Zahlen, bitte!
„Auf Gleis 1 steht der Zug nach St. Moritz, gebaut für einen Meter Spurweite.“
Welche Spurweite hat die Albulabahn?
→ Eine Schmalspurbahn in Zahlen.
Lesezeit: 8 Minuten · Schalter: Zahlen, bitte!
Kurz gesagt
Die Albulabahn ist eine Meterspurbahn, ihre Spurweite beträgt 1000 Millimeter. Sie führt von Thusis hinauf nach St. Moritz und gehört zum Stammnetz der Rhätischen Bahn.
Die Albulabahn gilt als eine der spektakulärsten Schmalspurbahnen der Welt.
Sie klettert aus dem Tal des Hinterrheins hinauf ins hochgelegene Engadin.
Und sie tut das auf Gleisen, die enger beieinander liegen, als man es von der Hauptbahn kennt.

Die wichtigsten Zahlen
1000 mm
Spurweite
Meterspur
61,67 km
Streckenlänge
Thusis–St. Moritz
1903
Eröffnung
bis St. Moritz 1904
Albula- und Berninabahn sind seit 2008 UNESCO-Welterbe.
Die Antwort in einer Zahl
Die Spurweite der Albulabahn beträgt 1000 Millimeter.
Das ist genau ein Meter zwischen den Innenkanten der beiden Schienen.
Bahnen mit diesem Maß nennt man deshalb Meterspurbahnen.
Die Albulabahn ist Teil des Stammnetzes der Rhätischen Bahn, das durchgehend in Meterspur gebaut ist.
Der Wert steht so in den Angaben der Rhätischen Bahn und bei Wikipedia.

Was Meterspur bedeutet
Die weltweit häufigste Spurweite ist die Normalspur mit 1435 Millimetern.
Alles, was schmaler ist, zählt zur Schmalspur.
Die Meterspur mit 1000 Millimetern ist dabei eine der wichtigsten Varianten.
Schmalere Gleise erlauben engere Kurven und sparen beim Bau im Gebirge viel Geld.
Dafür passt weniger Last auf die Achsen als bei der breiten Normalspur.
Gut zu wissen
Meterspur heißt 1000 Millimeter zwischen den Schienen. Die Normalspur misst 1435 Millimeter.
Das gesamte Stammnetz der Rhätischen Bahn nutzt dieselbe Meterspur, deshalb können die Züge überall durchlaufen.
Warum im Gebirge schmal gebaut wurde
Im steilen Graubünden wäre eine Normalspurbahn sehr teuer geworden.
Enge Kurven lassen die Strecke sich in den Hang schmiegen.
So kann der Zug viele Höhenmeter auf wenig Länge gewinnen.
Die Albulabahn überwindet den Höhenunterschied ganz ohne Zahnstange, allein über die Reibung der Räder.
Das gelingt nur, weil die Trasse in großen Schleifen und Kehren immer wieder an Höhe gewinnt.
Von Thusis nach St. Moritz
Die Strecke beginnt in Thusis auf rund 697 Metern über dem Meer.
Ihr Ziel ist der Kurort St. Moritz auf etwa 1775 Metern.
Dazwischen liegen 61,67 Kilometer Gleis.
Die Bahn fädelt sich durch enge Täler und über tiefe Schluchten.
Am Ende steht sie mehr als tausend Meter höher als am Anfang.
Brücken und Tunnel
Die Albulabahn zählt 144 Brücken mit einer Spannweite über zwei Metern.
Dazu kommen 42 Tunnel und Galerien.
Das berühmteste Bauwerk ist der Landwasserviadukt, der in einer Kurve aus dem Fels in einen Tunnel führt.
Diese Dichte an Kunstbauten ist für eine so kurze Strecke außergewöhnlich.
Sie zeigt, wie viel Ingenieurskunst in der schmalen Spur steckt.
