Zahlen, bitte!
„Sehr geehrte Reisende, Sie überqueren nun in rund 107 Metern Höhe das Tal der Wupper, auf der höchsten Eisenbahnbrücke Deutschlands.“
Wie hoch ist die Müngstener Brücke?
→ Eine Brücke in Zahlen.
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Kurz gesagt
Die Müngstener Brücke überspannt das Tal der Wupper in rund 107 Metern Höhe und ist damit die höchste Eisenbahnbrücke Deutschlands. Die stählerne Bogenbrücke zwischen Remscheid und Solingen wurde von 1895 bis 1897 errichtet.
Zwischen Remscheid und Solingen klafft ein tiefes Tal, durch das die Wupper fließt.
Vor über hundert Jahren spannten Ingenieure einen gewaltigen Stahlbogen darüber.
Seine wichtigste Zahl ist eine Höhe, die in Deutschland bis heute einmalig ist.

Die wichtigsten Zahlen
≈ 107 m
Höhe über der Wupper
höchste Eisenbahnbrücke Deutschlands
465 m
Länge der Stahlkonstruktion
Hauptbogen rund 170 m Stützweite
≈ 5000 t
verbauter Stahl
mit rund 950.000 Nieten
Quelle: Wikipedia-Artikel zur Müngstener Brücke. Stand 2026.
Die große Zahl
Die Müngstener Brücke überspannt das Tal der Wupper in rund 107 Metern Höhe.
Damit ist sie die höchste Eisenbahnbrücke Deutschlands.
Keine andere Bahnbrücke im Land führt die Züge so weit über den Grund.
Die Brücke verbindet die beiden bergischen Städte Remscheid und Solingen.
Tief unter ihren Pfeilern fließt der Fluss, der der ganzen Gegend den Namen gibt.
Die Zahl 107 ist seit über hundert Jahren das Markenzeichen dieses Bauwerks.

Ein Bogen aus Stahl
Die Müngstener Brücke ist eine stählerne Bogenbrücke.
Ihre gesamte Stahlkonstruktion ist rund 465 Meter lang.
Der große Bogen über die Talsohle hat eine Stützweite von etwa 170 Metern.
Links und rechts schließen sich kleinere Öffnungen von 30 und 45 Metern an.
Sechs schlanke Gerüstpfeiler tragen die Fahrbahn und sind bis zu 69 Meter hoch.
Bei ihrer Fertigstellung war sie die Bahnbrücke mit der größten Stützweite in Deutschland.
Gut zu wissen
Die Müngstener Brücke ist mit rund 107 Metern Höhe über dem Tal der Wupper die höchste Eisenbahnbrücke Deutschlands; sie wurde von 1895 bis 1897 erbaut und am 15. Juli 1897 eingeweiht.
Ihre Stahlkonstruktion ist rund 465 Meter lang und wiegt etwa 5000 Tonnen, zusammengehalten von rund 950.000 Nieten; bis 1918 trug das Bauwerk den Namen Kaiser-Wilhelm-Brücke.
Warum der Weg vorher so weit war
Das Tal der Wupper ist an dieser Stelle tief in das Bergische Land eingeschnitten.
Luftlinie trennen Remscheid und Solingen nur rund acht Kilometer.
Auf der Schiene aber betrug die Entfernung vor dem Brückenbau ganze 42 Kilometer.
Die Züge mussten das Tal auf einem großen Umweg umfahren.
Mit der hohen Brücke ließ sich diese weite Schleife auf einen Schlag abkürzen.
So wurde aus einer beschwerlichen Reise eine kurze Fahrt über den Abgrund.
Rund 950.000 Nieten
Für die Brücke wurden rund 5000 Tonnen Stahl verbaut.
Die einzelnen Profile wurden mit etwa 950.000 Nieten zusammengefügt.
Verwendet wurde das damals moderne Thomasflusseisen aus dem MAN-Werk Gustavsburg.
Jeder einzelne Niet wurde glühend heiß eingeschlagen und kühlte dann fest zusammen.
Beim Richtfest am Tag nach dem Brückenschluss wurde feierlich der letzte Niet gesetzt.
Dieses dichte Netz aus Nieten hält das Bauwerk bis heute zusammen.
Drei Jahre Bauzeit
Den Wettbewerb um den Entwurf gewann 1892 die Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg.
Der erste Spatenstich erfolgte am 26. Februar 1894.
Der Brückenschluss gelang am 21. März 1897.
