Ziel.
Sie verbindet große Städte mit kleinen Dörfern und hält so das Land zusammen.
Bei Wind und Wetter fährt sie, wenn andere Verkehrsmittel längst stehen.
Ein gut gefüllter Zug ersetzt viele Autos und entlastet damit die Straßen.
Zugleich schont die Schiene die Umwelt, weil sie je Reisenden wenig Energie braucht.
So ist die Bahn weit mehr als ein Verkehrsmittel, sie ist ein Stück Daseinsvorsorge.