Der Albulatunnel
Der höchste Punkt der Strecke liegt tief im Berg.
Dort führt der Albulatunnel die Gleise unter dem Albulapass hindurch.
So muss der Zug nicht über den Pass fahren, der im Winter unpassierbar wäre.
Der Tunnel macht die Albulabahn zu einer ganzjährigen Verbindung.
Auch er ist für die schmale Meterspur gebaut.
Wann die Bahn gebaut wurde
Der Bau der Albulalinie begann im September 1898.
Die Eröffnung bis Celerina fand am 1. Juli 1903 statt.
Die Verlängerung bis St. Moritz ging am 10. Juli 1904 in Betrieb.
Schon damals war die Meterspur für das Netz der Rhätischen Bahn gesetzt.
Alle neuen Strecken fügten sich in dieses Maß ein.
Teil eines großen Netzes
Die Albulabahn steht nicht für sich allein.
Sie ist ein Baustein im weit verzweigten Meterspurnetz der Rhätischen Bahn.
Weil alle Strecken dieselbe Spurweite haben, können die Züge frei zwischen ihnen wechseln.
In Disentis schließt das Netz an die ebenfalls meterspurige Matterhorn-Gotthard-Bahn an.
So entsteht ein durchgehender Schmalspurraum quer durch die Alpen.
Der Glacier Express
Über die Albulabahn rollt auch der Glacier Express.
Er verbindet St. Moritz mit Zermatt und nutzt dabei das gemeinsame Meterspurnetz.
Ohne die einheitliche Spurweite wäre eine solche durchgehende Fahrt nicht möglich.
Die Reisenden merken von der schmalen Spur meist nichts.
Sie sehen vor allem die Landschaft, die an den Fenstern vorbeizieht.
UNESCO-Welterbe
Am 7. Juli 2008 wurde die Albulabahn zusammen mit der Berninabahn in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen.
Gewürdigt wird damit das Zusammenspiel von Technik und Landschaft.
Die schmale Spur ist Teil dieser Leistung, denn sie prägt die ganze Linienführung.
Das Welterbe lockt Reisende aus aller Welt nach Graubünden.
Die Bahn ist so vom reinen Verkehrsmittel zur Sehenswürdigkeit geworden.
Was die Zahl heute bedeutet
Die 1000 Millimeter sind bis heute das Maß der Albulabahn.
Sie bestimmen, wie breit die Fahrzeuge sind und wie eng die Kurven sein dürfen.
Für die Fahrgäste ist die Spurweite unsichtbar, aber sie trägt jede Fahrt.
Wer die Zahl kennt, versteht, warum die Bahn so wendig durch die Berge findet.
Die schmale Spur bleibt der stille Grund für das große Erlebnis.
Was ein Bahnhof für eine Stadt bedeutet
Ein Bahnhof ist für viele Städte weit mehr als nur ein Verkehrsbauwerk.
Er ist oft das Erste, was Reisende von einem Ort zu sehen bekommen.
Rund um den Bahnhof entstehen Geschäfte, Cafés und ein reges Treiben.
Er verbindet die Stadt mit der weiten Welt und die Welt mit der Stadt.
Ein gepflegter Bahnhof ist deshalb auch eine Visitenkarte des Ortes.
So prägt er das Bild einer Stadt weit über die Gleise hinaus.
Zwischen Technik und Menschen
Die Bahn ist ein Zusammenspiel aus ausgefeilter Technik und vielen Händen.
Hinter jedem pünktlichen Zug stehen Lokführer, Fahrdienstleiter und Werkstätten.
Sie sorgen dafür, dass Signale stehen, Weichen greifen und Türen schließen.
Die beste Technik nützt wenig ohne die Menschen, die sie bedienen und warten.
Umgekehrt entlastet moderne Technik die Beschäftigten bei ihrer schweren Arbeit.
Erst beide zusammen bringen den Verkehr Tag für Tag sicher ans Ziel.