Am 15. Juli 1897 wurde die Brücke offiziell eingeweiht.
Damit entstand das gewaltige Bauwerk in nur wenigen Jahren.
Verantwortlich für den Entwurf war der Ingenieur Anton von Rieppel.
Dynamit und Freivorbau
Für die Fundamente und Vorarbeiten wurde kräftig gesprengt.
Rund 1400 Kilogramm Dynamit und 1600 Kilogramm Schwarzpulver kamen dabei zum Einsatz.
Zur Baustelle wurden eigens Gleise verlegt, um das schwere Material heranzuschaffen.
Der große Bogen wurde im sogenannten Freivorbau errichtet.
Dabei wuchsen die beiden Bogenhälften frei in die Luft, bis sie sich in der Mitte trafen.
Dasselbe Verfahren hatte man zuvor beim ähnlichen Garabit-Viadukt in Frankreich genutzt.
Vom Kaiser zum Ort Müngsten
Bis zum Jahr 1918 trug die Brücke den Namen Kaiser-Wilhelm-Brücke.
Im Bogenscheitel prangte der Name sogar in vergoldeten Buchstaben.
Diese Lettern wurden in den Jahren 1922 und 1923 wieder entfernt.
Mit dem Ende des Kaiserreiches benannte man das Bauwerk nach der Siedlung Müngsten.
Diese kleine Siedlung lag einst unten im Tal am Fuß der Brücke.
Ihre letzten Häuser verschwanden in den 1960er Jahren beim Ausbau der Bundesstraße.
Rost und Rettung
Mit den Jahrzehnten setzte dem Stahl der Rost immer stärker zu.
Im Jahr 2010 ordnete das Eisenbahn-Bundesamt zunächst strenge Tempolimits an.
Im November 2010 wurde die Brücke schließlich ganz für den Zugverkehr gesperrt.
Die Reisenden mussten für einige Zeit auf Busse im Schienenersatzverkehr umsteigen.
Anfang 2011 kündigte die Deutsche Bahn eine Sanierung für rund 30 Millionen Euro an.
Schon im Mai 2011 rollten die Züge wieder über das frisch ertüchtigte Bauwerk.
Was heute über die Brücke fährt
Heute ist die Brücke Teil der Bahnstrecke zwischen Solingen und Remscheid.
Im Regelbetrieb fährt hier die S-Bahn-Linie S 7 mit dem Beinamen Der Müngstener.
Dazu kommt der Regional-Express RE 47, der Düssel-Wupper-Express.
Direkt an der Brücke liegt der kleine Haltepunkt Solingen-Schaberg.
Von dort haben Reisende einen guten Blick auf den gewaltigen Stahlbogen.
So verbindet die alte Brücke bis heute Tag für Tag die beiden Städte.
Was die Höhe wirklich bedeutet
Rund 107 Meter sind mehr als nur eine Rekordhöhe.
Sie zeigen, wie mutig die Ingenieure vor über hundert Jahren dachten.
Statt das Tal weiträumig zu umfahren, spannten sie einen Bogen über den Abgrund.
Jeder Meter dieser Höhe wurde sorgfältig berechnet und vernietet.
So wurde aus einem tiefen Tal eine kurze und elegante Verbindung.
Genau deshalb gilt die Müngstener Brücke bis heute als ein Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst.
Die Bahn als Teil des Alltags
Für Millionen Menschen gehört die Bahn ganz selbstverständlich zum Tag dazu.
Sie bringt Pendler zur Arbeit, Schüler zur Schule und Familien zu Ausflügen.
Am Bahnsteig treffen sich für einen Moment die unterschiedlichsten Lebenswege.
Der eine liest, die andere telefoniert, ein Dritter döst vor sich hin.
So ist der Zug nicht nur ein Fahrzeug, sondern ein Stück gelebter Alltag.
Und genau das macht die Bahn zu einem so besonderen öffentlichen Ort.
Von der Dampflok bis heute
Die Eisenbahn hat sich in fast zwei Jahrhunderten enorm verändert.
Am Anfang stand die schnaubende Dampflok, langsam und rußig, aber revolutionär.
Später kamen der elektrische Antrieb und immer schnellere Züge hinzu.
Aus einfachen Holzbänken wurden bequeme Sitze mit Steckdose und Klimaanlage.
Vieles, was heute selbstverständlich wirkt, war früher undenkbarer Luxus.
Dieser lange Weg zeigt, wie sehr die Bahn mit der Zeit gegangen ist.
