Stimmt es, dass …?
„Endstation schon bald: In diesem Bergland reicht die Schiene nur ein kurzes Stück.“
Stimmt es, dass Kirgistan fast keine Eisenbahn hat?
→ Ein Mythos auf dem Prüfstand.
Lesezeit: 8 Minuten · Schalter: Stimmt es, dass …?
Kurz gesagt
Kirgistan besitzt nur ein kleines Bahnnetz von wenigen Hundert Kilometern, das in zwei nicht verbundene Teile zerfällt. Der Mythos stimmt, denn ein durchgehendes Eisenbahnnetz gibt es im Land nicht, und ein Zug kann nicht von Norden nach Süden fahren.
Kirgistan ist ein gebirgiges Land in Zentralasien.
Hohe Berge prägen fast seine gesamte Fläche.
Dieser Beitrag prüft, ob das Land fast keine Eisenbahn hat.

Die Fakten in Zahlen
rund 420 km
Gleise gesamt
nur wenige Strecken
1520 mm
Breitspur
aus sowjetischer Zeit
2 Teile
getrenntes Netz
Norden und Süden ohne Verbindung
Der Norden um Bischkek und der Süden um Osch sind im Land nicht durch Schienen verbunden.
Ein Land fast ohne Schiene
Kirgistan liegt im Herzen Zentralasiens.
Es ist ein vergleichsweise kleines und bergiges Land.
Eisenbahnen spielen dort nur eine geringe Rolle.
Das Netz ist kurz und an wenige Gegenden gebunden.
Viele Landesteile haben überhaupt keine Gleise.
Dieser Beitrag prüft, ob die Bahn dort wirklich fast fehlt.

Berge überall
Der größte Teil Kirgistans besteht aus Hochgebirge.
Mächtige Ketten durchziehen das ganze Land.
Zwischen den Tälern liegen hohe Pässe.
Eine Eisenbahn durch solche Berge zu bauen, ist teuer und schwierig.
Tunnel und Brücken wären in großer Zahl nötig.
Deshalb blieb das Schienennetz von Anfang an klein.
Gut zu wissen
Die Bahnstrecken Kirgistans sind in russischer Breitspur von 1520 Millimetern gebaut, einem Erbe der Sowjetzeit.
Der Bau einer Bahn von China durch Kirgistan nach Usbekistan begann 2025 und sieht in Kirgistan rund 260 Kilometer neue Strecke vor.
Ein kleines Netz
Insgesamt hat Kirgistan nur wenige Hundert Kilometer Gleis.
Die Strecken verteilen sich auf einige wenige Gebiete.
Gebaut sind sie in der breiten Spur von 1520 Millimetern.
Diese Spurweite stammt aus der Zeit der Sowjetunion.
Im Vergleich zu Nachbarländern ist das Netz sehr klein.
Große Teile des Landes sind gar nicht an die Schiene angeschlossen.
Zwei getrennte Teile
Das Netz besteht aus zwei voneinander getrennten Stücken.
Ein Teil liegt im Norden rund um die Hauptstadt Bischkek.
Der andere Teil liegt im Süden rund um die Stadt Osch.
Innerhalb Kirgistans sind beide nicht durch Gleise verbunden.
Ein Zug kann also nicht quer durch das Land fahren.
Wer mit der Bahn von Nord nach Süd will, hat keine durchgehende Strecke.
Erbe der Sowjetzeit
Die vorhandenen Strecken entstanden zur Zeit der Sowjetunion.
Sie waren als Zweige eines viel größeren Netzes gedacht.
Deshalb weisen sie zu den Nachbarländern hin.
Der nördliche Teil ist mit Kasachstan verbunden.
Der südliche Teil hat Anschluss nach Usbekistan.
Eine Verbindung der beiden Teile im eigenen Land war nie vorgesehen.
Die unterbrochene Verbindung
Früher konnte man zwischen beiden Teilen doch mit dem Zug reisen.
Die Fahrt führte dafür über das Gebiet der Nachbarländer.
Sie kreuzte mehrfach neu entstandene Staatsgrenzen.
Nach dem Zerfall der Sowjetunion wurden diese Grenzen strenger.
Dadurch wurde die Verbindung immer unpraktischer.
Am Ende war sie für den Alltag nicht mehr brauchbar.
Vor allem Güter
Die kirgisische Bahn dient heute vor allem dem Güterverkehr.
Über die Strecken rollen Waren zu den Nachbarländern und zurück.
Der Personenverkehr ist dagegen stark zurückgegangen.
Er erreicht nur noch einen Bruchteil früherer Zahlen.
Für viele Reisen nutzen die Menschen Busse und Autos.
Die Bahn bleibt so vor allem ein Transportmittel für Fracht.
Warum so wenig Bahn
Mehrere Gründe erklären das kleine Netz.
Zum einen machen die Berge den Bau sehr schwer.
Zum anderen ist das Land dünn besiedelt.
In der Sowjetzeit war Kirgistan nur ein Randgebiet des großen Netzes.
Neue Strecken wurden dort kaum gebaut.
So blieb die Schiene bis heute auf wenige Linien beschränkt.
Eine neue Linie nach China
Nun könnte sich das Bild langsam ändern.
Geplant ist eine Bahn von China durch Kirgistan nach Usbekistan.
Mit dem Bau wurde im Jahr 2025 begonnen.
In Kirgistan sollen dafür rund 260 Kilometer neue Gleise entstehen.
Die Strecke müsste die hohen Berge überwinden.
Für das Land wäre sie ein großer Schritt.
Das Fazit
Der Mythos stimmt, denn Kirgistan hat fast keine Eisenbahn.
Das Netz umfasst nur wenige Hundert Kilometer.
Es zerfällt in einen nördlichen und einen südlichen Teil.
Innerhalb des Landes sind beide nicht durch Schienen verbunden.
Erst eine geplante neue Linie nach China könnte das ändern.
Die Bahn und der Klimaschutz
Kaum ein Verkehrsmittel ist so klimafreundlich wie die Bahn.
Sie fährt in Deutschland zu einem großen Teil mit Strom aus erneuerbaren Quellen.
Ein voll besetzter Zug verbraucht je Reisenden viel weniger Energie als das Auto.
Wer von der Straße auf die Schiene wechselt, spart spürbar Treibhausgase.
Deshalb gilt die Bahn als ein wichtiger Baustein der Verkehrswende.
Jede zusätzliche Fahrt mit dem Zug ist damit auch ein kleiner Beitrag fürs Klima.
Zwischen Technik und Menschen
Die Bahn ist ein Zusammenspiel aus ausgefeilter Technik und vielen Händen.
Hinter jedem pünktlichen Zug stehen Lokführer, Fahrdienstleiter und Werkstätten.
Sie sorgen dafür, dass Signale stehen, Weichen greifen und Türen schließen.
Die beste Technik nützt wenig ohne die Menschen, die sie bedienen und warten.
Umgekehrt entlastet moderne Technik die Beschäftigten bei ihrer schweren Arbeit.
Erst beide zusammen bringen den Verkehr Tag für Tag sicher ans Ziel.
