Stimmt es, dass …?
„Vorsicht an der Bahnsteigkante: Hier soll bald ein Zug mit rund 500 Sachen schweben.“
Stimmt es, dass Japan an einer Magnetschwebebahn für 500 km/h baut?
→ Ein Mythos auf dem Prüfstand.
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Kurz gesagt
Ja, Japan baut mit dem Chūō-Shinkansen eine Magnetschwebebahn für rund 500 km/h. Die Strecke zwischen Tokio und Nagoya ist im Bau, die Eröffnung hat sich allerdings bis weit in die 2030er Jahre verschoben.
Ein Zug, der ohne Räder über der Strecke schwebt und fast 500 Sachen fährt, klingt nach Science-Fiction.
In Japan wird genau so ein Zug seit Jahren tatsächlich gebaut.
Doch wie weit ist das Projekt, und wann sollen die ersten Fahrgäste einsteigen?

Die Fakten in Zahlen
505
km/h geplant
Betriebsgeschwindigkeit
286
km Strecke
Tokio–Nagoya, rund 90 % im Tunnel
603
km/h Rekord
Testfahrt der L0 im Jahr 2015
Der Chūō-Shinkansen nutzt die japanische Magnetschwebetechnik namens SCMaglev.
Ein Zug, der schwebt
Japan baut tatsächlich an einer neuen Magnetschwebebahn.
Sie trägt den Namen Chūō-Shinkansen und soll rund 500 Kilometer pro Stunde schnell werden.
Eine Magnetschwebebahn schwebt über der Fahrbahn und berührt die Schiene nicht.
Dadurch gibt es keine Reibung zwischen Rad und Schiene, die das Tempo bremst.
Die Antwort auf die Titelfrage lautet damit: Ja, dieser Bau läuft.

Die Technik heißt SCMaglev
Das japanische System trägt den Namen SCMaglev.
Es nutzt sehr stark gekühlte, supraleitende Magnete an den Fahrzeugen.
Diese Magnete heben den Zug einige Zentimeter über die Führungsbahn.
Ein wanderndes Magnetfeld in der Strecke treibt ihn dann nach vorn.
So entsteht ein nahezu schwebender, sehr schneller Lauf.
Gut zu wissen
Der Name Shinkansen steht in Japan eigentlich für das schnelle Rad-Schiene-Netz; der Chūō-Shinkansen trägt den Namen, nutzt aber die Schwebetechnik.
Rund neunzig Prozent der neuen Strecke im Tunnel bedeuten, dass Fahrgäste von der hohen Geschwindigkeit draußen kaum etwas sehen werden.
Von Tokio nach Nagoya
Der erste Abschnitt soll die Millionenstädte Tokio und Nagoya verbinden.
Diese Strecke ist rund 286 Kilometer lang.
Ungefähr neunzig Prozent davon verlaufen in Tunneln.
Der Grund ist die bergige Landschaft zwischen den beiden Städten.
Später ist eine Verlängerung bis nach Osaka geplant.
Rund 500 km/h im Alltag
Im Regelbetrieb soll der Zug etwa 500 bis 505 Kilometer pro Stunde fahren.
Damit wäre er fast doppelt so schnell wie viele heutige Schnellzüge.
Die Fahrt von Tokio nach Nagoya würde dann nur etwa vierzig Minuten dauern.
Heute braucht der schnellste normale Shinkansen dafür deutlich länger.
Der Zeitgewinn wäre also beträchtlich.
Der Rekord von 2015
Wie schnell die Technik kann, zeigte eine Testfahrt im Jahr 2015.
Dabei erreichte ein bemannter Versuchszug der Baureihe L0 ganze 603 Kilometer pro Stunde.
Das ist bis heute ein Weltrekord für einen bemannten Zug.
Im späteren Alltag soll der Zug aber langsamer und gleichmäßiger fahren.
Der Rekord diente vor allem dem Nachweis der Technik.
Warum der Bau so schwierig ist
Die vielen Tunnel machen den Bau teuer und aufwendig.
Durch die Berge muss sich die Strecke auf langen Abschnitten graben.
Dazu kommen strenge Regeln zum Schutz von Wasser und Natur.
In einer Region gab es jahrelang Streit um das Grundwasser.
Solche Fragen haben das Projekt immer wieder verzögert.
Die Eröffnung verschiebt sich
Ursprünglich war eine Eröffnung schon im Jahr 2027 vorgesehen.
Dieser Termin ist jedoch nicht mehr zu halten.
Nach neueren Angaben wird der erste Abschnitt kaum vor der Mitte der 2030er Jahre fertig.
Die Verlängerung nach Osaka folgt noch später.
Der Bau läuft also, braucht aber mehr Zeit als geplant.
Nicht die erste Schwebebahn Japans
Japan hat schon Erfahrung mit schwebenden Zügen gesammelt.
Bei der Weltausstellung 2005 fuhr bereits eine kurze Magnetbahn für Besucher.
Jene Bahn war aber langsam und diente vor allem dem Nahverkehr.
Der Chūō-Shinkansen ist dagegen für sehr hohe Geschwindigkeiten ausgelegt.
Er wäre die erste schnelle Schwebebahn im Fernverkehr des Landes.
Deutschland und der Transrapid
Auch in Deutschland gab es einmal eine schnelle Magnetschwebebahn, den Transrapid.
Er fuhr jahrelang auf einer Teststrecke im Emsland.
Eine große Strecke im Alltag wurde in Deutschland aber nie gebaut.
Die Technik ging später unter anderem nach China und Japan.
Japan entwickelte mit dem SCMaglev einen eigenen Weg weiter.
Das Fazit
Die Behauptung stimmt: Japan baut mit dem Chūō-Shinkansen eine Magnetschwebebahn für rund 500 km/h.
Die Strecke zwischen Tokio und Nagoya ist im Bau und verläuft größtenteils im Tunnel.
Im Test erreichte die Technik sogar 603 Kilometer pro Stunde.
Die Eröffnung verschiebt sich allerdings bis weit in die 2030er Jahre.
Aus dem Traum vom schwebenden Schnellzug wird also Wirklichkeit, nur langsamer als erhofft.
Was ein Bahnhof für eine Stadt bedeutet
Ein Bahnhof ist für viele Städte weit mehr als nur ein Verkehrsbauwerk.
Er ist oft das Erste, was Reisende von einem Ort zu sehen bekommen.
Rund um den Bahnhof entstehen Geschäfte, Cafés und ein reges Treiben.
Er verbindet die Stadt mit der weiten Welt und die Welt mit der Stadt.
Ein gepflegter Bahnhof ist deshalb auch eine Visitenkarte des Ortes.
So prägt er das Bild einer Stadt weit über die Gleise hinaus.
Die Bahn und der Klimaschutz
Kaum ein Verkehrsmittel ist so klimafreundlich wie die Bahn.
Sie fährt in Deutschland zu einem großen Teil mit Strom aus erneuerbaren Quellen.
Ein voll besetzter Zug verbraucht je Reisenden viel weniger Energie als das Auto.
Wer von der Straße auf die Schiene wechselt, spart spürbar Treibhausgase.
Deshalb gilt die Bahn als ein wichtiger Baustein der Verkehrswende.
Jede zusätzliche Fahrt mit dem Zug ist damit auch ein kleiner Beitrag fürs Klima.
